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Full text of "Brazilianische batrachier des Berner naturhistorischen Museums"

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Nicht im Buchhandel. ' Ueberreicht vom Verfasser. 



Brasilianische Batraehier des Berner 
Naturhistorisehen Museums. 

Von 

F. Baumann. 

Mit 3 Tafeln und 6 Abbildungen im Text. 



Abdruck 

aus den 

Zoologischen Jahrbüchern. 

Herausgegeben von Prof. Dr. J. W. Spengel in Gießen, 
Abteilung für Systematik, Geographie und Biologie der Tiere. 

Dreiunddreissigster Band. 2. Heft. 

Verlag von Gustav Fischer in Jena. 
1912. 



ZZA\\^ 



■R.Epr 



Nachdruck verboten. 
Uhcrsctzungsrecht vorbchollcn . 



Erasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen 

Museums 

nebst Unters II eil im gen über die geograpliische 
Verbreitung der Batrachier in Brasilien. 

Von 

Dl-. F. Baumauu (Bern). 

Mit Tafel 4—6 und 4 Abbildnngen im Text. 



I. Brasilianische Batrachier. 

Veranlaßt durch eine größere Batrachiersammlung aus dem 
Orgel-Gebirge, der Umgebung von Parä und den Urwäldern des 
Amazonas, die dem Berner Naturhistorischen Museum von Herrn 
Prof. Dr. E. A. Goeldi geschenkt und mir zur Bestimmung über- 
lassen wurde, unterzog ich auch die anderen vorhandenen brasilia- 
nischen Batrachier einer neuen Untersuchung. Die letzteren stammen 
zum größten Teil aus der Umgebung von Rio de Janeiro, wo sie 
von Herrn Dr. Nägeli gesammelt wurden. Durch die GoELDi'sche 
Sammlung sind die brasilianischen Batrachier des Berner Museums 
in schönster Weise ergänzt worden, so daß es sich lohnt ein Ver- 
zeichnis der vorhandenen Arten zu publizieren. Wenn ich mich 
aber im Nachfolgenden nicht auf ein leeres Verzeichnis beschränkt 
habe, sondern in den meisten Fällen auf eine Beschreibung der Art 
eingetreten bin, so wurde ich dabei von dem Wunsche geleitet, durch 
•eine möglichst genaue Beschreibung der Tiere Verschiedenheiten in 
■den Angaben der Autoren in ^^^egfall zu bringen und durch Her- 

Zool. Jahrb. XXXIII. Abt. f. Syst. 7 



88 F- Baumann, 

vorheben wenig bekannter oder vernachlässigter Merkmale in Körper- 
bau, Farbe und Zeichnung ihre Charakterisierung möglichst zu ver- 
vollständigen. Es war mir dies um so eher möglich, als von der 
größereu Zahl der Arten mehrere Exemplare vorhanden sind, so 
daß ich für einige Variationsgrenzen und Mittelform in beziig auf 
Färbung und Zeichnung beschreiben und abbilden kann. In bezug 
auf die Färbung erhalten meine Angaben über einige Arten durch 
schöne nach dem lebenden Tier gemalte Abbildungen, die mir von 
Herrn Prof. Dr. Goeldi in liebenswürdiger Weise zur Verfügung 
gestellt wurden, wertvolle Ergänzungen. Durch kurzes Eingehen 
auf Lebensweise und Brutpflege der Tiere, insofern mir neuere An- 
gaben darüber zur Verfügung standen, habe ich ihr Bild auch in 
dieser Hinsicht zu vervollständigen gesucht. 

Von den Phaneroglossen sind die Firmisternia allein durch die 
Dendrobatidae vertreten, die Arcifera durch die Familien der Cysti- 
gnathidae, Bufonidae und Hijlidae. 

Die Aglossen sind durch die Pipidae vertreten. Von ihnen 
kommt nur diese Familie in der neuen Welt vor. 



Firmisternia. 

Dendrobatidae. 
Dendrobates Wagl, 

Dendrohates tinctoriiis Wagl. 

Parä. 

Die Familie der Dendrobatidae ist allein durch 2 Exemplare von 
Dendrobates tinctorius Wagl. vertreten. Die Saugballen an Finger 
und Zehen sind fast gleichgroß und wenig kleiner als das Trommel- 
fell, das ungefähr die Hälfte der Augengröße erreicht. Die warzen- 
förmige Erhebung in der Mitte des Tarsus ist vorhanden und ziem- 
lich stark entwickelt.^) Auf beiden Flanken, etwas auf die Unter- 
seite verschoben, verläuft je eine deutliche Längsfalte, wie sie von 
DüMERiL u. BiBRON ^) beschrieben wird. Das eine Exemplar ist ganz 



1) BouLENGEK, Catalogue of the Batrachia Salientia s. Ecaudata in 
the Collection of the British Museum, 1882, p. 142. 

2) Dum. et Bibr., Vol. 8, p. 653. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 89 

schwarz gefärbt, das andere zeigt auf den Oberschenkeln einige 
hellere undeutliche bräunliche Flecke. Sie würden also mehr den 
Varietäten entsprechen, die Boulenger von Panama und Santarem 
anführt, und für Parä neu sein, wenn man nicht annehmen will, daß 
die graue Farbe der Eückenseite der Parä- Varietät im Alkohol ver- 
schwinden oder undeutlich werden kann. 



Arcifera. 

Cystignatliidae. 

Elosia TscH. 

Die ganz auf Brasilien beschränkte Gattung war bis 1907 nur 
durch drei Arten vertreten. Wandolleck i) fügte eine neue, die 
E. dwi\a, hinzu. Die Sammlung des Berner Museums enthält als 
einzigen Vertreter, der aber in einigen gut erhaltenen Exemplaren 
vorhanden ist, ebenfalls eine neue Art aus dem Orgel-Gebirge, die 
deutliche und konstant auftretende Merkmale zeigt, die sie mit 
Leichtigkeit von den anderen unterscheiden lassen. 

Elosia lateristrk/ata n. sp. 

(Taf. 4 Fig. 1, la, Ib.) 

Orgel-Gebirge. 

Die Zunge ist breit und am hinteren freien Eand ganz wenig 
eingeschnitten. Die Vomerzähne stehen auf 2 kleinen rundlichen 
zwischen den ziemlich großen Choanen liegenden Höckerchen, die 
einen nach vorn offenen Bogen bilden und zwischen sich und den 
Choanen deutliche Zwischenräume erkennen lassen. Die Schnauze 
ist verlängert, vorn quer abgestutzt und trägt einen ziemlich 
scharfen Canthus rostralis. Das Nasenloch ist der Schnauzenspitze 
mehr genähert als dem Auge. Das Auge ist groß, mit horizontaler 
Pupille. Der Interorbitalraum ist breiter als ein oberes Augenlid 
und gleich der Entfernung zwischen den Nasenlöchern. Der Unter- 
kiefer ist vorn gleichmäßig abgerundet und zeigt ein kleines Spitz. 



1) Wandolleck, B., Einige neue und wenig bekannte Batrachier von 
Brasilien, in: Abh. Ber. zool. u. anthr.-ethn. Mus. Dresden, 1907, Vol. 11, 
No. 1, p. 4. 

7* 



90 F. BArilANN. 

clien. Das kreisrunde Tj'mpanum erreiclit die halbe Größe des 
Auges. Das Tarsotibialgelenk kommt, wenn die Hinterextremität 
nach vorn gelegt wird, auf die Schnauzenspitze zu liegen. 

Die Finger sind vollkommen frei, der 1. nur ganz wenig 
länger als der 2. Sie tragen am vorderen Ende scheibenartige Er- 
weiterungen, die die Größe des Tympanums lange nicht erreichen 
und deren oberer Teil durch eine vertikale Furche in zwei Abschnitte 
zerlegt Avird. 

Die Zehen tragen am Grund den Rest einer Schwimmhaut, der 
sich beidseitig in Form eines ganz schmalen Saumes bis zur letzten 
Phalange fortsetzt. Die Metatarsaltuberkel sind klein, ungefähr von 
der Größe der Zehentuberkel. 

Die Färbung der Oberseite ist eine dunkelbraune. Von der 
Schnauzenspitze zieht sich der Oberlippe entlang bis zur Schulter 
und in den meisten Fällen bis zum Ellbogengelenk eine weiße Linie. 
Eine zweite entspiingt am hinteren Augenwinkel, geht am oberen 
Rand des Trommelfelles durch, erstreckt sich bis zur Basis des Ober- 
schenkels und kann sich auch nach vorn, dem äußeren Rand der 
Orbita entlang, bis zum Nasenloch ausdehnen. 

Die vorderen Extremitäten sind braun gefärbt und tragen am 
Außeni'and des Unterarmes eine undeutliche dunkelbraune Längs- 
binde. 

Die Oberschenkel können undeutliche dunkle Querbinden tragen, 
weisen aber in den meisten Fällen nur eine dunkelbraun und weiße 
Marmorierung der Hinterseite auf. Am Unterschenkel und Fuß 
beobachtet man dunkle Flecken. 

Die Unterseite ist gelblich gefärbt mit dunklen unregelmäßigen 
Punkten, die im vorderen Abschnitt zu einer undeutlichen mittleren 
Längsbinde vereinigt sind. 

Die Körperobei'fläche ist im hinteren Abschnitt granuliert. 

Das Männchen besitzt zwei seitliche äußere Schallblasen. 

Hißlodes Fitz, 

Die Sammlung des Berner Museums enthält zwei Vertreter der 
Gattung. Davon ist der eine eine neue Art. Beide stammen aus 
"dem Orgel-Gebirge und sind in mehreren Exemplaren vorhanden. 



Brasilianische Batrachier des Berner Natiirhistorischeu Museums. 91 

Iffffwf^s goehJll n. sp, 

(Taf. 4 Fig-. 2a, 2b.) 

Orgel-Gebirge. 

Den zu Vs Mit Schwimmhäuten versehenen Zehen nach muß 
man die Art in die Nähe von H. palmaius und unter die erste Ab- 
teilung der von Boulenger^) aufgestellten Synopsis stellen. 

Der Kopf ist groß, breit, dreieckig mit zugespitztem, vorn quer 
abgeschnittenem Vorderende. Der Canthus rosti-alis ist etwas ab- 
gerundet. Die Nasenlöcher sind der Schnauzenspitze viel mehr ge- 
nähert als dem Auge. Das Auge ist groß mit horizontaler Pupille. 
Die Orbita ist breit und hoch gewölbt. Der Interorbitalraum breiter 
als die Orbita, so breit wie die Distanz zwischen den Nasenlöchern. 
Der bezahnte Oberkiefer zeigt eine Höhlung zur Aufnahme des 
Spitzchens des Unterkiefers. Die Zunge ist breit und hat ein freies 
ganzrandiges hinteres Ende. Die Vomerzähne stehen auf kleinen 
rundlichen, weit auseinanderliegenden Erhebungen zwischen den 
Choanen. Das kleine querovale Trommelfell erreicht kaum ^/g der 
Augengröße. Am Brustgürtel legt sich der rechte Coracoidknorpel 
über den linken. Das knorplige Episternum ist schmal, langgestreckt 
und vorn kuopfartig erweitert. Das Hyposternum ist breiter, platten- 
förmig, nach hinten an Breite abnehmend und ebenfalls ganz knorpe- 
lig. Die Querfortsätze der Sacralwirbel sind wenig verbreitert. 
Das Tibiotarsalgelenk des nach vorn gelegten Hinterbeines kommt 
zwischen das Auge und das Nasenloch zu liegen. Die Finger sind 
frei mit stark Tförmig ausgeprägten knöchernen Endphalangen. Die 
Endscheiben sind kleiner als das Tympanum. Die Gelenkhöcker 
sind nicht stark entwickelt. Die Zehen sind bis zu ^.^ ihrer Länge 
durch Schwimmhäute verbunden, die sich auf ihren beiden Seiten 
saumartig bis zur Endscheibe ausdehnen. Vom Tibiotarsalgelenk, 
der Innenseite des Metatarsus und auch der Außenseite der 5. Zehe 
entlang, erstrecken sich stark entwickelte Hautsäume. Die Meta- 
tarsaltuberkel sind nicht stärker entwickelt als die der Zehen. 

Die Färbung der bei dem größten Exemplar etwas granulierten 
Körperoberfläche ist eine dunkelbraune, ziemlich einheitliche. Vorder- 
und Hinterextremitäten zeigen undeutliche dunkle Querbänder, die im 
hinteren Teil des Oberschenkels durch eine weiß und braune Mar- 
morierung abgelöst werden können. Die Bauchseite und die ünter- 



1) BouLENGER, Catalogue, p. 198. 



92 ^'- Baujiänn, 

Seite der Extremitäten sind gelblich-weiß gefärbt mit einer hellbraunen 
Marmorierung, die sich auf die Seiten des Körpers ausdehnen kann. 

Hijlodes ffoUmerir Pütkr». 

Orgel-Gebirge. 

Diese mehr dem Norden von Südamerika eigene Art wurde für 
Brasilien erst im Jahre 1903 durch Boulenger ^) mit Sicherheit 
festgestellt, nachdem er allerdings schon im Katalog ^) ihr Vorkommen 
in Brasilien als wahrscheinlich annahm. Sein Material stammte aus 
Matto Grosso im oberen Flußgebiet des Amazonas, wo es von M. A. 
Robert bei Chapadä gesammelt wurde. Die Exemplare aus dem 
Orgel-Gebirge sind in schlechtem Erhaltungszustande, lassen aber 
doch, nach der guten Beschreibung von Boulenger. ihre Zugehörig- 
keit zu der Art erkennen. 



Ceratophrijs Wied. 

Ceratophrys boiei Wied. 

Orgel-Gebirge. 

Das vorliegende Exemplar stimmt im Körperbau genau mit den 
Beschreibungen von Dumeril u. Bibron^) und Boulenger*) über- 
ein. In bezug auf die Färbung möchte ich einige ergänzende Be- 
merkungen macheu. Die Körperoberfläche ist bräunlich, die Bauch- 
seite mehr gelblich gefärbt. Die Schnauze weist eine hellere Färbung 
auf und wird jederseits begrenzt von einer breiten dunklen vom 
Auge nacli dem Oberlippenrand gehenden Binde. Eine zweite un- 
deutlichere geht vom hinteren Augenrand nach dem Mundwinkel. 
Die warzigen hornartigen Fortsätze der oberen Augenlider sind von 
dunkler Farbe und werden verbunden durch eine im konkaven Inter- 
orbitalraum liegende weiße Querbinde, die vorn und hinten von 
dunklen Flecken eingefaßt wird. Die vordere zeigt eine fast vier- 
eckige Foi'm. Von einer durchgehenden Leiste von einem Orbital- 
fortsatz zum anderen kann nicht gesprochen werden, sondern sie 



1) Boulenger, Batrachians and Reptiles collected by M. A. Robert 
at Chapadä, Matto Grosso, in: Proc. zool. Soc. London, 1903, p. 69. 

2) Boulenger, Catalogue, p. 205. 

3) Dum. et Bibr., Vol. 8, p. 437. 

4) Boulenger, Catalogue, p. 223. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 93 

wird nur, wie Wandolleck ^) beobachtete, im Interorbitalraum durch 
die weiße Binde vorgetäuscht. Die beiden warzigen Längskämme 
auf dem Rücken sind hell gefärbt und werden auf der äußeren Seite 
von dunklen Längsbinden begleitet. 

Die dunklen Querbinden der Extremitäten sind undeutlich und 
mehr schräg nach oben gerichtet. Die Seiten weisen größere, die 
Unterseite kleinere dunkle Punkte und Flecken auf. 

Ceratophi'i/s cornuta Schleg. 

Brasilien. 

Von der Art sind Männchen und Weibchen vorhanden, leider 
nur in schlechterhaltenen, alten, abgeblaßten Exemplaren. Die Art- 
merkmale sind jedoch noch deutlich zu erkennen. 

Ceratophrys ornata Günth. 

Orgel- Gebirge. 

Auch die Vertreter dieser Art befinden sich in schlechtem Zu- 
stand. Die Farben sind zum größten Teil verschwunden. 

Gute Beschreibungen dieser und der vorhergehenden Art finden 
sich bei Boulenger -) und Gadow.^) Letzterer zieht auch die 
Lebensweise der Tiere in Betracht. 



Zieptodactylus Fitz. 

Leptodacti/lus iongirostfis Blngr. 

Orgel-Gebirge. 

Von Boulengee *) wird als einziger bekannter Fundort der Ort 
Santarem am Amazonenstrom angegeben. Durch die beiden Exem- 
plare aus dem Orgel-Gebirge ist nun auch ihr Vorkommen in Süd- 
Brasilien nachgewiesen. Die von Boulenger gebrachten Abbildungen 
und die kurze Beschreibung der charakteristischen Merkmale der 
Art sind vollkommen ausreichend, um die Tiere mit Sicherheit be- 
stimmen zu können. Ich möchte nur einige kleine Ergänzungen bei- 



1) Wandolleck, B., Einige neue und weniger bekannte Batrachier 
von Brasilien, in: Abb. Ber. zool. anthr.-ethn. Mus. Dresden, 1907, 
Vol. 11, No. 1, p. 9. 

2) Boulenger, Catalogue, p. 224, 225. 

3) Gadow, Amphibia and Reptiles, in: Cambridge nat. Hist., Vol. 8, 
1901, p. 215. 

4) Boulenger, Catalogue, p. 240, tab. 16 Fig. 3. 



94 F- Baumann, 

fügen. Meine Exemplare weisen eine deutlich braun und weiß ge- 
fleckte Oberlippe auf, wie sie die Abbildung Boulenger's der Seiten- 
ansicht des Kopfes übrigens deutlich zeigt, und nicht eine, wie er 
angibt, mit einem dunkelbraunen Strich versehene. Auch die Unter- 
lippe ist deutlich braun und weiß gerandet. Das dunkle Band, das, 
vom Nasenloch kommend, durch das Auge geht und im hinteren^ 
verbreiteten Teil das Tjmipanum einschließt, ist vorhanden, ebenfalls 
der aus zwei Dreiecken bestehende dunkle Fleck zwischen den 
Augen. 

Leptodactylus tißphonins Daud. 

Orgel-Gebirge. 

Über die Zugehörigkeit der 3 vorhandenen Exemplare zu dieser 
Art war ich lange im Zweifel. Es ist nicht, leicht aus den Angaben 
und Abbildungen dei' Autoren, die sich in vielen Punkten wider- 
sprechen, von denen aber die meisten die große Variationsfähigkeit 
der Tiere betonen, ein einigermaßen richtiges Bild der Art zu er- 
halten. Die regelmäßig über den Rücken angeordneten Längsfalten, 
die in größerer Zahl vorhanden sind als bei L. mystacinus. mit 
welchem sie im übrigen große Ähnlichkeit aufweisen, gaben für mich 
den Ausschlag. 

Die Zunge ist oval, hinten wenig frei und eingeschnitten. Die 
großen Vomerzähne stehen in zwei stark gekrümmten Reihen hinter 
den kleinen Choanen. Die Schnauze ist zugespitzt, länger als der 
größte Augendurchmesser und trägt die Nasenlöcher mehr der 
Schnauzenspitze genähert. Der Interorbitalraum ist nicht so breit 
wie ein oberes Augenlid. Das Trommelfell erreicht -/s — ''4 der 
Augengröße. Die Finger sind von mittlerer Länge, der 1. länger als 
der 2. Finger und Zehen sind vollständig frei und weisen auf der 
Unterseite gut entwickelte Warzen auf. 

Von den \^'arzen des Metatarsus ist die äußere nur angedeutet^ 
während die innere eine ziemliche Größe erlangt. Das Tibiotarsal- 
gelenk des nach vorn gelegten Hinterbeines kommt in die Augen- 
nähe, eher zwischen Auge und Nasenloch, zu liegen. Von den cha- 
rakteristischen Längsfalten liegen 2, nahe beieinander, zu beiden 
Seiten der Mittellinie des Körpers; 2 deutlicher ausgeprägte ent- 
springen am inneren Rand des oberen Augenlides und gehen über 
das Kreuzbein nach hinten; 2 weitere nehmen ihren Ursprung am 
hinteren Augenwinkel und gehen, am oberen Rand des Tympanums 
vorbei, den Flanken entlang bis zur Basis des Oberschenkels; zwischen 



Brasilianische Batrachier des Beruer Naturhistorischen Museums. 95 

die letzten und die vorletzten können sich noch weniger deutlich 
entwickelte und angeordnete einschieben. Die Farbe ist im jetzigen 
Zustand eine dunkelbraune, war ursprünglich vielleicht olivenfarbig, 
mit wenigen undeutlichen dunklen Flecken. Alle besitzen ein dunkles 
Band, das vom Nasenloch kommend durch das Auge geht, allmäh- 
lich breiter wird, das Tympanum einschließt und sich in der Schulter- 
gegend verliert. Eine ganz ähnliche Zeichnung soll nach Boulengee^) 
L. mystacinus aufweisen. Bei einem Exemplar kann man zwischen 
den Augen eine aus zwei nebeneinander liegenden dunklen Dreiecken 
bestehende Figur beobachten. Das Trommelfell ist dunkelbraun 
gefärbt. Die Extremitäten weisen undeutliche, aus einzelnen Flecken 
zusammengesetzte Qiierbinden auf. Die hintere Seite der Ober- 
schenkel zeigt eine hell und dunkle Marmorierung. Vom inneren 
Rand des Tibiotarsalgelenkes bis zur inneren Metatarsalwarze er- 
streckt sich auf der Unterseite des Fußes ein deutliches weißes 
Band. Die Unterlippe besitzt einen dunkelbraunen Rand, der regel- 
mäßig angeordnete weiße Flecke einschließt. Die Bauchseite und 
die Unterseite der Extremitäten sind gelblich- weiß gefärbt und 
weisen eine braune Punktierung und Marmorierung auf, die gegen 
Brust und Kehle intensiver wird. Von den weißen Streifen auf dem 
Rücken , die nach Boulenger ^) und Dumeril u. Bibron "), nach 
letzteren Autoren auch auf den Oberschenkeln, vorkommen können, 
konnte ich keine Spur entdecken. Spix soll sie nach Peters' ^) Aus- 
führungen in seinen Figuren (tab. 3 fig. 1, 3) zu deutlich hervor- 
gehoben haben. Die Tiere sind ungefähr von gleicher Größe und 
messen von der Schnauzenspitze bis zum After 19 cm. 

Leptodaetfjlna oceUatus Wagl. 

Die Sammlung enthält Exemplare aus Rio de Janeiro, aus dem 
Orgel-Gebirge, aus dem Süden von Brasilien und aus Argentinien. 
Die meisten befinden sich in schlechtem Zustand, zum Teil sind es 
alte abgeblaßte Exemplare, zum Teil vertrocknete. Die Farben sind 
bei keinem mehr einigermaßen erhalten. Das eine Männchen zeigt 
aber sehr deutlich die beiden stark entwickelten, mit hornigen Fort- 
sätzen versehenen Erhebungen an der Innenseite des 1. Fingers. 



1) BoüLENGEE, Catalogue, L. mystacinus. p. 244. 

2) BouLKKGER. Catalogue, L. Hiyphonkis, p. 246. 

3) Dum. et Bibr., Vol. 8, p. 402. 

4) Peters, in: Monatsber. Acad. Wiss. Berlin, 1872, p. 2i'il. 



96 F. Baumann, 

Bvfonidae» 
Bufo Laük. 

ÜHfo itiarinus Schneidee. 

(Biifo agiia Daud.) 

Von dieser in ganz Brasilien häufig- vorkommenden Kröte ent- 
hält die Sammlung Exemplare aus Südbrasilien, aus dem Orgel- 
Gebirge und von Parä in verschiedenen Größen und Altersstufen. 
Neben ganz jungen Tieren von nicht einmal 3 cm Länge sind solche 
von 20 cm Länge vorhanden. Ohne näher auf den Körperbau ein- 
treten zu wollen, möchte ich auf die interessanten Farbenunterschiede 
zwischen jungen und alten Tieren aufmerksam machen, wie dies 
schon von Gauow^) getan wurde. Die Färbung der mir zur Ver- 
fügung stehenden jungen Exemplare aus dem Orgel-Gebirge ist aller- 
dings eine etwas andere, als sie von dem genannten Autor be- 
schrieben wird. Die Oberseite zeigt eine gelblich-braune Farbe mit 
über den ganzen Rücken verstreuten dunkelbraunen Flecken, die 
aber im Gegensatz zu den Angaben Gadow's, nach welchen sie weiß 
gesäumt sein sollen, schwarz umrandet sind. An den Extremitäten 
können sie zu undeutlichen Querbinden vereinigt sein. Zwischen 
den Augen und vom unteren Augenrand zum Mundwinkel können 
helle Binden auftreten. Die Warzen der Rückenseite weisen in den 
meisten Fällen eine hellere Färbung auf Die Farbe der Unterseite 
ist grau bis bräunlich mit größeren oder kleineren hellen Flecken. 
Die ausgewachsenen Tiere sind dunkelbraun gefärbt, ungefleckt oder 
mit großen unregelmäßigen schwarzen Flecken versehen. Ihre 
Bauchseite ist von hellerer Farbe, ungefleckt oder weist bräunliche 
Flecken auf 

Bufo cruvAfer Wied. 

Rio de Janeiro. 

Die Art muß in Brasilien häufig sein. Das vorhandene Exemplar 
ist etwas abgeblaßt, zeigt aber die bräunliche Grundfarbe mit 
schwarzen Flecken noch deutlich. Die schwaiz und gelbe Marmo- 
rierung der Flanken und der Hinterseiten der Extremitäten ist aller- 
dings verschwunden, wenn sie überhaupt je vorhanden war. Sie 

1) Gadow, H., Amphibia aud Eeptiles. in: Cambridge nat. Hist.. 
Vol. 8, 1901, p. 179. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 97 

wird übrigens nur von Boulengee ') angeführt, während sie Dumeril 
11. BiBEON -) nicht kennen. Die charakteristischen und guten Unter- 
scheidungsmerkmale gegenüber B. marinus sind vorhanden. Als 
solche möchte ich vor allem die in die Länge gezogenen Parotiden, 
die aus Warzen gebildete, hinter der Parotis beginnende laterale 
Falte, die dunkle breite Binde, die sich vom hinteren Augenrand 
nach dem Mundwinkel erstreckt und das Trommelfell, das ^,'4 der 
Augengröße erreicht, einschließt, anführen. Weniger charakteristisch 
ist die vertebrale, beidseitig dunkel gerandete weißliche Binde, die, 
wie wir sehen werden, auch bei den Jugendformen von B. typhonius 
vorkommen kann. 

Vergleicht man das Exemplar der Berner Sammlung mit den 
von Wandolleck ^) gebrachten Abbildungen und seiner Beschreibung 
der beiden Exemplare des Dresdener Museums, so stimmt es in der 
Farbe mehr mit dem in fig. 5 abgebildeten Tier überein. In der 
Zeichnung dagegen zeigt es ziemliche Abweichungen. Zwischen den 
Augen ist^ eine Spur von einer dunklen Querbinde vorhanden. Die 
schwarzen Flecken bilden mehr zusammenhängende Streifen zu 
beiden Seiten der hellen vertebralen Linie. Die schwarze Binde 
hinter dem Auge läßt sich nicht wie bei seinen Exemplaren in ein- 
zelne Teile auflösen. 

Jiuf'o ttjphoniiis Schneid. 

Parä. 

Die Sammlung enthält 3 junge und 2 alte Exemplare. Wenn 
ich trotz der ausführlichen Beschreibung von Dumeril u. Bibuon*) 
auf die Art näher eingehe, so möchte ich vor allem eine genaue 
Charakterisierung der jungen Exemplare geben, die von den alten 
in mancher Hinsicht so stark abweichen, daß man auf den ersten 
Blick geneigt ist, sie für eine eigene Art zu halten. Allerdings 
fallen sofort, auch bei den jüngsten, die merkwürdig nach hinten 
verbreiterte Körpergestalt und die vorspringenden Mundwinkel auf. 
Der Kopf ist bei dem jüngsten Exemplar ganz flach und besitzt 
noch keine Spur der steifen kammförmigen Überragung des Innen- 



1) Boülenger, Catalogue, p. 316. 

2) Dum. et Bibr., Bufo melunoti.^, p. 710. 

b) Wandolleck, B., Einige neue und wenig bekannte Batrachier 
von Brasilien, in: Abb. Ber. zool. anthr.-ethn. Mus. Dresden, 1907, 
Vol. 11, p. 13. 

4) Dum. et Bibr., Bufo uiargantifer Daud., p. 718. 



98 



F. Baümaxx, 



randes des oberen Augenlides (Text%. Aa). Die warzige Seiten- 
linie entspringt noch direkt am hinteren Augenwinkel und ist nur 
schwach entwickelt. Die Farbe ist eine hellbraune mit dunklen 
unregelmäßig angeordneten Flecken auf dem Rücken und deutlichen 
Querbinden an den Extremitäten. Von der Schnauzenspitze zum 
After geht ein helles beidseitig schwarz gerandetes Band. Die 
Farbe der Unterseite ist eine gelbliclie. Die Außenseite des Unter- 
armes und der Hand und die Unterseite des Fußes sind schwarz 
gefärbt. An den beiden anderen Exemplaren läßt sich sehr deut- 
lich die Entstehung der steifen Kämme am Innenrand der oberen 
Augenlider beobachten (Textfig. Ab, c). Das eine Exemplar zeigt 
zwischen der Parotis und dem hinteren Augenwinkel eine deutliche 







Fig. A. Bnfo Uiphonius. 
Eutwicklung der Seiteukämme des Kopfes 



stärkere kantenförmige Entwicklung der Seitenlinie, die sich aber 
noch nicht aufgerichtet hat und sich nach vorn nur in undeutlichen 
warzenförmigen Erhebungen über das obere Augenlid fortsetzt 
(Textfig. Ab). Am anderen älteren Exemplar hat sich der be- 
schriebene hintere Teil schon aufgerichtet, und auch über dem Auge 
macht sich ein kleiner Kamm bemerkbar (Textfig. A c). Die Farbe 
der Tiere ist eine dunklere. Die helle vertebrale Mittellinie ist 
undeutlicher geworden. Von warzenförmigen vertebralen Erhebungen 
auf dem vorderen Abschnitt des Rückens kann man noch nichts 
beobachten. Die Unterseite weist eine mehr graue Färbung auf. 

Die alten Tiere zeigen die beiden Augenkämme, die sich nach 
vorn bis zur Schnauzenspitze fortsetzen, nach hinten über die Paro- 



Brasilianische Batrachier des Benier Naturliistorischen Museums. 99 

tideii hinausgehen und sich in die Seitenlinien verlieren, in mon- 
ströser Weise entwickelt (Textflg-. A d). Die Rückenlinie wird im 
vorderen Abschnitt von 5 längsofespaltenen warzenförmigen Er- 
hebungen überragt. Die vertebrale helle Linie ist g-anz undeutlich 
geworden. Die Grundfarbe der Tiere ist ein dunkles Graubraun, 
das auf der Bauchseite etwas heller wird. Das eine Exemplar ist 
ganz ungefleckt, das andere weist zwischen den Augen eine schwarze 
Binde und längs der Rückenlinie sj^mmetrlsch angeordnete schwarze 
Flecken auf. Die dunklen Querbänder der Extremitäten sind fast 
vollständig verschwunden. 

Hylidae. 
Hyhf Laue. 

H !jla a2Jpendiculata Bh^GR. - :, r^^/ '^^ 

Parä. 

Von dieser Art ist nur 1 junges, aber gut erhaltenes Exemplar 
vorhanden. Die Färbung des Tieres zeigt neben der rötlich-braunen 
Farbe und dem dunklen xförmigen P'leck des Rückens eine Menge 
kleiner über die ganze Körperoberfläche regelmäßig verteilter dunkel 
braunroter Punkte. Es ist dies ein Merkmal, das weder von Bue- 
meistee') noch von Boulengee -) erwälmt wird. Da aber die 
anderen charakteristischen Merkmale, wie Stellung der Vomerzähne, 
Ausdehnung der Schwimmhäute, vor allem aber der W'eiße. dunkel 
gerandete Fleck der Hacke und die Hackenwarze selbst, genau 
mit ihren Angaben übereinstimmen, so haben wir es wahrscheinlich 
mit einer Jugendfärbung zu tun, die mit zunehmendem Alter ver- 
schwindet. Auch eine zweite Abweichung, die schwarze im hinteren 
Teil nocli zusammenhängende Färbung der Seiten, die sich nach 
vorn schon in einzelne Querbinden auflöst, läßt sich wahrscheinlich 
auf den gleichen Grund zurückführen. Die Seiten des ausgewachsenen 
Tieres zeigen nach Boulengee fast immer schwarze vertikale Binden. 

H{ßla faber \Vied. 
Orgel-Gebirge. 
Die Exemplare stammen aus der Colonia Alpina bei Theresopolis 



1) BuemeiSTEE, Erlcäuterungen zur Fauna Brasiliens, IlijJa geographica 
Spix, p. 99. 

2) Boulengee, Catalogue. p. 349. 



100 F. Baumann, 

im Orgel- Gebirge. Au Hand sorgfältiger Beobachtungen hat 
Prof. Dr. E. A. Goeldi interessante Mitteilungen über das Leben 
und die Brutpflege in den Proceedings of the Zoological Society 
of London ^) veröffentlicht. Er beschreibt darin den nächtlichen 
Bau der kraterförmigen, kreisrunden Nester am Rande von Wasser- 
ansammlungen und konnte auch die Entwicklung der Jungen be- 
obachten. Über die Farbe der Tiere macht er ebenfalls einige An- 
gaben. Die Tiere sind nach seinen Beobachtungen im Lichte ganz 
blaß; die gleichen Individuen zeigen in der Nacht sowohl den 
mittleren schwarzen Längsstreif wie auch die dunklen Querstreifen 
an den Beinen sehr deutlich. 

Als gute Abbildung des Tieres führt er diejenige des Prinzen 
Maximilian v. Wied ^) an, nur zeigt die Unterseite nach seinen 
Beobachtungen eine orangerote Färbung und nicht eine weiße, wie 
sie Prinz Max abbildet. Eines der konservierten Exemplare weist 
noch Spuren dieser Färbung auf^ während von den dunklen Zeich- 
nungen auf dem Rücken nichts zu bemerken ist. 

Hyla pardalis Spix. 

Orgel-Gebirge. 

Die Angaben dei- Autoren über diese Art weisen in mancher 
Hinsicht ziemlich große Verschiedenheiten auf. Es betrifft dies vor 
allem die Beschreibung der Extremitäten, namentlich die Angaben 
über die Ausdehnung der Schwimmhäute. So gibt Burmeister ^) 
nur eine kurze halbe Schwimmhaut zwischen den 3 äußeren Fingern 
der Hand an, Boulenger^) ebenfalls, während Peters") nach 
meiner Ansicht in jeder Hinsicht die beste und genaueste Be- 
schreibung des Tieres bringt. Nach ihm erstreckt sich die Schwimm- 
haut zwischen den 3 äußeren Fingern, beim 2. und 4. bis zur Mitte 
des vorletzten Gliedes, beim 3. bis an die Basis des vorletzten, geht aber 
an allen saumförmig bis zum letzten mit einer Haftscheibe versehenen 
Gliede. Es würde dies mehr als ^3 der ganzen Fingerlänge ausmachen. 



1) GOELDI, Emil A., Contribution of the knowledge of the breeding- 
habits of some Tree-Progs (Hylidae) of the Serra dos Orgäos, Rio de 
Janeiro, Brasil, in: Proc. zool. Soc. London, 1895, p. 89 — 93. 

2) W]ED, Abbildungen zur Naturgeschichte Brasiliens, tab. 49. 

3) Burmeister, Erläuterungen, Hyla lundü, p. 101, tab. 31, fig. 5. 

4) Boulenger, Catalogue, p. 354. 

5) Peters, in: Monatsber. Acad. AViss. Berlin, 1872, p. 208. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 101 

Mein Exemplar stimmt am besten mit den Angaben von Petebs 
überein, zeigt aber auch zwischen dem 1. und 2. Finger eine kleine 
Schwimmhaut, die nicht nur die Mittelhandglieder, sondern auch noch 
die 1. Fingerglieder einschließt. Über die Verhältnisse des Fußes 
sind die Angaben nicht so abweichende, allerdings sind auch hier 
diejenigen von Peters die genauesten. Der Hautsaum am äußeren 
Eand des 4. Fingers erstreckt sich bei meinem Exemplar über den 
ganzen Unterarm bis zum Ellbogengelenk, zeigt aber keine „wellen- 
förmige Schlängelung", wie sie Bürmeister an seinem Exemplar 
beobachtet, dafür ist eine solche, im Gegensatz zu seinen Angaben, 
am Hautsaum des Fußes ausgebildet und endigt in der gut ent- 
wickelten Hackenwarze. Die Haut des Kopfes und des Rückens 
zeigt eine feine Chagrinierung und die bei allen Autoren angeführten 
zerstreuten warzenförmigen Erhebungen. 

Die Färbung der Körperoberfläche scheint mir gut erhalten zu 
sein. Sie besteht aus einem gelblich-braunen Grundton mit einem 
rötlichen Einschlag, der an den Oberschenkeln noch sehr gut zu 
beobachten ist, und einer dunkelbraunen Marmorierung, die den 
Grundton stark verdeckt. Die dunklen doppelten Querstreifen der 
Seiten und auch die dunklen Querbänder der Extremitäten sind vor- 
handen. Die Unterseite ist gelblich- weiß, unbefleckt und zeigt eine 
grobe Granulation des hinteren Teiles und der Oberschenkel, die 
nach vorn allmählich kleiner wird. 

Hyla alboniai'f/inata Spix. 

Brasilien. 

Es ist dies eine häufige Art, die ziemlich über ganz Brasilien 
verbreitet vorkommt. Unter dem Namen werden von Boulenger ^) 
und schon von Peters -} die H. albomarginata von Spix ■'), die H. infulata 
von WiED*) und Bürmeister^) und die H. punctata von Wied ver- 
einigt, trotzdem sie ziemliche Abweichungen aufweisen. Ob wir es 
nur mit Variationen oder mit verschiedenen Arten zu tun haben, 
möge hier dahingestellt bleiben. Ich vermisse in den Beschreibungen 
von Dumeril u. Bibron'') und Boulenger Angaben über den Rand- 



1) Boulenger, Catalogue, p. 356. 

2) Peters, in: Monatsber. Acad. Wiss. Berlin, 1872, p. 208. 

3) Spix, Spec. Nov. Test. Ran., p. 33, tab. 8, fig. 1. 

4) Wied. Abbildungen. 

5) Burmeister, Erläuterungen, p. 97, tab, 30, fig. 1—6. 

6) Dum. et Bibr., p. 555. 



102 F. Baumann, 

saum am Unterarm, an der Hand nnd am Fuß. der beim vorliegenden 
Exemplar allerdings fehlt, bei H. infulata nach Burmeistek deutlich 
ausgeprägt sein soll. Eine deutliche Hautquerfalte über dem After, 
auch eine große Hackenwarze, wie sie der letzte Autor für seine 
Art angibt, sind zu beobachten. In bezug auf die Färbung weisen 
die Angaben und Figuren der verschiedenen genannten Autoren die 
größten Unterschiede auf. Wenn man die Abbildungen von Wied, 
Spix und BuRMEisTER vergleicht, so steigen einem unwillkürlich 
Zweifel auf, ob man es, trotz der großen Farbenvariationsfähigkeit 
der Tiere, wirklich mit der gleichen Art zu tun hat und ob nicht 
BüRMEisTER mit Recht seine H. infulata, die er lebend beobachtet 
und gezeichnet hat, von der H. alhomarginata abtrennt. Alkohol- 
exemplare sollen allerdings, Avie er selbst angibt, kaum mehr von- 
einander zu unterscheiden sein. Das Exemplar der Berner Samm- 
lung ist ganz abgeblaßt, zeigt aber die feinen über die ganze Ober- 
fläche und die Extremitäten verteilten dunklen Punkte, die sich 
sogar auf das Trommelfell ausdehnen, noch sehr deutlich. 

Uf/la hofdis Daud. 

Parä. 

Das vorliegende Exemplar ist ein junges Tier, doch "lassen sich 
die charakteristischen Eigenschaften der Art leicht erkennen. Die 
Vomerzähne sind in zwei Bogen angeordnet, die nach vorn kon- 
vergieren und deren innerer Schenkel sehr kurz ist. ^) Eigentlich 
konnte ich nur eine Schwimmhaut, die nicht einmal ^L der Finger- 
länge erreicht, zwischen dem 3. und 4. Finger konstatieren, 
während die anderen ganz frei sind. Boulenger^) beschreibt eine 
ganz kleine SchAvimmhaut zwischen den 8 äußeren Fingern; nach 
CoPE erreichen sie '/g der Fingerlänge, während nach Burmeister ^) 
die Finger ganz frei sind. Die Zehen sind zu % durch Schwimm- 
häute verbunden. Das Trommelfell hat, wie Cope angibt, ungefähr 
die halbe Augengröße. Die Haut ist glatt; die drüsenreiche Haut- 
falte vom Auge über das Trommelfell zur Schulter ist vorhanden. 
Auf sie setzt sich der schw^arze Streifen fort, der von der Schnauzen- 
spitze über den Canthus rostralis zum Auge geht. Die Farbe des 
Tieres ist eine graubraune mit deutlich ausgeprägten über Kopf, 



1) Cope, in: Proc. Acad. nat. Sc. Philadelphia, 1862, p. 353. 

2) Boulenger, Catalogue, p. 360. 

.3) Burmeister, Erläuterungen, p. 108. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 103 

Rumpf und Extremitäten verteilten Querbinden und einer deutlichen 
dunklen mittleren Längslinie. Die Schnauzenspitze, der äußere Rand 
des Unterarms und der Hand und derjenige des Unterschenkels und 
des Fußes sind dunkelbraun. Die Oberseite des Tieres trägt un- 
regelmäßig über Rücken und Extremitäten verteilte runde schwarze 
Punkte. Die Gularregion ist gegen die weiße Unterlippe zu ganz 
fein schwarz punktiert. Charakteristisch für die Art ist ferner die 
scharfe gekerbte, schon von Buemeistee beschriebene Querkante 
über dem After. 

Hfjla venulosa Daud. 
(Taf. 5 Fig. la, Ib). 
Parä. 

Die Art ist schon den ältesten Autoren bekannt und wahrschein- 
lich der Zahl der vorhandenen Exemplare nach keine seltne. Im 
großen und ganzen stimmen sie mit den ausführlichen Beschreibungen 

von DUMEEIL U. BlBEON^), BüRMEISTEE "), PeTERS ^) UUd BOULENGER ^) 

überein, die allerdings unter sich auch wieder Abweichungen zeigen. 
In einigen Punkten glaube ich kleine Ergänzungen machen zu 
können. Es betrifft dies vor allem die Vomerzähne, die auf einer 
Erhebung mit dem hinteren Rand der Choanen stehen und die nicht, 
wie Burmeister angibt, sich genau in der Mitte zwischen den 
Choanen vorfinden. Sie bilden bei allen vorliegenden Exemplaren 
eine in der Mitte deutlich unterbrochene transversale Reihe, deren 
beide Hälften schwach bogenförmige Gestalt besitzen, mit ihren 
ottenen Seiten nach hinten weisen und aus 8 — 10 kräftigen Zähnen 
bestehen. 

Auch in bezug auf die Färbung der Art glaube ich einige be- 
stimmtere Angaben macheu zu können. 

Nach allen Autoren weist die Art eine braune Färbung des 
Rückens auf, die gewöhnlich mit dunkleren Zeichnungen von ganz 
verschiedener Form und Lage versehen ist. Peters bezeichnet die 
Figur von Spix ^) (Hyla Sonata) als eine ziemlich gute. Sie zeigt 
eine dunkle Färbung des Rückens, die zu beiden Seiten von breiten 



1) DuMERiL et BiBRON, H;/Ia venulosa Daud,, tab. 8, p. 560. 

2) Burmeister, Erläuterungen, Eyla venulosa Daud., p. 106. 

3) Peters, in: Monatsber. Acad. Wiss, Berlin, 1872, H/jla reinilosa 
Daud., p. 219. 

4) BouLENGER, Catalogue, p. 364, 

5) Spix, Spec nov. Test, Ran,, p. 41, tab. 12, fig. 1, 

Zool. Jahrb. XXXIII. Abt. f. Syst. 8 



F. Baumans, 




Fig. B. Hyla vcnnlosa 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistoriscben Mnseums. 105 

hellen Streifen, die im hinteren Teile des Körpers in eine helle und 
dunkle Marmorierung übergehen, begrenzt wird. Die Extremitäten 
sind hellbraun gefärbt und weisen breite dunkle Querbinden auf, 
wie sie übrigens von den meisten Autoren angegetfen werden. Unter 
den vorliegenden Exemplaren finden sich solche, die fast genau mit 
der Abbildung von Spix übereinstimmen. Es kann noch eine mehr 
oder weniger deutliche Marmorierung der Hinterseite der Ober- 
schenkel hinzutreten, die übrigens Petees auch am Original der 
zweiten Figur auf derselben Spix'schen Tafel beobachtet hat und 
das er auch als H. venulosa ansieht. 

Bei keinem Exemplar fehlen die seitlichen hellen Längsbinden 
ganz. Sie können sich mehr oder weniger deutlich abheben und 
auch in ihrer Ausdehnung nach hinten mehr oder weniger weit er- 
strecken. Gewöhnlich beginnen sie direkt hinter dem Auge und 
schließen den drüsenreichen Wulst über dem Trommelfell in sich 
ein. Im weiteren kann auch die dunkelbraune Farbe des Eückens 
mehr oder weniger große hellere oder dunklere Flecken aufweisen. 

In den Textfiguren Ba, Bb, Bc soll die gioße Variations- 
fähigkeit der Art in bezug auf die Zeichnung zur Darstellung ge- 
bracht werden, a und c sind die am weitesten auseinanderliegenden 
Formen der vorhandenen Exemplare. Während die hellen seitlichen 
Längsbinden bei a noch ganz nach hinten gehen, verschwinden sie 
bei c allmählich im dunkelbraunen Grundton der Körperoberfläche. 
b repräsentiert eine Mittelform oder wegen ihrer unsymmetrischen 
Zeichnung besser eine der Mittelform nahestehende. Die hellen Binden 
sind auf die vordere Körperhälfte beschränkt und nach hinten scharf 
abgegrenzt, a und b zeigen noch regelmäßig angeordnete dunkle 
Querbinden auf den Extremitäten. Bei c sind sie ganz undeutlich 
geworden und durch unregelmäßig angeordnete dunkle Striche ersetzt. 

Die Figuren la und Ib der Taf. 5 sind nach den lebenden 
Tieren gezeichnet und zeigen die natürlichen Farben. Auffallend 
sind die grünen Saugballen des ausgewachsenen Tieres. 

Hyla resinifictrix Goeldi. j^ , :, 

(Taf. 5 Fig. 2.) ( 

Amazonas. 

Von diesem interessanten Laubfrosche aus den Urwäldern des 
Amazonas ist leider nur ein einziges etwas beschädigtes männliches 
Exemplar vorhanden. Dagegen besitzt das Berner Museum eine 
Reihe der großen Baumnester und dicken Harzböden, die das Tier 

8* 



106 F. Baumann, 

herstellt. Ich möchte an dieser Stelle an Hand der ausführlichen 
Publikation von Prof. Dr. E. A. Goeldi in den Proceedings of the 
Zoological Societ}' of London^), nach der nach dem lebenden Tier 
aufg-enommenen farbigen Abbildung- (Taf. 5 Fig-. 2) und nach dem vor- 
handenen Exemplar eine kurze zusammenfassende Beschreibung der 
charakteristischen Eigenschaften der Art geben. Im ferneren lohnt 
es sich hier auf die höchst interessante Brutpflege des Tieres, die 
von Goeldi an Hand langjähriger Beobachtungen mit Sicherheit 
festgestellt wurde, mit einigen Worten einzutreten. 

Die Zunge ist herzförmig. Die Zähne des Yomers stehen in 2 nach 
vorn konvergierenden Reihen zwischen den großen Choanenöffnungen. 
Der Kopf ist von oben gesehen halbkreisförmig, groß und so lang wie 
breit- Die Nasenregion fällt in einem rechten Winkel zum Maule ab. 
Der Interorbitalraum ist breiter als die Orbita. Das Trommelfell ist 
deutlich ausgeprägt, kreisrund und wenig kleiner als das Auge. Die 
3 äußeren Finger sind bis zur Hälfte durch SchAvimmhäute verbunden, 
und auch zwischen dem ersten und zweiten ist die Spur einer solchen 
vorhanden. Der erste weist kein Daumenrudiment auf. Alle tragen 
gut entwickelte Saugballen, die aber die Größe des Trommelfelles 
nicht erreichen. Die Zehen sind bis zu -3 ihrer Länge durch 
Schwimmhäute verbunden und tragen auf jeder Seite einen bis zum 
Endglied gehenden Saum. Die Saugballen sind kleiner als die der 
Finger. Das Tibiotarsalgelenk kommt, wenn die hintere Extremität 
nach vorn gelegt wird, zwischen das Auge und die Schnauzenspitze 
zu liegen. Die Hacke zeigt keinen Anhang. Die Farbe der 
warzigen Oberfläche ist eine gelblich-grüne mit dunkelbraunen 
Flecken. Zwischen dem vorderen Augenrand und den Nasenlöchern 
tritt ein trapezförmiger dunkler Fleck auf. Der Zwischenraum 
zwischen den Augen wird von einer hellen Binde eingenommen. Vom 
hinteren Augenrand bis etwas hinter die Schulter erstreckt sich 
wieder ein dunkler Fleck, der durch einen helleren Zwischenraum 
von der ebenfalls dunkel gefärbten Kreuzbeinregion getrennt wird. 
(Hier weicht die Abbildung Fig. 2, Taf. 5 etwas vom vorhandenen Exem- 
plar ab.) Arme und Beine tragen dunkle Querbinden. Wegen Einzel- 
heiten und Variationen der Zeichnung verweise ich auf die ausführliche 
Beschreibung und die guten Figuren der GoELufschen Abluvndlung. 



1) Goeldi, Emil A., Description of Hyla resinifictrix Goeldi, a 
uew Amazoniau Tree-Frog peculiar for its breeding-habits, iu : Proc. zool. 
Soc. London, 1907. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 107 

Die Unterseite ist hell grüiilich-g-elb und warzig. Das Männchen 
trägt seitlich hinter dem Mundwinkel 2 große Schallblasen. Die 
Saugballen an Finger und Zehen sind von grüner Farbe, gleich wie 
bei der nahe verwandten H. venulosa. 

Die Tiere bewohnen hohle Baumäste, die sie mit Harzen aus- 
kleiden, durch einen dicken meist etwas vertieften Boden abschließen 
und so die Höhlung in einen ausgezeichneten Wasserbehälter um- 
wandeln. Darin machen die Jungen ihre wahrscheinlich kurze Ent- 
wicklung durch. 

Hyla poJytaenia Cope. 

Orgel-Gebirge. 

Die Art ist nach Goeldi ^) im Orgel-Gebirge häufig, wo er sie 
in der Colonia Alpina bei Theresopolis während der Nacht bis zu 
^2 Dutzend und mehr fangen konnte. In der gleichen Publikation 
macht er einige Angaben über die Brutpflege des Frosches, der 
seine Eier in Klumpen an Wasserpflanzen hängt. Die Metamorphose 
geht langsam vor sich; die Jungen brauchen wahrscheinlich ein 
ganzes Jahr zu ihrer vollständigen Entwicklung. Da eine größere 
Anzahl dieser hübschen Hyla vorhanden ist,' so möchte ich bestimmtere 
Angaben über einige charakteristische Merkmale machen, besonders 
was Farbe und Zeichnung anbetrifft. Der Beschreibung von Bou- 
LENGEK ^) ist beizufügen, daß über dem elfter, wie bei H. doans, eine 
scharfe meist gekerbte Querfalte vorkommt, die bei allen Exemplaren 
deutlich zu beobachten ist. Die Färbung der Tiere ist eine hell 
olivenfarbene bis gelblich-bräunliche mit dunklen braunen Längs- 
streifen. Diese zerfallen in 7 breitere Hauptstreifen, die eine be- 
stimmte Orientierung auf dem Körper aufweisen und in dazwischen 
liegende schmalere, linienartige, die sich bei einigen Exemplaren in 
länglich ovale Punkte auflösen. Die Hauptstreifen, die ebenfalls in 
einzelne Teile zerfallen können (Textfig. Cb), bei den meisten 
Exemplaren aber ungeteilt sind (Textfig. Ca), zeigen folgende An- 
ordnung: ein mittlerer vertebraler Streifen geht von der Schnauzen- 
spitze zur Querfalte über dem After. Zu beiden Seiten wird er 
flankiert von zwei anderen, die auch an der Schnauzenspitze ent- 
springen, bis zum Auge allmählich an Stärke zunehmen, dem inneren 
Rand des Augenlides entlang gehen und sich gleichweit nach hinten 



1) GOELDI, in: Proc. zool. Soc. London, February 5. 1895, p. 93. 

2) BouLENGER, Catalogue, p. 394. 



108 



F. Bal'jiann, 



erstrecken wie der erste. Die übrigen vier sind immer weiß ein- 
gefaßt und liegen je zwei auf den Flanken des Tieres. Der eine, 
der breiteste von allen, entspringt auch an der Schnauzenspitze, geht 
durch das Auge und schließt das Tympanura in sich ein; der andere 
entspringt am Mundwinkel und ist bei jungen Tieren undeutlich. 





Fig. C. Hyla iwlytaenia. 

Die Querfalte über dem After ist dunkelbraun gefärbt und zeigt 
einen oberen weißen Saum. An den Extremitäten beobachtet man 
ebenfalls eine deutliche Längsstreifung. Der Außenrand des Unter- 
armes und der Hand, auch derjenige des Unterschenkels und des 
Fußes weisen immer eine breitere, dunkle, auf beiden Seiten weiß- 
gesäumte Längsbinde auf. Diejenige des Unterschenkels geht auch 
auf die kleine häutige Hacken warze über. 



Hyla rubra Daud. 
Parä. 

Es muß dies eine der häufigsten und weitverbreitetsten Arten 
Südamerikas und speziell Brasiliens sein.') Während Körpergestalt 
und Größe keinen großen Schwankungen unterworfen sind, weist 
die Färbung eine weitgehende Yariationsfähigkeit auf. Die vor- 
handenen Exemplare zeigen alle möglichen Übergänge zwischen der 
stark gefleckten Varietät x signata (Textfig. Da), die von Spix-) 



1) Burmeister, Erläuterungen, p. 109. 

2) Sl'lX, Spec. nov. Test. Ran., p. 40, tab. 11, fig. 3. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 



109 



als eigene Art angesehen wird, während schon Dumeril u. Bibron^) 
und dann später auch Peters -) ihren Charakter als Varietät er- 
kannt haben, und der mehr eintönig gefärbten dunkleren eigentlichen 
H. rubra (Textfig. Db). Der Grundton des Körpers schwankt 
zwischen einem hellen Gelblich-grau und einem dunklen Braun. Mit 
ziemlicher Konstanz tritt der dreieckige Fleck zwischen den Augen 
auf, und auch die xförmige Figur auf dem Rücken ist meistens vor- 
handen. 





Fig. D. Hyla rubra. 



Parallel zu ihren Schenkeln verläuft gewöhnlich ein von der 
Schnauzenspitze kommender schwarzer Streif, der das Auge schneidet, 
oberhalb des Trommelfelles durchgeht und in den meisten Fällen 
hinter der Schulter endigt. Bei einigen Exemplaren kann man ihn, 
in einzelne Punkte aufgelöst, noch weiter nach hinten verfolgen. 
Der hintere Teil des Rückens zeigt in der Regel unregelmäßig an- 
geordnete dunkle Flecken. Die Extremitäten sind bei den heller ge- 
färbten, mehr gegen die Varietät x signata hinneigenden Vertretern 
der Art gewöhnlich mit dunklen Querbinden versehen, die an den 
Oberschenkeln durch eine schwarz und weiße Marmorierung ab- 
gelöst werden können. Am stärksten ist sie bei einigen dunklen 
Exemplaren, wo sie auf der inneren und äußeren Seite sogar über 
den ganzen Oberschenkel verteilt vorkommen kann und große weiße 
oder gelblich- weiße Stelleu einschließt. Eine ähnliche Marmorierung 



1) Dum. et BiBR., Vol. 8, p. 592. 

2) Peters, iu: Monatsber. Acad. Wiss. Berlin, 1872, p. 207 u. 218. 



110 F. Baumann, 

können auch die Seiten aufweisen. Die Unterseite ist immer weiß 
und ungefleckt. Gegen den ünterlippenrand zu kann man bei einigen 
eine bräunliche Schattierung beobachten. 



PJiylloinediisa Wagl. 

Die Gattung ist allein vertreten durch Ph. burmeisfen Blnge. 
und Ph. hijpochondrkdis Daud. Bevor ich auf die Arten selbst ein- 
gehe, möchte ich auf die interessante Brutpflege der Gattung, wie 
sie von Gadüw ') nach Beobachtungen von Budgett -) speziell an 
Ph. hyijochondrialis und von v. Iheeing ^) an Ph. iheringi zusammen- 
fassend beschrieben wurden, mit einigen Worten kurz aufmerksam 
machen. 

Die Eier werden vom Weibchen unter Mithilfe des Männchens, 
immer ungefähr 100 zusammen, zwischen 2 Blätter einer über das 
Wasser hangenden Pflanze geklebt. Die Jungen entwickeln sich 
aus den dotterreichen Eiern sehr rasch und lassen sich, wenn sie 
das freie Larvenstadium erlangt haben, in das unter den Blättern 
liegende Wasser fallen, wo sie dann die weitere Entwicklung durch- 
machen. 

Phijlloniedusa hurmeisteri Blnge. 

Orgel-Gebirge. 

Nach den Angaben von Büemeistee *) muß die Art im Süden 
von Brasilien ziemlich häufig sein. Sie erreicht aber nie die Größe 
von P. hicolor, der mehr nördlichen Form, mit der sie früher, wegen 
der ähnlichen Färbung, vereinigt wurde, und läßt sich auch sonst 
durch einige deutliche Abweichungen hauptsächlich im Bau des 
Fußes leicht unterscheiden.'^) Die charakteristischen Merkmale sind 
die folgenden: die Zunge ist polsterförmig, hinten frei, ohne Ein- 
schnitt, mit rauher Oberfläche und zeigt am vorderen Ende 2 kleine 



1) Gadow, Amphibia and ßeptiles, in: Caaibridge nat. Hist., Vol. 8, 
1901, p. 203— 20(i. 

2) BUDGETT, in: Quart. Journ. microsc. Sc. (N. S.), Vol. 42, 1899, 
p. 313. 

3) V. Iheeing, in: Ann. Mag. nat. Hist. (5), Vol. 17, 1886. p. 461. 
.4) Büemeistee, Erläuterungen, Phyüomedusa bicolor, p. 111, tab. 32. 

5) BOULENGEE, Catalogue, Phyllojurdusa bicolor, p. 427 ; I'. hur- 
Dieisleri, p. 428. 



Brasilianische Batrachier des Beruer Naturliistorischen Museums. Hl 

Spitzen. Die Vomerzahnhöcker sind kleiner als die Choanenölfnungen. 
Die Vomerzälme, in der Zahl von 5—6, sind bogenförmig angeordnet. 
Das Trommelfell erreicht die halbe Augengröße. Von den ganz 
freien Fingern ist der 1. kürzer als der 2., der 4. kürzer als der 3. 
Die 1. Zehe ist ziemlich länger als die 2. Die Saugscheiben an den 
Endgliedern der Finger und Zehen sind bedeutend kleiner als das 
Trommelfell. Die großen, vortretenden Parotideu erstrecken sich 
bis zum Kreuzbein. Die Farbe des einen Exemplars ist ziemlich 
gut erhalten und zeigt den bläulich-grünen Ton der Oberseite, die 
großen runden weißen Flecken der Flanken und der Seiten der 
Extremitäten, die weiße Linie, die dem Unterkiefer entlang geht, 
sich auf die Außenseite der Arme fortsetzt und namentlich am Unter- 
arm stark ausgeprägt ist, deutlich. Letztere erscheint dann wieder 
am Außenrand des Fußes und ist auch über dem After gut wahr- 
zunehmen. Die Finger sind bräunlich gefärbt, die Endglieder weiß. 
Die Bauchseite ist von hellbräunlicher bis rötlicher Farbe mit weißen 
Tupfen und dunklerem Netzwerk. 



I*h yUornedusa hypochondrialis Daud. 

Parä. 

Leider ist nur ein etwas vertrocknetes Exemplar der Art vor- 
handen, an dem allerdings die charakteristischen Zeichnungen und 
Färbungen noch einigermaßen erhalten sind. Die blaugrüne Farbe 
des Rückens, der weiße Saum der Oberlippe, die dunkelbraunen Quer- 
binden auf Oberarm, Flanken und Oberschenkel, die schmalen blauen 
Längsstreifen auf der Außenseite von Unterarm und Unterschenkel 
lassen sich noch deutlich erkennen. 



Aglossa. 

Pipidae. 
JPijxi Laue. 

Pipa anieriecma Laue, 

Parä. 

Die Tiere müssen der Zahl der vorhandenen Exemplare nach 



112 F. Baumann, 

bei Parä und im unteren Amazonas häuflgf vorkommen. Einige sind 
von enormer Größe, bis 23 cm lang, und überragen also sogar Bufo 
marinus. Über die Lebensweise und die Brutpflege der Art macht 
Gadow ^) nach Beobachtungen von Geönbeeg u. Klinckowström ^) 
ausführliche Angaben. 

Die im Vorhergehenden beschriebeneu Batrachier stammen aus 
drei Sammelgebieten, aus der Colonia Alpina bei Theresopolis im 
Orgel-Gebirge, aus der Umgebung von Rio de Janeiro und aus Parä 
und dem Gebiete des unteren Amazonas. Aus der Colonia Alpina 
wurden mir von Herrn Prof, Goeldi weitere Batrachierlisten zur 
Verfügung gestellt. Sie wurden von Dr. G. A. Boulenger in London 
nach einer größeren Anzalil von Batrachiern, die ihm Prof. Goeldi 
im Herbst 1893 zur Bestimmung übersandt hatte, aufgestellt und 
sind bis jetzt noch nicht veröffentlicht worden. Im ferneren ist von 
Peters eine Abhandlung über eine Sammlung vou Batrachiern aus 
Neufreiburg im Orgel-Gebirge in den Monatsberichten der Berliner 
Akademie der Wissenschaften des Jahres 1873 und von Wandolleck 
eine solche aus Petropolis in den Abhandlungen und Berichten des 
zoolog. anthropol. ethnogr. Museums in Dresden des Jahres 1907 
erschienen. Aus Neufreiburg führt auch Burmeister in seinen „Er- 
läuterungen" einige Exemplare an. von denen nur Hyla mesophaea 
Hensel in den anderen Verzeichnissen aus dem Orgel-Gebirge fehlt. 
Die Art ist wahrscheinlich eine seltne, da nur noch Peters und 
Boulenger je 1 Exemplar von Dr. Wucherer aus Bahia kennen. 
Es wird sich hier lohnen die einzelnen Listen zusammenzustellen, 
um so ein Verzeichnis der bis jetzt bekannten Batrachier und ein 
Bild der Batrachierfauna des ganzen Orgel-Gebirges zu erhalten. 

B a t r a c h i e r f a u n a des r g e 1 - G e b i r g e s. 

Von Dr. G. A. Boulenger wurden aus der Colonia Alpina bei 
Theresopolis folgende Batrachier bestimmt: 

1. Elüsia iiasns Spix. 

2. — bufoiiia GiE. 



1) Gadow, Amphlbia and Keptiles, in: Cambridge nat. Hist., \'ol. 8, 
1901, p. 149. 

2) Grönberg u. Klinckowström, Zur Anatomie der Pipa ameri- 
cana, in: Zool. Jahrb., Vol. 7, Anat., 1894, p. 609. 



Brasilianische Batrachier des Beruer Naturhistorischen Museums. 113 

3. Hylodes gollnieri Peteks 

4. Ceratophrijs boiei WiED. 

5. Palndicola sp. Blngr. 

6. Leptodaciylus gaudichaudii Dum. et Bibr. 

7. Biifo niarimis- Schn. 

8. Hyla faber WiED. 

9. — corticalis Buem. \ . . . 

10. Hijla jnmdatissin/a Reinh. et LÜBK.' - PJUfer^ ^^^^-"^ 

11. — ininula Peters U 

12. — poh/taenia CoPE _ _ 

13. — ncbnlom Spix - -^sctCuxAwjct > 

14. — rubra Daud. 

15. — c-atharina Blngr. 

16. — goeldi Blkgr. 

17. Hglella pyrjmaca Blngr. 

18. — parrula Blngr.^) i- N .QM/ 

Die Sammlung- des Berner Naturhistorischen Museums enthält 
folgende Arten aus der Colonia Alpina bei Theresopolis : 

1. Elosia laterislrigata n. sp. 

2. Hylodes goeldii n. sp. 

3. * — goUmeri Peters '^) 

4. *Ceratophrys boiei WlED. 

5. — ornata GtJN th. 

6. Leptodactylus hngirostris Blngr. 

7. — typhonms Daud. 

8. — ocellatus AVagl. 

9. ^Bnfo marinus Schneid. 

10, *Hgla faber WiED. 

11, — pardalis Spix 

12, * — polytaenia CoPE 

13, Phyllomediisa hurmeisteri Blngr. 

Eine Zusammenstellung der Batrachierlisten aus Theresopolis, 
Petropolis und Neufreiburg ergibt folgendes Verzeichnis der bis jetzt 
aus dem Orgel-Gebirge bekannten Batrachier. 



1) Diese Art wurde beschrieben nach GoELDl'schem Material, in: Proc. 
zool. Soc. London, 1894, p. 646. 

2) Die mit einem * versehenen Arten sind auch im Verzeichnis von 
BoüLENGER enthalten. 



114 



F. Baumaxn, 



Verzeichnis der Bat rac hier des Org^el-Gebirg-es. 





Art 


Thereso- 


Petro- 


Neu- 




polis 


polis 


freiburg 


1. 


Elosia nasns Spix 


+ 


+ 




2. 


E. hufonia Gibabd 


+ 




— 


3. 


E. (llvisa Wandolleck 




+ 


— 


4. 


E. lateristrigata n. S2h 


1 




— 


5. 


Hylodes fjoeldii n. sp. 


— 


— 


6. 


H. (joUmerl Peters 


+ 


— 


— 


7. 


H. niiliaris Spix 




-j_ 


— 


8. 


H. petropolitatms Wandlk. 


— 


-f- 


— ■ 


9. 


Ceratojihrys appendiculata Gthr. 


— 


+ 


— 


10. 


C. boiei Wied 


-|- 


+ 


— 


11. 


C. ornata Gthr. 


-|- 




— 


12. 


C. ohausi Wandlk. 


— 


_|_ 


— 


13. 


Palndicola olfersi Mart. 


— 


-- 


— 


14. 


P. sp. Blngr. 


-(- 


— 


— 


15. 


Leptodadylus longirostris Blngr. 


-|- 


— 


— 


16. 


L. typhon'ms Daud. 


-(- 


— 


+ 


17. 


L. ocdlatus VVagl. 


-}- 


— 




18. 


L. yaudichaiidii Dum. et Bibr. 


-|- 


— 


— 


19. 


Bufo marinus Schneid. 


-j- 


— 


— 


20. 


B. crucifer Wied 


— 


+ 


— 


21. 


ITyla faber Wied 


+ 


+ 


— 


22. 


H. pardalis Spix 


+ 




— 


23. 


H. corticalis Bürm. 


+ 


— 


+ 


24. 


H. alhomarginata Spix 




+ 




25. 


H. punctatisswia Reinh. et Lübk. 


+ 




— 


26. 


H. mesophaea Hensel 




— 


— 


27. 


H. pidchella Dum. et Bibr. 


— 


— 


-- 


28. 


S. microps Peters 


— 


— 


-- 


29. 


H. aurantiaca Daud. 


— 


— 


-- 


30. 


H. minuta Peters 


+ 


— 


— 


31. 


H. strigüata Spix 




— 


— 


32. 


H. polytaenia Cope 


+ 


— 


— 


33. 


H. nebulosa Spix 


+ 


— 


— 


34. 


H. rubra Daud. 


+ 


— 


+ 


35. 


H. catharina Blngr. 


+ 


— 




36. 


H. goeldi Blngr. 


+ 


— 


— 


37. 


H. ohausi Wandolk. 




+ 


— 


38. 


Hylella pygmaea Blngr. 


+ 




— 


39. 


H. parvula Blngr. 


+ 


— 


— 


40. 


Phyllomedusa burmeisteri Blngr. 


+ 


— 


+ 



Batrachier von Rio de Janeiro. 

Die von Dr. Nägeli in der Umg-ebung von Rio de Janeiro ge- 
sammelten und dem Berner Museum geschenkten Batrachier sind 
die folgenden: 

1. Lepiodactijlns ocellalus Wagl. 

2. Bufo mariniis Schneid. 



Brasilianische Batrachier des Beruer Naturhistorischen Museums. 115 

3, — criicifer Wied. 

4. Hyla alhoiiiarginnta Svix 

Aus den Werken von Spix, Peteks, Burmeistee und aus dem 
Katalog des British Museums können für Rio de Janeiro folgende 
Arten ausgeführt werden: 

1. Elosia vomerhia GiE. 

2. Hylodes binotatus Spix 

3. Leptodadylus pentadactylus Laue. 

4. — ocellatiis "Wag-l. 

5. — gaudichaudii Dum. et Bibe. 

6. Zaehaenus 2^<^'>'vulus GiR. 

7. Dendrophryniscus hreinpollicatus Espad. 

8. Biifo niarintis Schneid. 

9. — crucifer Wied 

10. Hyla faber Wied 

11. — pardalis Spix 

12. — corticalis BuEM. 

13. — albomarginata Spix 

14. — senicula Cope 
__JL5._ — rvhra Daud. 

16. Pliylloivedusa bnrmeisteri Blnge. 

Ein Vergleich dieses Verzeichnisses mit demjenigen des Orgel- 
Gebirges ergibt, daß außer Elosia vomerina Gieaed, Leptodadylus 
pentadactylus Laue., Zachae^ius parvulus Gieaed, Dendropliryniscus 
brevipoUicatus Espada und Hyla senicula Cope alle bei Rio de 
Janeiro gefundenen Batrachier auch im Orgel-Gebirge vorkommen. 

Aus der ganzen Provinz Rio de Janeiro sind also bis jetzt die 
in der Orgel-Gebirg-Liste angeführten 40 Arten und die 6 für Rio 
de Janeiro, im ganzen 46 Batrachier-Arten, bekannt. 

Batrachier aus P a r ä und dem Gebiete des unteren 

A m a z n a s. 
Hierher gehören die übrigen brasilianischen Batrachier des 
Berner Museums, 

1. Dendrobates tinctorius Wagl. 

2. Bufo marinus Schneid. 

3. — typhonius Schneid. 

4. Hyla ap2)cndicidata Blnge. 

5. — boans Daud. 

6. — vemdosa Daud. 

7. — resinifictrix Güeldi 

8. — rubra Daud. 

9. Piiyllomedusa hypocliondrialis Daud. 
1 0. Pipa aviericaua Laue. 



116 



F. Baumank. 



Vereinigen wir diese Arten mit denjenigen, die Spix ^). Stein- 
DACHNER^) und BouLENGER ^) aiis dem Gebiet anführen, so erhalten 
wir folgendes Verzeichnis der bis jetzt bekannten Batrachier. 

Bat rac hier aus Parä und dem unteren Amazonas. 











Unterer 




Art 


Paivä 


Santarem 


Ama- 
zonas*) 


l. 


Rana ])almipes Spix 






+ 


2. 


Dendrobates tinctorins Wagl. 


4- 


+ 




3. 


D. trivitfatus Spix 


— 




— 


4. 


Hypopaclms variolosus Copb 


+ 


— 


— 


5. 


Hylodcs hinotatns Spix 




— 


+ 


B. 


H. »tiliaris Spix 


— 


— 


+ 


7. 


Cercitophrys cornuta L. 




+ 




8. 


Paludicold hilkjoniyera Cope 


-|- 




— 


9. 


P. kröyeri Reinh. 


-)- 


— 


— 


10. 


Leptodactylus lonyirostris Blngb. 


— 


+ 


— 


11. 


L. pentadacUjlns IjAUr. 


-f- 




+ 


12. 


L. typhonms Daüd. 


-|- 


— 




IB. 


L. ocellatus L. 


-|- 


— 


— 


14. 


Bnfo marinns Schneid. 


-- 


— 


+ 


15. 


B. crncifer Wied 


— 




16. 


B. typlionins Schneid. 


-|- 


4- 


+ 


17. 


Hyla appendicnlata Bingr. 


-\- 


+ 




18. 


H. inframaculata Blngr. 


— 


+ 


— 


19. 


H. alhomarghuita Spix 


+ 




— 


20. 


H. punctata Üaud. 




— 


+ 


21. 


H. yranosa Blngr. 


— 


+ 




22. 


H. hoans Daüd. 


+ 


+ 


— 


23. 


H. taurina Steind. 




+ 


— 


24. 


li. venulosa Daüd. 


+ 


+ 


+ 


25. 


H. resinifictrix Goeldi 


+ 






26. 


H. acuminata Cope 




+ 


— 


27. 


H. rubra Daüd. 


+ 


+ 


+ 


28. 


Phyllonieditsa vaillantii Blngr. 




+ 


— 


39. 


P. Jn/iiocJioiidriaHs Daüd. 


+ 


+ 


— 


30. 


Heiuipltractus scutatus Spix 


+ 




— 


21. 


Pi2M americana Laub. 


+ 


— 


+ 



Ohne genauere Ortsangabe. 



II. Geographische Verbreitung der Batrachier in Brasilien. 

Einleitung. 
Klinmverhältnisse und dadurch bedingte Vegetationsunterschiede 
spielen bei zoogeographischen Untersuchungen die Hauptrolle. Daß 

1) Spix, Spec. nov. Test. Ran. 

2) Steindachner , Batracholog. Mitteilungen 
Ges. Wien, Vol. 14, 1864. 

3) BouLENGER, Catalogue. 



in : Verb, zool.-bot. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischeu Museums. 117 

sie bei Tieren von seßhaftem Charakter oder solchen, die infolge 
ihres Körperbaues keine g-roßen Wanderungen unternehmen, noch 
mehr ins Gewicht fallen, ist einleuchtend. Das Vorkommen von 
Batrachiern ist abhängig- von mehr oder weniger großem Wasser- 
reichtum und nicht zu großen Temperaturschwankungen. Natürlich 
geht Hand in Hand mit diesen Bedingungen eine mehr oder weniger 
üppige Vegetation, so daß man umgekehrt aus den lloristischen 
Verhältnissen eines Landes Schlüsse auf Klima und Hydrographie 
ziehen kann. Ihre größte Verbreitung erlangen also die Batrachier 
in feuchten warmen Tropengegenden. 

Brasilien, das zum weitaus größten Teil in den Tropen liegt 
und keine großen Temperaturschwankungen, dafür aber wenigstens 
in vielen Teilen großen Wasserreichtum aufweist, ist in jeder Be- 
ziehung geeignet eine große Zahl von Batrachiern zu beherbergen. 
Die Liste der bis jetzt bekannten brasilianischen Batrachier zeigt 
uns dies deutlich (s. Zusammenstellung am Schluß). 

Die klimatologischen und hydrographischen Verhältnisse sind 
nun aber auch in Brasilien nicht überall dieselben, sondern das Land 
läßt sich von diesen Gesichtspunkten aus ohne große Schwierig- 
keiten in natürliche Zonen oder Provinzen einteilen, die, charak- 
terisiert durch eine bestimmte Vegetation, bis zu einem gewissen 
Grade auch eine charakteristische Fauna besitzen. 

Bevor wir nun aber auf die uns gestellte Aufgabe eingehen, 
möchte ich doch einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf die 
über tiergeographische Verhältnisse in Biasilien überhaupt in Süd- 
amerika veröffentlichten Arbeiten tun. 

Der Erste, der sich damit beschäftigte, war Burmeister. 
Schon von ihm wurde Brasilien in drei große tiergeographische 
Provinzen eingeteilt, die noch heute ihre Berechtigung haben. 
1871 erschien dann an Hand der Sammlungen Natterer's eine 
Ornithologie Brasiliens mit tiergeographischen Ausführungen von 
A. V. Pklzelx. Erst 1899 ging H. v. Jhering wieder auf diesen 
Punkt ein, indem er eine tiergeographische Einteilung der Vögel von 
Süd-Brasilien namentlich von Sao Paulo, in: Proc. zool. Soc. London, 
publizierte. In neuester Zeit wurde nun von Herrn Prof. Goeldi 
anläßlich seiner Vorlesungen über Tiergeographie für die süd-ameri- 
kanischen Verhältnisse, an Hand seiner Untersuchungen an Vögeln 
tind Säugetieren, eine zoogeographische Karte zusammengestellt. Die 
Karte ist bis jetzt noch nicht veröffentlicht worden, wurde mir aber 
von Herrn Prof. Goeldi in liebenswürdigster Weise zur Verfügung 



113 ^- Bacmivnn, 

gestellt. Die einzelnen Gruppen der Batrachierfaima lassen sich, 
wenigstens in der Hauptsache, auf die von ihm angeführten tier- 
geographischen Provinzen verteilen. 

Wenn wir nun auf die Einteilung selbst zu sprechen kommen, 
so unterschied Burmeister die drei folgenden tiergeographischen 
Regionen in Brasilien. 

I. Das nordwestliche Urwald- oder A m a z o n e n s t r o m - 

gebiet. 
II. Das südwestliche Urwald- oder Küstengebiet. 
III. Das innere oder Cam posgebiet. 

Schon BüRMEisTER ließ sich bei seiner Einteilung von dem Ge- 
danken leiten, wie dies aus den Namen hervorgeht, die er seinen 
Provinzen gibt, daß die Fauna eines Gebietes eng an die Flora ge- 
bunden ist und daß, daraus resultierend, tiergeographische Ein- 
teilungen sich mit pflanzengeographischen in weitgehendem Maße 
decken müssen. Diese großen Regionen zerfallen nun aber nach 
neueren Untersuchungen in mehrere Unterregionen, und da ging die 
Pflanzengeographie der Tiergeographie bahnbrechend voran. Botaniker 
wie ScHiMPER, Drude u. A. legten auch ihren Untersuchungen im 
großen die allgemeine BuRMEisxER'sche Einteilung zugrunde. 

Nach der Florenkarte, die Sievers au Hand dieser Unter- 
suchungen in seinem Werk über Mittel- und Südamerika veröffent- 
licht, zerfällt nun Brasilien floristisch in folgende Regionen : 

I. Region d e r ä q u a t o r i a 1 e n U r w ä 1 d e r d es A m a z o n en- 

Stroms. 
IL Caatingaregion. 

III. Camposregion. 

IV. Region der Küsten wäl der. 
V. A r a u c a r i e n r e g i n. 

Die Region der äquatorialen Urwälder des Amazonenstroms ent- 
spricht dem ersten Gebiet der *BüRMEisTER'schen Einteilung, dem 
„nordwestlichen Urwald- oder Amazonenstromgebiet". Das „Campos- 
gebiet" Burmeister's würde zum größten Teil Caatinga- und Campos- 
region der SiEVERs'sclien Einteilung umfassen; das ,.südöstliche Ur- 
wald- oder Küstengebiet" vor allem die Region der Küstenwälder, 
dann aber auch wenigstens einen Teil der Araucarienregion, da es 
sich bis an die Grenzen von Rio Grande do Sul nach Süden er- 
streckt. 

In diese großen pflanzengeographischen Regionen lassen sich 
sowohl die tiergeographischen Provinzen, die Goeldi für Säugetiere 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 119 

und Vögel aufstellt, wie die meinen für Batrachier, zwanglos ein- 
reihen. 

I. Äquatoriale Region, ßeglou der äquatorialen Urwälder des 

Aniazouenstromes. 

Die nachfolgenden allgemeinen klimatologischen hydrographi- 
schen und pflanzengeographischen Ausführungen wurden zum größten 
Teil dem SiEVEEs'schen Werk über Süd- und Zentralamerika ent- 
nommen. In Betracht kam ferner vor allem die Pflanzengeographie 

von SCHIMPEK. 

Amazonien, das Land des Amazonenstromes und seiner Zuflüsse 
ist das größte tropische Tiefland der Erde. Ohne weiter seinen 
geologischen Bau und seine Entstehung in Betracht zu ziehen, 
möchte ich gleich auf die für uns hier vor allem in Frage kommen- 
den klimatologischen und pflanzengeographischen Verhältnisse ein- 
treten. Das Klima gehört zu den regelmäßigsten und gleichförmig- 
sten der Erde. Die Wärme ist außerordentlich gleichmäßig verteilt, 
und es bestehen nur minimale Unterschiede zwischen Sommer- und 
Wintermaximum. Die mittlere Jahrestemperatur des ganzen Ge- 
"bietes beträgt ungefähr 25 •^ C. 

Mit der Wärme ist auch die Feuchtigkeit eine regelmäßig ver- 
teilte. Sie nimmt nach den Cordilleren hin zu und ist im Westen 
des ganzen Gebietes eine bedeutend größere als im Osten. Am Fuße 
der Cordilleren erreicht sie ihr Maximum, Hier ist kein Monat ganz 
regenlos, es tritt nur eine Verminderung der Niederschläge in den 
Monaten November bis April ein. Am oberen Amazonas bei Teffe 
z. B. hat man dann schon zwei deutlich getrennte Regenzeiten, eine 
große von Ende Februar bis Juni und eine kleine von Mitte Oktober 
bis Mitte Januar. Je weiter man nun nach Osten kommt, desto 
trockner wird das Klima. In Manaus wird die kleine Regenzeit 
ganz unbedeutend, und Parä besitzt nur eine vom Januar bis 
Mai. Es regnet aber auch hier in der Trockenzeit. Letztere ist 
am ausgeprägtesten in der Gegend von Santarem, die zwischen den 
trockenen Teilen Guayanas und Nordost-Brasiliens liegt und vom 
kühlen trockenen Nordostpassat bestrichen wird. Wir werden später 
sehen, daß dadurch bedingt auch Unterschiede in der Flora und 
Fauna dieser Gegend auftreten. 

Dem Klima und den hydrographischen Verhältnissen entsprechend 
ist das ganze Land von einer tropischen Vegetation bedeckt. Ein 
•ungeheurer Urwald erstreckt sich vom Fuße der Cordilleren bis zur 

Zool. Jahrb. XXXIII. Abt. f. Syst. 9 



120 F. Baümann, 

Mülldung des Amazonenstromes. Im hinteren feuchteren Teil dehnt 
er sich weit nach Süden, bis zum 12 '^ südlicher Breite, aus und 
schließt die Quellen des Madeira ein, während er sich nach Osten 
hin, im vorderen trockneren Teil, mehr nach Norden zurückzieht 
und nur den Nebenflüssen entlang fingerförmig weit nach Süden 
vordringt. Der Wald läßt sich in den meisten Fällen in zwei Teile 
teilen, in denjenigen der Überschwemmungsgebiete den Flüssen ent- 
lang und in denjenigen der terra firme. Im ersten, dem Igapowald, 
sind Palmen vorwiegend, während Laubhölzer keine große Entwick- 
lung erlangen. Im zweiten, im Etewald, dominieren die Laubhölzer, 
vor allem Lorbeer- und Ficus-Arten, und erreichen große Höhen. 
Lianen und Epiphyten fehlen im Überschwemmungswald, während 
es im Etewald davon wimmelt. An der Grenze zwischen beiden treten 
gewöhnlich große ßambusbestände auf. 

Vegetationsbezirke lassen sich in diesem Urwald schwer unter- 
scheiden. Mit einigem Recht läßt sich das Gebiet des Rio Negro 
und seiner Zuflüsse, das sich durch eine etwas weniger üppige Vege- 
tation auszeichnet, vom großen Urwald des Amazonenstromes ab- 
trennen. GoELDi stellt für dieses Gebiet auch einen eigenen Faunen- 
bezirk auf. 

Ein zweites abweichendes Gebiet ist, wie wir schon weiter oben 
angedeutet haben, die Gegend von Santarem. Hier tritt, hervor- 
gerufen durch das veränderte Klima, die Cainposformation mit ihrer 
typischen Savannenbildung mit Bromelien, Cacteen, Zwergpalmen 
und dürren kurzen Gräsern an den Amazonenstrom heran. In der 
trockenen Zeit behalten nur die Bäume der einzelnen Waldinseln 
ihr Laub. Dadurch unterscheidet sich das Gebiet von den Caatinga- 
wäldern Brasiliens und zeigt mehr Verwandtschaft mit den Savannen- 
wäldern Guayanas. Wie wir sehen werden, weicht auch die Fauna, 
wenigstens in Hinsicht auf die Batrachier, in diesem Gebiet von der- 
jenigen des übrigen Amazonengebietes erheblich ab. 

Die zoogeographische Einteilung schließt sich eng an die 
pflanzengeographische an, nur muß man hier mehr Unterprovinzen 
unterscheiden. So beherbergt das Gebiet des Oberlaufes des Ama- 
zonenstromes mit seinen Zuflüssen infolge seiner großen Niederschlags- 
mengen und Feuchtigkeit zum Teil eine andere Fauna als der Unter- 
lauf mit seinem trockneren Klima. Goeldi teilt das Gebiet des 
Oberlaufes noch weiter in zwei Provinzen und stellt sie derjenigen 
des Unterlaufes gegenüber. Seine Einteilung ist folgende: 

1. Unter -Amazonische Provinz, 



Brasilianische Batrachier des ßerner Naturhistorischen Museums. 121 

2. Ober -Amazonische Provinz (Madeira -Purus-Jurna, 
Cisandiscli Nord-Bolivien, Ost-Peru und Oberlauf des Amazonas), 

3. Rio Neg-ro-Rio Branco-Provinz. 

Meine Einteiluno: an Hand der Batrachierverbreitung weicht, 
wie wir sehen werden, von dieser etwas ab. 

Genaue Grenzen zwischen den einzelnen Gebieten zu ziehen ist 
unmöglich, doch kann man die Provinzen ungefähr umschreiben. 

1. Die unter-amazonische Provinz erstreckt sich von der Mün- 
dung des Amazonenstromes bis in die Gegend von Manaus. Sie 
schließt Parä, Marajö in sich ein, verläuft beidseitig des Amazonen- 
stromes und geht an den Nebenflüssen, hauptsächlich an den süd- 
lichen, weit ins Innere. Sie entspricht ungefähr dem Gebiet mit 
einer Regenzeit. 

2. Von ihr möchte ich die Gegend von Santarem als eigenen 
kleinen Faunenbezirk abgrenzen. 

3. Die ober -amazonische Provinz umschließt die Gebiete am 
oberen Amazonenstrom und erstreckt sich bis an den Fuß der Anden. 
Ihre größte Ausdehnung hat sie aber auf der Südseite des Stromes, 
wo sie an den großen Wasserläufen des Madeiras, Purus, Jurna und 
Ucayali weit nach Süden geht. In sie erstrecken sich außer brasi- 
lianischem Gebiet auch nord-bolivianische und ost-peruanische Land- 
striche, deren Batrachierfauna, soweit sie bekannt ist, auch in Be- 
tracht gezogen wurde. 

4. Als weitere Provinz stellt Goeldi die Rio Negro-Rio Branco- 
Provinz auf. Sie liegt ganz nördlich des Amazonenstromes und 
schließt die Plußläufe des Rio Negro und des Rio Branco mit ihren 
Nebenflüssen in sich ein. Wie es sich hier mit der Batrachierfauna 
verhält, darüber kann ich keine Angaben machen, da mir nur ganz 
vereinzelte Notizen über einige wenige allgemein verbreitete Arten 
und keine Listen von größeren Sammlungen zur Verfügung stehen. 
Spix allein hat am Rio Negro einige Batrachier gefangen und be- 
schrieben, sonst ist meines Wissens nichts mehr aus dieser Gegend 
über diese Wirbeltiergruppe veröffentlicht worden. Aus diesen 
Gründen kann ich die Provinz nicht für sich behandeln und ver- 
einige sie bei den folgenden Betrachtungen mit der ober-amazoni- 
schen Provinz, mit der sie die größte Verwandtschaft aufweisen wird. 

Bevor wir nun aber auf die Besprechung der Batrachierfaunen 
der einzelnen Provinzen eintreten, möchte ich an Hand der mir zu- 
gänglichen Literatur ein Verzeichnis der Batrachierfauna des ganzen 
amazonischen Urwaldgebietes zusammenstellen. Von Forschern, die 

9* 



122 



F. Baum ANN, 



sich mit diesem Gegenstand beschäftigt haben, seien Spix, Stein- 
PACHNER, CopE. BouLENGER, GoELDi erwähnt. 

Batrachier der äquatorialen Urwälder 
des Amazonenstromes. 





Uuter- 
Araazonas 


Santarem 


Ober- 
Amazonas 


Rana palmipes Spix 


+ 


_ 




R. copii Blngh. 




— 


+ 


R. niyrilatus Cope 


— 


— 


+ 


DendrohatKS tinctorhis Schneid. 


4- 


+ 




D. trivittatus Spix 


-j- 




-- 


i>. labialis Cope 


— 




-- 


Hypopachus variolosus Cope 


+ 





— 


Engystoma microps Dum. et Bibr. 




— 


-- 


Rseudis limelhun Cope 


— 


— 


— 


Hylodes yriseus Cope 


— 


— 


+ 


H. binotatus Spix 


+ 


— 




H. sulcatus Cope 




— 


+ 


H. miliaris Spix 


+ 


— 




Ceratophrys cornuta L. 




+ 


+ 


Edtdorhina plicifrons Cope 


— 




+ 


Paludicola biligonigera Cope 


-{- 


— 




P. kröyeri Reinh. 


-j- 


— 


— 


Leptodactyhis longirostris Blngk. 


— 


+ 


— 


i. pentadactylus Laur. 


+ 




— 


L. typhonius Daud. 


+ 


— 


+ 


L. ocellatus L. 


+ 


— . 




Plectromantis rhodostigma Cope 




— 


+ 


Biifo marinus Schneid. 


+ 


— 


+ 


B. crncifer Wied 


-i- 


— 


— 


B. typhonms Schneid. 


+ 


+ 


— 


Hyla maxima Laur. 






— 


H. appendiculata Blngr. 


+ 


— 


— 


H. inframaculata Blngk. 




-- 


— 


H. alhomarginata Spix 


-|- 


— 


— 


JEf. punctata Schneid. 


-\- 


— 


— 


H. granosa Blngr. 


— 


+ 


— 


H. boans Daud. 


+ 


+ 


— 


H. iaiirina Steind. 




+ 


— 


H. plaviceps Cope 


— 




+ 


H. rciiulosa Laur. 


+ 


+ 


+ 


H. resinifidrix Goeldi 


+ 






H. nebnlosa Spix 




— 


+ 


H. acuminata Cope 


— 


+ 




H. rubra Daud. 


+ 


+ 


— 


Hylella carnea Cope 






-- 


Phyllomednsa palliata Peters 


— 


— 


— 


P. bicolor PoDD. 


— 


— 


— 


P. vaillantii Blngr. 


— 


+ 


— 


P. tarsius Cope 


— 




+ 


P. toni opfern n Cope 


— 


— 


+ 


P. hypocltoiidrialis Daud. 


+ 


+ 




Heuiiphractus scutatus Spix 


+ 




+ 


PijP« atnericana Laur. 


+ 


— 


— 



Brasilianische Batrachier des Berner Natnrhistorischen Museums. 123 

Aus dieser allgemeinen Liste, in welcher auch die Verteilung 
der einzelnen Arten auf die 3 Provinzen angeführt wurde, lassen 
sich, in bezug auf die Batrachierfauna dieser, folgende Schlüsse ziehen. 

1. Unter -amazonische Provinz. 

Sie weist eine ganze Reihe von Formen auf. die sowohl der 
Gegend von Santarem wie dem oberen Amazonas-Gebiet fehlen. Es 
sind die folgenden : Hana pahnipes, Hypopachus variolosus, Hylodes 
binotatus, Hylodes miliaris, Paludicola Uligonigera, Paludicola hröyeriy 
Leptodadylus pentadadylus, Leptodadißus ocellaüis, Bufo crucifer, Hyla 
resinifidrix, Pipa americana. 

Von diesen Arten fehlen allerdings nur 4 dem übrigen Brasilien 
ganz : es sind Pana palmipes, Hypopadms variolosus, Hyla resinifidrix y 
Pipa americana, und nur Hyla resinifidrix wurde bis jetzt nur in der 
unteramazonischen Provinz gefunden. Die anderen 3 sind mehr 
dem Norden von Südamerika eigen, wurden zum Teil auch in Zentral- 
amerika, sogar in Mexiko gefangen. 

Die übrigen sind tj^pische brasilianische Arten, die, wenn sie 
auch dem Gebiet des Oberlaufes des Amazonenstromes fehlen, doch 
anderen Provinzen eigentümlich sind. Die meisten kommen, wie 
wir später sehen werden^ wieder in der litoralen Provinz und der 
Bergregion von Rio de Janeiro vor. 

2. Gegend von Santarem. 

Die hier vorherrschende Camposlandschaft, wie sie näher bei 
den pflanzengeographischen Ausführungen beschrieben wurde, be- 
herbergt eine ganze Zahl eigentümlicher Batrachierformen. Es sind 
die folgenden: Leptodadylus longirostris , Hyla infrainacidata , Hyla 
granosa, Hyla taurina, Hyla acuminata, Phyllomedusa vaillantii. 

Sie fehlen dem Urwald des Amazonenstromes. Leptodadylus 
longirostris wurde von Goeldi auch im Orgel-Gebirge gefangen. 
Hyla granosa, Hyla taurina, Hyla acuminata wurden auch in Guaj^ana, 
erstere ebenfalls im Innern von Brasilien beobachtet. Hyla infra- 
maciUata und Phyllomedusa vaillantii sind bis jetzt nur der Campos- 
Insel von Santarem eigen. 

Die Batrachierfauna von Santarem zeigt in ihren eigentümlichen 
Formen am meisten verwandtschaftliche Beziehung mit derjenigen 
der Savannen von Guayana. 



124 F. Baumann, 

3. Ober-am azonisch e Provinz. 

Die politischen Grenzen Brasiliens wurden bei der Betrachtung 
dieses Gebietes nicht berücksichtigt , sondern die infolge ihrer 
klimatologisclien Verhältnisse hierher gehörenden Teile von Ecuador 
und Bolivia ebenfalls beigezogen, soweit sie dem Amazonas-Gebiet 
angehören. 

Diese Provinz weist den beiden anderen amazonischen gegen- 
über eine ganz eigentümliche Batrachierfauna auf So kommen nur 
ihr die folgenden Arten zu, die aber auch zum größten Teil dem 
übrigen Brasilien fehlen. 

Rana copii, Eana nigrilatus, Dendrohates labialis, Engijstoma 
microps, Pseudis limellum, Hylodes griseus, Hylodes sidcatus, Edalorhina 
plicifrons, Fiedromaniis rJwdostignia, Hyla niaxima, Hyla planiceps, 
Hyla nebtdosa, Hylella carnea, Phyllomedusa palliata, Phyllomedusa 
hicolor, Phyllomedusa tarsius, Phyllomedusa tomopterna. 

Von diesen Arten kommen nur Hylodes griseus, Hyla maxima, 
Hyla nehiäosa in anderen Provinzen vor und Engystoma microps und 
Phyllomedusa hicolor in Guayana. Die anderen Formen wurden nur 
im Gebiet des Oberlaufes des Amazonas gefunden, das also eine 
ganze Anzahl eigener charakteristischer Arten aufweist. 

Neben diesen mehr den einzelnen Provinzen charakteristischen 
Arten kommen aber, wie aus der allgemeinen Tabelle ersichtlich ist, 
auch viele weitverbreitete Formen vor, die entweder im ganzen 
Amazonenstrom-Gebiet oder doch in mehr als einer Provinz beobachtet 
wurden. Von den im Verzeichnis angeführten 48 Arten kommen 
nur 3 im ganzen Gebiet vor. Es sind: Bufo typhonins, Hyla venu- 
losa und Hyla rubra. Sie müssen für klimatologische Unterschiede 
wenig empfindlich sein, da aus der Literatur eine Menge Fundorte 
zu verzeichnen sind. Die größte Verbreitung von allen dreien, wenn 
nicht von allen brasilianischen Batrachiern überhaupt, weist Hjla 
rubra auf. Sie kommt im Norden wie im Süden gleich häufig vor, 
bevölkert Guayana und Ecuador, aber auch Uruguay und geht also 
über den Wendekreis hinaus. Die beiden anderen sind mehr dem 
äquatorialen Südamerika eigen, gehen im Süden nicht über Matto 
Grosso hinaus, wurden aber auch in Guayana und Bufo typhonius 
auch in Ecuador beobachtet. 

Von den übrigen Bewohnern des feuchten Urwaldes des Ama- 
zonenstrom-Gebietes möchte ich noch vor allem diejenigen heraus- 



Brasilianische Batracbier des Berner Naturbistorischeu Museums. 125 

greifen, die hier ihr Hauptverbreitungsgebiet haben und dem übrigen 
Brasilien mehr oder weniger fehlen. 

In erster Linie müssen hier die Vertreter der Gattung JRana 
angeführt werden, die nicht über das Amazonas-Gebiet hinaus weiter 
nach Süden gehen. Von ihnen bevölkert Bana palmipes Ecuador, 
ferner Zentralamerika, aber auch Mexiko, Die beiden anderen 
Arten, Rana copii und Bana nigrüatus, sind nur am oberen Amazonen- 
strom gefunden worden. 

Von Firmisternia sei ferner die Gattung Bendrohates erwähnt. 
Von ihren brasilianischen Vertretern ist Bendrohates labialis nur dem 
Oberlauf des Amazonenstromes eigen, während Bendrohates tinctorius 
und Bendrohates trivittatus mehr den Unterlauf bevölkern, aber auch 
in Guayana beobachtet worden sind. Keiner dieser 3 geht über 
das amazonische Urwaldgebiet hinaus weiter nach Süden. Um so 
merkwürdiger ist dann das Vorkommen des später zu behandelnden 
Bendrohates hraccatus in Matto- Grosso, der dem Amazonas- Gebiet 
ganz fehlt. 

Ferner haben wir auch für die Gattung Pkyllomedusa ein Haupt- 
vorkommen im Amazonas-Gebiet und hauptsächlich in der ober- 
amazonischen Provinz. Von den amazonischen, vielleicht besser äqua- 
torialen, Arten bewohnen nur Phyllomedusa hicolor und Phyllomedusa 
JujpocJiondrialis weiter Guayana, letztere auch Pernambuco, aber 
auch Süd-Brasilien. Von den anderen kommt keine im Süden vor. 
Der Süden hat, wie wir später sehen werden, seine eigenen, wenig 
zahlreichen Arten. 

Ebenfalls mehr äquatoriale Gegenden bevölkert Pipa americana, 
die nur noch in Guayana gefunden worden ist und dem Süden gänz- 
lich fehlt. 

Im Gegensatz zu diesen Gattungen, die hier ihre Hauptver- 
jbreitung haben, stehen nun einige, die nur spärlich vertreten sind. 

Die Leptodactyliden spielen eine ganz untergeordnete Rolle. 
Nur der Kosmopolit Leptodadylus typJionius kommt in der ober- 
amazonischen Provinz vor, die anderen 3 Formen Leptodactylus 
longirostris, Leptodactylus pentadactylus und Leptodactylus ocellatus sind 
nur dem Unterlauf eigen, kommen aber auch im Süden vor. Hire 
Hauptverbreitung haben alle Lejjtodactylits- Arten im Küstenurwald, 
allgemein im Süden von Brasilien. 

Ganz fehlt dem Amazonas-Gebiet die Gattung Elosia und mit 
einer Ausnahme, Ceratophrys corniita, die aber dafür nur hier ge- 
funden wird, die Ceratophrys- Arien. 



126 I'- Baumann, 

Eine kurze Zusammenfassung der gemachten Ausführungen er- 
gibt für die Batrachierfauna des amazonischen ürwaldgebietes 
folgende charakteristische Tatsachen : 

1. Raniden, Dendrobatiden und Piim americana sind mit einer 
einzigen Ausnahme nur diesem brasilianischen Gebiet eigentümlich. 
Durch sie steht es in Verbindung mit dem Norden von Südamerika 
und mit Mittelamerika. 

2. Die Gattung Elosia fehlt vollkommen. 

3. Die Gattung Ceratophrys ist allein vertreten durch die nur 
hier vorkommende Art Ceratophrys cornuta. 

4. Le2)todadylus- Arten sind wenig zahlreich; diese Gattung hat 
ihr Hauptverbreitungsgebiet im Süden von Brasilien. 

5. Bufoniden und Hyliden besitzen einige charakteristische Arten, 
wie Bufo typlionius, Hyla taurina, HyJa planiceps, Hyla resimfictrix, 
Hyla acwninata, Hylella carnea, im amazonischen Urwald, die aber 
zum Teil auch in Guayana heimisch sind. 

6. Die Gattung Phyllomedusa hat ihr Hauptvorkommen im Gebiet 
des oberen Amazonenstromes und zeichnet sich hier durch eine An- 
zahl eigener Formen aus. 

7. Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen Provinzen durch weit- 
verbreitete Arten, wie wir sie bei den anderen häufig antreffen, sind 
in der ober-amazonischen Provinz wenig zahlreich. Wir treffen hier 
eine charakteristische, mehr abgeschlossene Batrachierfauna mit 
wenigen allgemeinen Arten an. Häufiger sind sie schon in der 
Gegend von Santarem, vor allem aber in der unter-amazonischen 
Provinz. Auch sie zeigen wieder eine Anlehnung an die Batrachier- 
fauna von Guayana und des Nordens von Südamerika im allgemeinen 
und nur wenige Berührungspunkte mit derjenigen der Caatinga- 
wälder, mehr mit derjenigen der Urwälder der litoralen Provinz und 
der Bergregion von Südost-Brasilien. 



IL Zentral-Brasilianische Region. 
Region der Campos und Caatiugawälder. 

Die zentral-brasilianische Region umfaßt den größten Teil des 
Innern des brasilianischen Plateaus. Was die Grenzen anbetrifft, 
so sind mir, in der Hauptsache wenigstens, diejenigen, die Goeldi in 
seiner Einteilung anführt, maßgebend. Im Norden grenzt die Region 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 127 

an das amazonische Urwald^ebiet. Die Grenze zu ziehen ist schwierig-, 
da Camposlandschaft und Caatingawälder zwischen den Flüssen weit 
nach Norden gehen, während umgekehrt der Urwald den Flüssen 
entlang weit ins Innere vordring-t. Im Nordosten erstreckt sie sich 
bis ans Meer. Nach Goeldi schiebt sich allerdings ein schmaler 
Ausläufer des Küstenurwaldes der litoralen Provinz nach Norden vor 
und würde die Caatingawälder vom Meer abtrennen. Es mag dies 
seine Richtigkeit haben, ist sogar einleuchtend, für Vögel und 
Säugetiere und wahrscheinlich auch für Batrachier, so daß wir hier 
eine schmale Zone mit Küstenfauna vor uns haben würden, doch fehlt 
mir für die Batrachier Material mit genauen Fundortsangaben. Ich 
lasse deshalb in meiner Einteilung die Caatinga-Provinz bis ans 
Meer gehen. Im Osten geht die Region bis an den Fuß der ost- 
brasilianischen Randgebirge, überschreitet im Süden den Paranä, 
schließt den größten Teil von Paraguay in sich ein und erstreckt 
sich bis in den Norden des Staates Rio Grande do Sul. Die West- 
grenze wird gebildet vom Paraguay und dem Guapore, dem östlichen 
Quellfluß des Madeira. 

Aus den Werken von Sievers und Schimpee lassen sich nun 
in bezug auf Bau, klimatologische, hydrographische und floristische 
Verhältnisse folgende Tatsachen entnehmen. 

Denudation und Erosion haben dem Plateau sein charakte- 
ristisches Aussehen gegeben. Die Denudation verwandelte die ur- 
sprüngliche Ebene in ein System von übereinander gelagerten 
Terrassen und trennte zahlreiche kleine Plateaus von der Haupt- 
scholle ab. In diese Landschaft haben sich nun die Flüsse weite 
Becken oder Erosionsrinnen eingefressen. Die ganze Scholle, die 
200 — 700 m über Meer liegt, fällt nach Norden, Westen und Süden 
terrassenförmig ab. Entwässert wird sie nach drei großen Strom- 
gebieten hin, im Norden nach dem Amazonenstrom, im Osten nach 
dem S. Francisco und im Süden nach dem Paranä. 

Das Klima unterscheidet sich ziemlich stark von demjenigen 
des Amazonas-Beckens. Heiße Regenzeiten werden von kühlen Trocken- 
zeiten abgelöst, aber auch die mittleren täglichen Schwankungen 
sind bedeutende. Die starken Abkühlungen werden durch kalte 
Südwest- und Südostwinde hervorgerufen. In der Trockenzeit tritt 
häufig ein starker Nordwind auf. Die Trockenzeit dauert vom April 
bis in den Oktober mit Regenmangel, Blattfall, großer Dürre, die 
Regenzeit vom November bis April mit tropischen Sommerregen. 
In Matto Grosso ist die Trockenzeit am schärfsten ausgebildet und 



128 F. Baumann, 

auch die Temperaturunterschiede die größten. Im Norden von 
Zentral-Brasilien dauert die Trockenzeit dagegen weniger lang, und 
auch die Temperaturschwankungen sind weniger groß. 

Die Vegetation dieser ßegion besteht aus drei Bestandteilen, aus 
4en Campos, den Caatinga Wäldern und den tropischen Urwäldern. 
Diese letzteren treten im Innern von Matto Grosso und Goyaz an den 
Westabhängen der Plateaus, unabhängig von Flüssen, in Form von 
Bergwäldern auf, mit Palmen, Mimosen, Lianen und Kletterpalmen, 
<lagegen sind sie arm an Epiphyten. Den Flüssen entlang dringen 
Ausläufer des amazonischen Urwaldes weit ins Innere vor. An ihren 
Ufern steigen sie an den Talhängen empor und werden zu Galerie- 
wäldern. Allmählich, je weiter man ins Innere kommt, werden sie 
spärlicher und müssen den Camposbildungen weichen. 

Wo der Boden nicht das ganze Jahr hindurch genügend Feuchtig- 
keit enthält, um Urwälder zu beherbergen, treten die Caatingawälder 
^uf. Sie erlangen ihre größte Ausdehnung im weniger trockenen 
Nordosten von Zentral-Brasilien. Hier wechseln niedere Wald- 
bestände mit Grasfluren und lockeren Palmenhainen ab. Setzt dann 
die Trockenzeit ein, so w-erfen die Laubbäume ihre Blätter ab. die 
Gräser, Lianen und Epiphyten, von denen namentlich Loranthaceen 
und Bromeliaceen häufig sind, vertrocknen. Charakteristisch ist 
ferner für den Caatingawald das Auftreten von Bombaceen, Terebin- 
thaceen, Euphorbiaceen, Cacteen und Palmen. 

Wird nun der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens noch geringer, 
so geht der Caatingawald langsam in die Camposformation über. 
Nach und nach werden die Baumgruppeu immer spärlicher, um 
endlich fast ganz zu verschwinden und einer ausgesprochenen Gras- 
vegetation Platz zu machen. An Gräsern herrschen vor allem 
Paspalum- Arten vor, sie erreichen kaum 1 m Höhe und sind unter- 
mischt mit einer Menge Stauden, während Sträucher mehr zurück- 
treten. Vor allem sind es Ananasbestände, Mimoseen, MjTtaceen, 
die auftreten. Der spärliche Baumwuchs den Flußläufen entlang wird 
vorwiegend von Lorbeer- und Tamarinden-Formen gebildet. Natürlich 
ist nun die Camposformation nicht überall von gleichem eintönigem 
Aussehen, sondern weist verschiedene Modifikationen auf, die zu 
bespi'echen hier zu weit führen würde. Die Camposformation hat 
ihre Hauptausdehnung im Süden von Zentral-Brasilien, während die 
Caatingawälder mehr dem Norden, vor allem aber dem Nordosten 
eigentümlich sind. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 



129 



Batrachier der zentral-brasilianischen Region. 



Art 



r:m 



bs 9 

Sc5 



Dendrobates braccatiis Cope 

Phryniscus ftavescens Dum. et Bibr. 

Eniiystoma ovale Schneid. 

Hijlodes consplcillatns Günth. 

H. goUmeri Peters 

H. griseus Cope 

H. plicifera Blngr. 

H. ramagii Blnge. 

Ceratophrys boiei Wied • 

C. caltripes R. et L. 

C. cristiceps F. Müll. 

Paludicola di2)lolistris Peters 

P. biliqonigera Cope 

P. albifrons Spix 

P. kröyeri R. et L. 

P. verrucosa R. et L. 

P. signifer Gir. 

P. saltica Cope 

P. mystacalis Cope 

P. anieghini Cope 

Enpeuipjhix nattereri Steind. 

Leptodactylus pustulahis Peters 

L. gracüis Dum. et Bibr. 

L. pentadactylus Laur. 

L. poecilochilus Cope 

L. typhonms Daud. 

L. caligmosus Gir. 

L. gaudichaudii Dum. et Bibr. 

L. brevipes Cope 

L. discolor R. et L. 

L. hylodes R. et L. 

L. glandulostts Cope 

Bufo »larlnns L. 

B. crucifer Wied 

B. typhonms Schneid. 

B. granulosus Spix 

Hy'la maxima Laur. 

H. appendiculata Blngr. 

H. faber Wied 

H. crepUans Wied 

H. pardal'is Spix 

H. aUiomarginata Spix. 

H. granosa Blngr. 

H. pundatissma R. et L. 

i?. ftorms Daud. 

H. spectrum R. et L. 

H. leprieurü Dum. et Bibr. 

H. vemdosa Laur. 

If. nasica Cope 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



o 



+ 



+ 



Plh 



+ 






+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 
+ 

+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



H- 



-h 



+ 

+ 
+ 
+ 
+ 

+ 
+ 
+ 



+ 
+ 
+ 



+ 
+ 



+ 

+ 
+ 

+ 

+ 

+ 



+ 
+ 

+ 



+ 



130 



F. Bacmann, 





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H. senicls(la Cope 


















_u 


H. melanargyrea Cope 


— 


— 


— 


— 








— 


— 


+ 


H. velata Cope 


— 


— 


— 


— 








— 


— 


+ 


H. rubicundula R. et L. 


— 


— 


— 


— 








+ 


— 


+ 


H. nigra Cope 


— 


+ 


— 


— 










— 


+ 


H. rubra Daud. 


— 


+ 


— 


— 


+ 


+ 


+ 


+ 


i- 


Nototrema fissij^es Blngr. 


— 




— 


— 


+ 






+ 




Hylella tenera R. et L. 


— 


— 


— 


— 







+ 




+ 


Fhylloniedusa burmeisteri Blnür. 


— 


— 


— 


— 





+ 


1 


+ 


+ 


P. hypochondrialis Daud. 


— 


— 


— 


— 


+ 






+ 





Der zentral-brasilianischen Region sind folgende Staaten, oder 
wenigstens ein Teil von ihnen, zuzurechnen: Matto Grosso, Goyaz, 
Maranhao, Piauhy, Cearä, Rio Grande do Norte, Parahyba, Pernam- 
buco, Sergipe, das Hinterland der Staaten Bahia, Minas Geraes, Sao 
Paulo, Paranä, S. Catharina. 

Wenn wir nun auf die Batrachier zu sprechen kommen, die 
diese Region bewohnen, so ist es nicht leicht, aus den verschiedenen 
für uns in Betracht kommenden Faunenlisten die charakteristischen 
Arten herauzufinden, da für viele nur ganz allgemeine Ortsangaben 
angegeben sind. In verschiedenen Teilen sind auch gar keine 
Batrachier gesammelt worden. Wenn ich aber die Arten der nord- 
östlichen Staaten, also von Maranhao bis Pernambuco und Sergipe, 
hierher zäiile, so bin ich keinen Augenblick im unklaren, daß auch 
Küstenformen mitlaufen. Leider sind auch hier genaue Fundorts- 
angaben nie vorhanden. Aus Minas Geraes kommen hier die Arten 
aus der Camposgegend von Lagoa Santa in Betracht, wo Buemeister 
und Reinhardt sammelten. Aus dem Hinterland von Bahia sind keine 
bekannt, und auch die Arten von Sao Paulo, Paranä und S. Catharina 
sind kaum hierher zu rechnen, sondern gehören der Fauna des 
südlichen Hochplateaus der süd-brasilianischen Provinz an. 

Eine Zusammenstellung der bis jetzt bekannten Batrachier aus 
den in Betracht kommenden Landstrichen gibt für die zential-brasilia- 
nische Region vorstehende Batracliier. 

Wenn nun Goeldi und mit ihm Jhering das ganze Innere von 
Brasilien an Hand der Vögel- und Säugetierverbreitung in einer 
einzigen tiergeograpliisclien Provinz, der zentral-brasilianisclien Region, 
zusammenfassen, so mag das auch für die viel beweglicheren Vögel 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischeu Museums. 131 

und Säugetiere zutreffend sein. Ein Blick auf die obige Batrachier- 
tabelle zeigt uns, daß die Fauna nicht eine einheitliche ist, sondern 
sich nach dem Stand der heutigen Kenntnisse in zwei Abteilungen 
einteilen läßt, deren Verbreitungsgrenzen sich ziemlich genau mit 
den Grenzen der Caatingaformation einerseits und mit denjenigen 
der Camposformation andererseits decken. Es wurde deshalb auch 
von mir die zentral-brasilianische Region für die Batrachier in 2 
Unterabteilungen in, die C a a t i n g a - P r o v i n z und in die C a m p o s - 
Provinz, eingeteilt. 

1. Caatinga-Provinz. 

Der Caatinga - Provinz sind die Staaten des Nordostens von 
Brasilien von Maranhao bis Sergipe, ebenfalls der größte Teil von 
Goyaz und Piauhy zuzurechnen. Aus den letzten Staaten stammen 
wahrscheinlich die wenigen von Boulengee aus dem „Innern von 
Brasilien" angeführten Arten, da einige davon in Santarem, aber 
auch in den Savannen am Demerara in Britisch-Guayana, wo ähnliche 
klimatologische und floristische Verhältnisse herrschen, vorkommen. 

Für die Caatinga-Provinz sind folgende Batrachier, die nur hier 
gefunden worden sind und dem übrigen Brasilien fehlen, charakte- 
ristisch. 

Ihryniscus flavescens, Hylodes plicifera^ Paludicola diploUstris, Lepto- 
dactylus pustidatus, Leptodactylus hylodes, Hyla leprieurü, Nototrema 
fissipes. 

Von diesen Arten kommt nur Phrynisciis flavescens und Hyla 
leprieurü auch in Britiscli-Guayana vor. 

Eigentümlich ist das Auftreten von JSototrema fissipes. Die 
Gattung Nototrema ist sonst eine hoch-andine, und ihre Vertreter 
waren lange Zeit nur aus Peru, Ecuador und Venezuela bekannt. 
In neuester Zeit wurde nun aber noch ein weiterer Vertreter in 
Brasilien und zwar an der Ostküste entdeckt, nämlich Nototrema 
tnicrodiscus Andeesson aus Paranä. 

Einige Formen, Leptodactylus pentadactylus, Hyla appendiculata, 
Hyla boans, Hyla granosa, Phyllomedusa hypocJwndrialis , hat die 
Caatinga-Provinz gemeinsam mit der unter-amazonischen und mit der 
Gegend von Santarem. Allerdings kommen die beiden ersten Arten, 
die eine ziemlich weite Verbreitung aufweisen, auch in Bahia vor. 

Mit der Batrachierfauna der Küstenurwälder der litoralen Provinz 
Ost-Brasiliens steht die Provinz im weiteren noch in Verbindung 
durch die aucli in Bahia vorkommenden Arten, Leptodactylus poecilo- 



132 F. Baumann, 

chilus, Leptodadylus caliginosus, Bufo granulosus, Htjla crepitans, Hyla 
alhomarginata, Hyla rubra, PJiyllomcdusa bunneisteri. 

Beziehungen mit der ober-amazonischen Provinz vermitteln ganz 
wenige weitverbreitete Arten wie Bufo marinus, Hyla venuJosa, Hyla 
rubra. 

Wie schon weiter oben angeführt wurde und wie sclion ans der 
allgemeinen Liste hervorgeht, sind gemeinschaftliche Arten mit 
der Campos-Eegion wenig zahlreich und zum großen Teil kosmo- 
politische. In Betracht kommen Bufo marinus, Bufo crucifer, Hyla 
boans, Hyla venulosa, Hyla rubra und Phyllomeclusa bunneisteri. 
Keine der Arten gehört nur den beiden Provinzen an; was man also 
als nähere Verwandtschaftsbeziehung ansprechen könnte, fehlt voll- 
ständig. 

Wenn wir uns nun aber die Zusammensetzung der Batrachier- 
fauna der Caatinga-Region näher ansehen und mit anderen ver- 
gleichen, vor allem mit derjenigen der Campos-Provinz, so erhalten 
wir kurz folgende Tatsachen: 

Die Batrachierfauna der Caatinga- Provinz ist nach den heutigen 
Kenntnissen eine wenig zahlreiche. Allgemein verbreitete Formen 
vermitteln hauptsächlich ihre Verwandtschaftsbeziehungen mit der 
Campos-Provinz, aber auch mit den anderen. In ihr berühren sich 
die Ausläufer der Fauna der unter-amazonischen Provinz und der- 
jenigen der litoralen Küstenwälder Ost-Brasiliens. Charakteristisch 
ist für sie das vollständige Fehlen der Gattung Ceratophrys, ganz ab- 
gesehen von Elosia, die nur den Süden bewohnt, und das spärliche 
Auftreten von Hylodes- Arten. Die Gattung Paludicola, die in der 
Campos-Provinz viele Arten und große Verbreitung aufweist, ist in 
einem einzigen Vertreter beobachtet worden. Leptodactylus-Artein, 
Bufoniden und Hj'liden stellen, trotzdem auch sie wenig zahlreich 
sind, das Hauptkontingent der vorkommenden Batrachier. 

2. C a m p s - P r V i n z. 

Ausgedehnte Camposbildungen finden sich hauptsächlich im Süden 
von Zentral-Brasilien, vor allem in den großen Staaten Minas Geraes 
und Matto Grosso. 

Die Batrachier von Minas Geraes sind namentlich von Eeix- 
HARDT u. LÜTKEN uud vou BuRMEisTEE beschrieben worden und 
stammen zum größten Teil aus dem Campos-Gebiet von Lagoa Santa. 
Aus Matto Grosso stehen mir Batrachierverzeichnisse von Stein- 
DACHNEE, CoPE uud BouLENGEE zur Verfügung. Das Material Bou- 



Brasilianische Batrachier des Berner Natnrhistorischen Museums. 



133 



lenger's stammt von den Chapadäs von Matto Grosso, den reinsten 
Camposbildungen, und wurde von einem Herrn M. A. Eobeet ge- 
sammelt, dasjenige von Cope aus der Umgebung von Cujabä am 
Ursprung des Paranä. 

Von ganz charakteristischen Camposformen können folgende an- 
geführt werden: 



Art 


Minas 


Matto 


Geraes 


Grosso 


Dendrobates hraccatns Cope 






Hylodes conspicillatns Günth. 


— 


— 


Ceratophrys cidtripes R et L. 


+ 


— 


C. cristiceps F. Müll. 




+ 


Paludicola verrucosa R. et L. 


+ 




P. saltica Cope 




— 


P. mystacalis Cope 


— 


— 


P. ameghini Cope 


— 


— 


EupempMx nattereri Steind. 


— 


Leptodactylus previpes Cope 


— 


— 


L. discolor R. et L. 


+ 


— 


L. glandidos'us Cope 




+ 


Hyla spectrum R. et L. 


+ 




H. melanargyrea Cope 




+ 


H. velata Cope 


— 


i 


H. nigra Cope 


— 




Hylella tenera R. et L. 


— 


-- 



Merkwürdig ist nun, daß von diesen typischen Camposformeu 
keine einzige in den beiden Sammelbezirken vorkommt. Die Er- 
klärung liegt wahrscheinlich in folgender Tatsache. Die meisten 
Arten aus Matto Grosso stammen aus der Umgebung von Cujabä, 
das etwa 200 ra hoch liegt, während diejenigen von Lagoa Santa 
aus einer Höhe von ca. 700 m stammen, da Minas Geraes nur in 
wenigen Punkten unter diese Höhe hinunter geht. Es macht sich 
also hier ein beträchtlicher Höhenunterschied zwischen den Fund- 
orten bemerkbar, der sicher den Hauptgrund in den Verschieden- 
heiten der beiden Lokalfaunen darstellt. 

Man könnte nun allerdings einwenden, daß die angeführten 
Arten zum größten Teil neue und seltene und nur einmal ge- 
funden worden seien. Nehmen wir nun aber andere, die sich einer 
größeren Verbreitung erfreuen, so können wir an ihnen, natürlich 
abgesehen von einigen allgemein vorkommenden Formen, mit Aus- 
nahme einer verschwindend kleinen Zahl, die gleiche Tatsache be- 
obachten. Zugleich lassen sich dann auch die Verwandtschafts- 
beziehungen der Batrachier von Matto Grosso mit denjenigen von 



134 ^- Baumänn, 

Süd-Brasilien, hauptsächlich von Rio Grande do Sul einerseits und 
derjenigen von Minas Geraes mit den Bergformen von Ost-Brasilien, 
mit Leichtigkeit herausfinden. Es ist dies ein zweiter Punkt, der 
auch wieder seinen Grund in der verschiedenen Höhenlage der 
Samraelgebiete haben mag-. Ich möchte an dieser Stelle, allerdings 
nui" andeutungsweise, da für die einzelnen Arten noch viel zu wenige 
genaue Fundorte vorhanden sind, um sicher gehen zu können, die 
Ansicht äußern, daß sich die Batrachierfauna überhaupt auf Höhen- 
stufen verteilen läßt. 

Noch aus einem weiteren Grund werden die beiden Gebiete von 
verschiedenen Batrachierfaunen bevölkert, der, wenn er vielleicht 
nicht so erheblich ist wie der erste, doch die Unterschiede wesent- 
lich verschärfen kann. Die beiden Sammelgebiete gehören nämlich 
verschiedenen Flußsystemen an und stehen in keiner hydrographi- 
schen Verbindung, so daß ein Austausch von Arten möglich wäre. 
Die Gegend von Cujabä wird nach dem Paranä hin entwässert und 
gehört dem gleichen Flußsystem an wie das Innere von Rio Grande 
do Sul. Minas Geraes dagegen gehört zum größten Teil ins Einzugs- 
gebiet des San Francisco. 

Als Beweis für die gemachten Ausführungen möge folgendes 
dienen. Es kommen nach dem heutigen Stand der Kenntnisse Palu- 
dicola signifer. Leptodadijlus, gracüis, Hijla nasica nur in Matto Grosso, 
dafür aber auch in Sao Paulo und S. Catharina, sogar bis nach Rio 
Grande do Sul hinunter vor und fehlen Minas Geraes vollständig. 

Umgekehrt bevölkern Ceraiophrijs hoiei. Lepiodacttßus gaiidichaudii, 
Hyla pardcdis, Hijla imnctatissima, PhyUomednsa hurmeisteri, die in der 
Campos-Provinz nur dem Staate Minas Geraes eigen sind, auch als 
Bergformen die Bergketten von Ost-Brasilien, z. B. das Orgel-Gebirge 
im Staate Rio de Janeiro. 

Ganz spärlich sind die Beziehungen zwischen der Fauna von 
Matto Grosso und derjenigen der Bergketten von Ost-Brasilien in 
bezug auf die Batracliier. Es sind nur Hylodes golhneri und Hyla 
senicula als in beiden vorkommend anzuführen. Auch die gemein- 
samen Foi'men in Minas Geraes und Süd-Brasilien sind wenig zahl- 
reiche. Es sind nur Faludicola cdhifrons und Hyla faber, wovon die 
letzte Art auch als Bergform in Ost-Brasilien vorkommt. 

Neben den kosmopolitischen Formen Lepiodaciylus typhonius, Bufo 
marinus, Bufo crucifer, Bufo typhonius, Hyla venidosa, Hyla rubra ge- 
hören im ganzen 2 Arten den beiden Lokalfaunen der Carapos-Pro- 
vinz an, nämlich Paludicola biligonigera und Engijstoma ovale, die aber 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 135 

auch in Sao Paulo und Eio Grande do Sul vorkommen, ein neuer 
Beweis verwandtschaftlicher Beziehungen zwischen der Carapos-Pro- 
vinz und der süd-brasilianischen. 

Merkwürdig ist das Auftreten der großen Dendrobates - Art, 
Bendrohates braccatus, in Matto Grosso, auf das schon weiter oben 
bei der Besprechung der Dentrobates- Arten des Amazonas-Gebietes hin- 
.gewiesen wurde. 

Auffallend ist für die Campos-Batrachier das Auftreten der 
vielen Vertreter der Gattung Paludicola. 

Z u s a m m e n f a s s u n g. 

Die Batrachierfauna der Campos-Provinz weist neben den ge- 
wöhnlichen weitverbreiteten Arten eine große Anzahl eigener Formen 
auf. Gegen die Batrachierfauna der Caatinga-Provinz läßt sie sich 
leicht abgrenzen. Sie läßt sich, bedingt durch Höhenunterschiede, 
in zwei Lokalfaunen, in eine solche von Matto Grosse und eine von 
Minas Geraes, einteilen. Diejenige von Matto Grosso zeigt verwandt- 
schaftliche Beziehungen zu der Batrachierfauna von Süd-Brasilien, 
hauptsächlich von Sao Paulo und Eio Grande do Sul. Die andere, 
von Minas Geraes, ist verwandt mit den Bergformen der Gebirgs- 
ketten von Ost-Brasilien, hauptsächlich von Rio de Janeiro. 

III. Ost-brasilianische Region. 

Der amazonischen und der zentral- brasilianischen Eegion möchte 
ich, wie dies schon von Buemeistee getan wurde, als dritte die 
ost-brasilianische gegenüberstellen. In meiner Einteilung für die 
Batrachier umfaßt sie aber nicht nur diejenigen der Küstenurwälder 
von Ost-Brasilien, sondern auch die Batrachieifauna der Bergwälder 
der Gebirgsketten der Staaten Minas Geraes, Eio de Janeiro und 
Sao Paulo, aber auch diejenige des Hochplateaus der Staaten 
S. Paulo, Paranä, S. Catharina und Rio Grande do Sul, also der ganzen 
Araucarienregion der floristischen Einteilung von Sievees. Die Eegion 
würde sich also, von Sergipe im Norden bis nach Eio Grande im 
Süden, der ganzen Ostküste entlang erstrecken und sowohl tropische 
wie subtropisches Gebiet einschließen. 

GoELDi teilt in seiner tiergeographischen Karte das ganze Ge- 
biet in zwei große Abteilungen, die er einander gegenüberstellt. Ich 
möchte sie als Unterabteilungen oder Provinzen ansehen, wenigstens 
in bezug auf die Batrachier, da eine charakteristische Batrachier- 
fauna ganz Ost-Brasilien bewohnt, die, wie wir sehen werden, von 

Zool. Jahrb. XXXIII. Abt. f. Syst. 10 



136 F. Bäcmänn, 

derjenigen der anderen Regionen stark abweicht, in sich selbst aber 
doch wieder so viele Unterschiede birgt, die eine Einteilung in Pro- 
vinzen rechtfertigt. Seine Namen möchte ich beibehalten: 

1. Litorale Provinz. 

2. Süd -brasilianische Provinz. 

Die Grenze zwischen den beiden ist eine komplizierte und nicht, 
wie man auf den ersten Blick annehmen könnte, der Wendekreis. 
Fingerförmige Ausläufer von beiden erstrecken sich weit, sowohl von 
Norden nach Süden wie von Süden nach Norden, über den Wende- 
kreis hinaus. So dehnt sich die litorale Provinz der ganzen Küste 
entlang bis nach S. Catharina hinunter aus und geht im Parhj^ba- 
lal zwischen der Sa. do Mar und Sa. dos Orgos einerseits und der 
Sa. do Mantiqueira andererseits weit ins Innere. Umgekehrt dringt 
aber die Fauna der süd-brasilianischen Provinz auf den Kämmen 
eben dieser Bergketten, aber auch auf denjenigen von Minas Geraes, 
weit nach Norden vor. 

Klimatologisch und floristisch konnte ich für die beiden Pro- 
vinzen aus der mir zur Verfügung stehenden Literatur folgende An- 
gaben schöpfen. Diesen sollen dann gleich die Untersuchungen über 
die sie bewohnenden Batrachier und ihre geographische Verbreitung 
angeschlossen w^erden. 

1. Litorale Provinz. 

Die litorale Provinz umfaßt das Küstengebiet von Ost-Brasilien, 
den Ostabfall des zentral-brasilianischen Plateaus gegen das Meer, 
der Staaten Bahia, Espirito Santo, Rio de Janeiro, Sao Paulo, Paranä 
und S. Catharina, deren Hinterland zum Teil in der Carapos-Provinz, 
zum Teil in der Caatinga-Provinz liegt. Sie steigt nur den Fluß- 
läufen entlang weiter ins Innere. 

Das Klima ist ein gemäßigt tropisches, im Norden, in Bahia, 
gleichmäßiger mit viel geringeren Schwankungen als im Süden. Das 
ganze Gebiet ist reich an Niederschlägen und weist aus diesem 
Grunde eine üppige Vegetation in Form von ungeheuren Küsten- 
urwäldern auf. Sie gehen der ganzen Küste entlang bis nach Porta 
Alegre, entbehren aber in iliren südlicheren Teilen der Üppigkeit des 
Nordens. Vor allem fehlen die Schlingpflanzen. Palmen kommen 
immer noch in großen Mengen vor, daneben besteht dieser Laubwald 
auch hier noch hauptsächlich aus Myrtaceen und Laurineen und 
zeichnet sich durch ein dichtes Unterholz aus. Er läßt sich der 
ganzen Küste entlang in zwei Stufen einteilen, in Mato virgem, die 



Brasilianische Batrachier des Berner Nati^rhistorischen Museums. 137 

unteren Laubwälder oder Küstenwälder, und Mato geral, die oberen 
ge\Yölinlichen Laubwälder. Im Tiefland überwieg-en Palmen, Lor- 
beerformen, Myrtaceen und Tamarinden ; an den Abhängen der Küsten- 
g:ebirge kommen im weiteren Bombaceen, Urtieaceen, Farnbäume, 
unter den Sträuchern Leguminosen, Euphorbiaceen, Verbenaceen vor. 
Der Mato geral zeichnet sich weniger durch den Besitz von Laub- 
bäumen aus, dagegen sind Palmen, Baumfarne und Bambusdickichte 
häufig. 

Die Fauna dieses Gebietes ist wahrscheinlich die bestbekannte 
von ganz Brasilien, wenn nicht von ganz Südamerika überhaupt, 
auch in bezug auf die Batrachier, Die ersten Reisen zur Erfor- 
schung der brasilianischen Fauna waren hierher gerichtet. Ba- 
trachier wurden gesammelt schon vom Prinzen Maximilian von Wied, 
dann von Natteree, Spix, v. Tschudi, Buemeistek, Wucheeee, in. 
neuerer Zeit von Goeldi und von Jheeing. Es ist das Gebiet, das 
zum größten Teil mit dem südöstlichen Urwald- oder Küstengebiet 
der Einteilung Buemeistee's übereinstimmt. 

Was nun die Batrachierfauna anbetriift, die die Provinz bevöl- 
kert, so ist es schwer herauszubringen, ob die Formen wirklich dem 
Küstenurwald angehören oder ob sie aus dem Innern, also aus der 
Campos- oder Castinga-Provinz oder aus dem Gebirge stammen. 
Am besten kann man noch eine Trennung im nördlichen Teil vor- 
nehmen, was aber südlich des Staates Eio de Janeiro liegt, bietet 
große Schwierigkeiten, da bei den wenigsten Arten genauere Fund- 
ortsangaben vorhanden sind. Ich glaube aber kaum . daß die be- 
kannten Formen aus Sao Paulo und S. Catharina hierher zu rechnen 
sind. Aus Paranä dagegen sind die beiden STEiNDACHNER'schen 
Arten Hyla leucophyllata, Natterena laierisinga wiedei" beizufügen, da 
sie von Natteeer ganz an der Küste gefangen worden sind. 

Ein Ding der Unmöglichkeit wäre es nun aber, nach dem heutigen 
Stand der Kenntnisse, die Batrachierfauna auf die von Goeldi auf- 
gestellten zwei Unterabteilungen dieses Gebietes zu verteilen. Er 
teilt nämlich die ganze Fauna der litoralen Provinz ein in: 

1. Fauna der Küstenbergwälder, 

2. Fauna der Küstenniederungen und Vorhügel. 

Die erste Abteilung würde ungefähr der Fauna des Mato geral 
entsprechen, die zweite derjenigen des Mato virgem. Die Einteilung 
ist einleuchtend, besonders da auch die Flora nicht die gleiche ist. 
Sie läßt sich mit großer Wahrscheinlichkeit, da auch hier wieder 
größere Höhenunterschiede in Betracht fallen, auch auf die Batrachier- 

10* 



138 



F. Baumann, 



B a t r a c h i e r der 1 i t o r a 1 e n Provinz. 



Art 


Bahia 


Espirito 
Santo 


Rio de 
Janeiro 


Parauä 


Fhryniscus prohoscidens Blngr. 


+ 


_ 


_ 




Brachycephalus ephippinm Spix 


+ 


— 


— 


— 


Sfereocyclops incrassatiis Cope 




+ 


— 


— 


Telmantobhis hnmliensis Steind. 


— 




+ 


— 


T. asper Blngr. 


— 


— 


+ 


— 


Elosia nasus Licht. 


+ 


— 


+ 





E. bnfonia Gir. 




— 


+ 


— 


E. vomerina Gir. 


— 


— 




_- 


Hylodes hinotatns Spix 


— 


— 


-j- 


— 


Ceratophrys hoiei Wieb 


+ 


— 


+ 


— . 


C. dorsatd Wiku 




+ 







PaludUola albifrons Spix 


-|- 




_ 





P. kröyeri R. et L. 


— 


— 


— 


— 


LepiodactyUis pentadactylns Laür. 


— 


— 


— 


— 


L. poecilocliiltts Cope 


— 




— 


— 


L. typhon'ms Daud. 


— 


+ 


1 


— 


L. ocdlatus L. 


+ 




-r 





L. caliginosns Gir. 


+ 


— 







L. (jaudichandU Duji. et Bier. 




— 


+ 





Zachaenus parmihis Gir. 


— 


— 


+ 





Nattereria lateristriga Steind. 


— 


— 




+ 


Dendrophryniscus hrevipollicatus Esp. 


— 


— 


+ 




Bufo marinus L. 


+ 


— 




— 


B. crucifer W'ied 


+ 


+ 


-\- 


— 


B. yrannlosns Spix 


+ 




— 


— 


Hyla maxhna Laur. 


+ 


— 


— 





H. appendicvJata Blngr. 


+ 


— 


— 


— 


H. cryptomelus Cope 


+ 


— 


— 





H. füher Wied 


+ 


— 


+ 


— 


H. crepitans W'ied 


+ 


— 







H. pardcdis Spix 




— 


+ 





H. corticalis Burm. 


+ 


— 


+ 


— 


H. alhouKu-iihuita Spix 


+ 


— 


+ 


— 


H. jiiuicliilii Schneid. 


+ 


— 







H. panciUhtfa Peters 


+ 


— 








H. langfidorffii Dum. et Bibr. 




— 








H. cciiulosd Laur. 


-- 


— 


+ 


— 


H. mcmphaea Hens. 


__ 










H. iwjroniaculata Tschud. 





— 


+ 





H. septendrionalis Tschüd. 


— 


— 


+ 


— 


H. lencophyllata Beir. 


-- 


— 




+ 


H. hipunctata Spix 


— 


— 


+ 




H, strigilata Spix 


+ 


— 


+ 


— 


H. senicula Cope 




— 


+ 





H. rubra Daud. 


+ 


— 


+ 





Nototrema microdiscus Anders. 









+ 


Phyllonicdxsa aspcra Peters 


+ 


— 







P. bnrmeisteri Blngr. 







+ 





Amphodus tcuchereri Peters 


+ 


+ 




— 



ßrasilianisclie Batrachier des Berner Naturhistorischeu Museums. 139 

fauna der litoralen Provinz ausdehnen, doch fehlen vorläufig noch 
die nötigen Fundortsangaben, um eine Trennung durchführen zu 
können. Man hätte dann z. B. in Rio de Janeiro drei übereinander 
liegende Höhenstufen, die sich jede durch eigene Batrachier-Arten 
auszeichnen würde, allerdings vergesellschaftet mit vielen Kosmo- 
politen, die auch später eine reinliche Scheidung erschweren werden. 
Gegenwärtig muß man froh sein, wenn man Waldformen im allge- 
meinen von Bergformen trennen kann. Batrachier, deren Fundort 
einfach mit Eio de Janeiro bezeichnet war, wurden von mir zum 
größten Teil den Waldformen zugerechnet. 

Das Batrachierverzeichnis, das sich für die litorale Provinz auf- 
stellen läßt, siehe auf voriger Seite. 

An Formen, die bis jetzt nur hier gefunden worden sind, können 
angeführt werden: 

Phryniscus prohoscideus Blngr, aus Bahia, 

Brachycejjhaliis ephippium Spix aus Bahia, 

Stereocijdops tncrassatus Cope aus Espirito Santo, 

Tebnantobius brasilioisis Steind. aus ßio de Janeiro, 

Elosia vomerina GiR. aus Eio de Janeiro, 

Zachaenus parviihts Giß. aus Bio de Janeiro, 

Nattereria laterisiriga Steind. aus Paranä, 

Dendrophryniscus brevipoUicatus Esp. aus Rio de Janeiro, 

Hyla cryptomelas Cope aus Bahia, 

H. yiigromacidata Tschud. aus Rio de Janeiro, 

R. septendrionalis TsCHUD. aus Rio de Janeiro, 

H. Icucophyllata Bete, aus Bahia, 

H. bipundata Spix aus Rio de Janeiro, 

Nototrema microdiseus Anders, aus Paranä, 

Phyllomedusa aspera Peters aus Bahia, 

Amphodus wuchereri Peters aus Bahia, Espirito Santo. 

Wenn wir dieses stattliche Verzeichnis durchgehen, so finden 
wir mehrere Gattungen, die nur hier beobachtet worden sind, wie 
Brachycephalus, Stereocydops , Zachaenus, Nattereria, Dendrophryniscus, 
Amphodus. Merkwürdig ist ferner auch das Auftreten einer weiteren 
Nototrema- kri. 

Doch auch die Formen, die die Provinz mit anderen gemein hat, 
neben den allgemeinen fast überall vorkommenden Arten, sind zahl- 
reich, und da sind es vor allem Formen, die auch der Fauna der 
Gebirgsketten von Rio de Janeiro und Minas Geraes, kurz der Berg- 
fauna oder derjenigen des Hochplateaus der süd-brasilianischen Provinz, 
angehören. Die Verwandtschaft zwischen diesen beiden Provinzen 



140 F. Baujiänn, 

ist eine iialieliegende und vor allem in den Grenzgebieten eine be- 
deutende. Nachgewiesen ermaßen kommen in beiden vor: Telmaniohius 
asper, Elosia nasus, Elosia hufonia, Ceratophrys hoiei, Ceratophrys 
dorsata, Paludicola albifrons, Leptodadylus oceUatus, Leptodactylus gaudi- 
cliaiidii, Hyla faber, Hyla pardalis, Hyla cotiicalis, HyJa langsdorffii, 
HyJa mesopJiaea, Hyla strigüata, Fhyllomedusa hurmeisteri; ferner die 
weitverbreiteten Arten: Leptodaciijlus typhonius, Bufo marinus, Bufo 
crucifer, Hyla alhomarginata, Hyla rubra. 

Auch mit den anderen Provinzen zeigt sie gemeinschaftliche 
Arten, die aber lange nicht so zahlreich sind. So habe ich viel mehr 
Verwandtschaftsbeziehungen zur am azonischen Urwald region erwartet, 
wie dies sclion weiter oben betont wurde. Der Grund dafür liegt 
wahrscheinlich in der ziemlich abweichenden Flora der beiden Pro- 
vinzen. Von Arten, die in beiden, der amazonischen Region wie der 
litoralen Provinz, zum Teil aber auch im Übergangsgebiet zwischen 
beiden in der Caatinga-Provinz vorkommen, können neben den gewöhn- 
lichen kosmopolitischen folgende angeführt werden: Hylodes binotatus, 
Paludicola Jcröyeri, Leptodactylus ocellatus, Hyla maxima, Hyla appen- 
dicidata, Hyla punctata. 

Die gemeinschaftlichen Formen mit der Caatingafauna wurden 
schon weiter oben bei der Besprechung dieser behandelt. 

Auf den ersten Blick merkwürdig berührt wird man durch das 
Vorkommen einiger Camposformen in den Urwäldern der Küste, wie 
Ceratophrys boiei, Paludicola cdUfrons, Paludicola Jcröyeri, Leptodactylus 
gaudichaudii, Hyla marina, Hyla faber, Hyla pardalis, Hyla senicola. 
Ihr Vorkommen wird vermittelt durch die Fauna der Bergregion, 
der sie auch angehören, und im übrigen sind es Formen, die über- 
haupt, oder wenigstens in Südbrasilien, weitverbreitet sind. 

Z u sa m m e n f a s s u n g. 

Die Batrachierfauna der litoralen Provinz W'eist eine große 
Anzahl eigener Gattungen und Arten auf. Sie ist am nächsten ver- 
wandt mit denjenigen der süd-brasilianischen oder Bergprovinz, mit 
der sie in innigem Kontakt steht. Die Großzahl der verwandten 
und gleichen Arten finden wir, wie natürlich, in den Grenzgebieten. 
Merkwürdig sind die spärlichen Beziehungen zu der Fauna des 
anderen großen Urwaldgebietes, der amazonischeu Provinz. Der 
Grund dafür mag in den verschiedenen floristischen Verhältnissen 
der beiden Piovinzen liegen. In ihr treten zum ersten Male Elosia- 



Brasilianische ßatrachier des Berner Natnrhistorischen Museiims. 141 

Arteil auf, die, wie wir sehen werden, ihre Hauptverbreitung in der 
noch zu besprechenden süd-brasilianischen Provinz, vor allem in den 
Bergketten von Rio de Janeiro und Minas Geraes haben. 



2. S ü d - b r a s i 1 i a n i s c h e Provinz. 

Hierher gehören die Gebirgszüge der Staaten Minas Geraes, 
Eio de Janeiro und Sao Paulo, die Serra dos Vertentes, die Serra 
Espinha(:o, die Serra dos Aimores, dann die Serra do Mantiqueira, 
die Serra do Mar mit der Serra dos Orgaos und im weiteren die 
Hochplateaus der Staaten Sao Paulo. Paranä, S. Catharina und Eio 
Grande do Sul mit ihren Randgebirgen. 

In dieser Provinz können wir einen langsamen Übergang von 
tropischem zu subtropischem Klima beobachten. Die mittlere Jahres- 
temperatur, die im Orgel-Gebirge in Höhen von 800 — 880 und in 
Sao Paulo 740 m noch 18—20'^ C beträgt, sinkt in Parana auf 16 bis 
20" C hinunter und erreicht in Eio Grande do Sul auch für die 
Küstenstationen, die in den weiter nördlich gelegenen Staaten viel 
höhere Jahresmittel haben, nur noch 17 — 18" C. 

Dem Klima entsprechend läßt sich auch an den für uns wichtigen 
Vegetationsverhältnissen ein Übergang von der tropischen Vegetation 
des Nordens zu der gemäßigten Argentiniens wahrnehmen. Dann 
aber ist sie auch eine verschiedene je nach der Lage und Höhe 
des Bodens, auf dem sie steht. Bergwald, Grasfluren, Teewald und 
Araucariengehölz wechseln miteinander ab. Charakteristisch ist die 
Araucaria brasiliensis, nach welcher das ganze Gebiet von 0. Drude 
Araucarienregion genannt worden ist, und der Paraguay-Teebaum, 
Hex paraguayensis. 

An den Bergketten des nördlichen Teiles geht der Mato geral 
hoch empor, wird aber immer weniger üppig, je höher man kommt, 
enthält im oberen Teile Araucarienbestände und geht langsam in 
eine reine Gebirgsvegetation über, für die als charakteristische 
Pflanzen vor allem 2 baumartige Liliaceen, Vellosia glauca und Bar- 
bacenia exscapa, genannt werden können. Häufig treten Bromelien, 
Cacteen und Eriocaulen hinzu. In den Schluchten kann halbhoher 
Wald vorkommen, der nach oben von Halbsträuchern und Gebirgs- 
pflanzen wie Eanunculus, Viola, Oxalis, Geranium, Ericaceen, Es- 
calonien, Berberis, Farnen und Lycopodien abgelöst wird. Bis auf 
die größten Höhen von über 2000 m kommen Lebermoose vor. 

Diese Höhenflora beschränkt sich aber auf die hohen Gebirgs- 



142 F. Baumann, 

Züge von Minas Geraes, Eio de Janeiro und Sao Paulo. Das Hoch- 
plateau des Südens und seine Randgebirgsketten erreichen keine 
solchen Höhen. Der bei der Besprechung der litoraleu Provinz be- 
schriebene Küstenwald ist auch dem Randgebirge bis zu einem ge- 
wissen Grade eigen. Auch er steigt in die Flußtäler hinauf und 
verschmilzt am Oberlauf des Urugua}' und des Paranä mit den 
großen Urwäldern des Innern. 

In höheren Lagen verschwindet der gemischte Laubwald mehr 
und mehr und wird ersetzt durch niedrige Tee- oder Kiefernwälder. 
Im ersten Falle haben wir es mit Hex paragua^^ensis, im zweiten 
mit Araucaria brasiliensis zu tun. Die Araucarie wie der Teebaum 
erreichen ihr Hauptvorkommen in Rio Grande do Sul. Die höchsten 
Erhebungen des Plateaus sind mit Grasfluren bedeckt, und auch im 
Süden von Rio Grande dehnt sich eine große Grassteppe aus. die 
sich von den Campos j\Iittel-ßrasiliens durch das Fehlen von Stauden 
und HolzgeW'ächsen unterscheidet und an der Grenze von Uruguay 
einen vollkommenen Pampascharakter aufweist. 

Alle diese kurzen klimatologischen und floristischen Angaben 
sind geschöpft aus der mir über diesen Punkt zur Verfügung 
stehenden Literatur, vor allem aus den Werken von Sievees und 

SCHIMPER. 

Wenn wir nun weitergehen und die Batrachierfauna der Provinz 
betrachten, die dank der vielen Reisen, die durch dieses Gebiet ge- 
macht worden sind, eine der bestbekanntesten Brasiliens ist und 
vielleicht die größte Artenzahl aufweist, so können wir sie auch, 
wie dies Goeldi schon für Vögel und Säugetiere getan hat, auf 2 
große Unterprovinzen verteilen. Goeldi teilt die ganze Fauna der 
süd-brasilianischen Provinz ein in: 

1. Fauna des gebirgigen Teiles der Staaten Rio de Janeiro, Minas 
Geraes, Sao Paulo und Paranä. 

2. Fauna des südlichen Hochplateaus und der Binnen- und 
Küstenflußwälder. 

In dem nachfolgenden Verzeichnis, das mit Deutlichkeit die Be- 
rechtigung einer solchen Einteilung auch auf die Batrachier aus- 
dehnt, wurden der Kürze halber die Batrachier in Bergformen und 
Plateauformen unterschieden. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischeu Museums. 



143 



Batrachierfauna der süd- brasilianischen Provinz- 



Art 





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^ O 



Engy Stoma ovale Schneid. 

E. leueostictum Blngk. 

Pseudis m'mnta Peters 

P. mantidadijJa Cope 

Teh)iantohius asper Blngr. 

Elosia nasus Licht. 

E. hufo7iia Gir. 

E. divisa Wandlk. 

E. lateristricjata n. sp. 

Hylodes goeldii n sp. 

H. goUmeri Peters 

H. miliaris Spix 

H. petropolitanus Wandlk. 

Ceratophrys higihhosa Peters 

C. appendiculata Günth. 

C. hoiei Wied 

C. fryi Günth. 

C. dorsata Wied 

C. ornata Bell. 

C. americana Dum. et Bier. 

C. oliausi Wandlk. 

Paludicola ftiscomaculata Steind. 

P. biligonigera Cope 

P. albifrons Spix 

P. henselü Peters 

P. falcipcs Hbnsel 

P. olfersi Mart. 

P. sp. Blngr. 

P. signifer Gir. 

P. graeUis Blngr. 

P. bischoffii Blngr. 

Eupemplnx nana Blngr. 

Leptodadyhis longirostris Blngr. 

L. mystacinus Burm. 

L. typhonius Daud. 

L. ocellatus L. 

L. gaudichaudii Dum. et Bibr. 

L. gracilis Blgr. 

L. prognathus Blngr. 

Lininoniedusa macroglossa DuJi. et Bibr, 

Bufo arenarum Hbns. 

B. marinus L. 

B. crucifer Schneid. 

B. d'orbignyi Dum. et Bibr. 

Hyla faber Wied 

H. pardalis Spix 

H. corticalis Borm. 

H. albomarginata Spix 

H. punctatissima R. et L. 

S. langsdorffii Dum. et Bibr. 



+ 



+ 
+ 



+ 



+ 
+ 



+ 
+ 



+ 

+ 
+ 
+ 



+ 

+ 



+ 



+ 



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+ 

+ 
+ 



+ 
+ 



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+ 



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+ 

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144 



F. Baumann, 





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JEf. viesopJiaca Hens. 




1 
1 




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H. imlcheUn Dum. et Bibr. 


— 


+ 


— 


+ 


+ 


-|- 


+ 


H. vauteri Bell 


— 




— 









+ 


H. naska Coee 


— 


— 


— 


+ 


-l- 





+ 


H. microps Peters 


— 


+ 


— 




— 


+ 




H aurantiaca Daud. 


— 


+ 


— 


+ 


— 


+ 


+ 


H. minnta Peters 


— 


-j_ 


— 




— 


+ 




H. strigüata Spix 


— 


+ 


— 


— 


— 


+ 


— 


H. senicula Cope 


— 




— 


+ 


— 




+ 


H. politaenia Cope 


— 


+ 


— 




— 


+ 




H. bracteator Hens. 


— 










+ 




+ 


H. nehulosa Spix 


— 


+ 


— 


— 




+ 




H. rubra Daud. 


— 


+ 


+ 


+ 


— 


+ 


+ 


H. hmttata Blngr. 


— 






X. 


— 




+ 


H. catharinae Blngk. 


— 


1 


— 


-i- 


— 


+ 


+ 


H. goeldi Blngr. 


— 


-|- 


— 




— 






H. ohmisi Wandlk. 


— 


-|- 


— 


— 


— 


-- 


— 


H. bisclioffii Blngr. 


— 


— 


— 


~r 


+ 





+ 


H. viarijinafa Blngr. 


— 


— 


— 




+ 


— 


+ 


Hylella pygmaea Blngr. 


— 


+ 


— 


+ 




+ 




H. parcula Blngr. 


— 


+ 


— 


+ 





+ 


__ 


Phyllomeclusa burmeisteri Blngr. 


— 


+ 


— 




— 


+ 


— 


P. iheringii Blngr. 


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Daß aber die beiden Faunen, die Bergformen und die Plateau- 
formen, nahe verwandt sind, zeigen die aus dem Verzeichnis hervor- 
gehenden zahlreichen gemeinsamen Formen. So kommen in beiden 
vor: Elosia nasus, Hylodes goUmeri, Hylodes miliaris, der auch in 
Para beobachtet wurde, Ceratophrys hoiei, Ceratophrys fryi, Paliidicola 
büigonigem, die ziemlich allgemein verbreitet ist, Paliidicola albifrons, 
die mehr dem Osten und Süden angehört, Paludicola olfersi, Paln- 
dicola signifer. Leptodactyliis mystacinus. eine südliche Form; dann 
die Kosmopoliten Leptodactylus iypJionius, Leptodadylus ocellatus, Lepto- 
dactylus gandichaudü, Bufo marimis, Bufo crucifer, ferner Hyla faber, 
Hyla mesophaea, Hyla piücliella, Hyla aurantiaca, Hyla catharinae, 
Hylella pygmaea, Hylella parvula. 

Im Nachfolgenden sollen die beiden Lokalfaunen getrennt be- 
handelt werden. Anknüpfend an die bei der Besprechung der Ba- 
trachierfauna der litoi-alen Provinz betonte Verwandtschaft, möchte 
ich in erster Linie die Batrachier des gebirgigen Teiles der Staaten 
Rio de Janeiro, Minas Geraes, Sao Paulo und Paranä. oder kurz die 
Bergformen, einer eingehenderen Untersuchung unterziehen. Vor- 
ausschicken möchte ich auch noch, wie übrigens schon aus dem 



ßrasüiauiscbe Batrachier des Beruer Nati:rhistorischen Museums. 145 

Verzeichnis liervorgelit, daß, wenn wir von Bergformen sprechen, vor 
allem die Batrachier des Orgel-Gebirges in Betracht kommen, die 
namentlich dnrch die großen Sammlungen von Goeldi bei There- 
sopolis, durch eine von Petees beschriebene aus Neufreiburg und 
eine von Wandolleck beschriebene, von Ohaus gesammelte, aus 
Petropolis voraussichtlich fast vollständig bekannt sind. Viel 
weniger zahlreich sind die Angaben aus Sao Paulo und Minas 
Geraes, und fast ganz fehlen sie aus Paranä. Man kann nun den 
nachfolgenden Ausführungen den Vorwurf machen, daß sie sich ein- 
seitig nur auf die Orgelgebirgsbatrachier stützen, doch glaube ich, 
da klimatologisch und floristisch die Verhältnisse der anderen 
Gebirgsketten, wenn nicht die gleichen, so doch ähnliche sind, daß 
auch die Batrachierfauna eine ähnliche sein wird. 

Als ganz charakteristische Bergformen, die nur hier gefunden 
worden sind, seien angeführt: Elosia divisa, Elosia lateristrigata, Hy- 
lodes goeldii, Hylodes petropolitamis, Cerafophrys appendiculata, Cerato- 
phrys ohausi, Faludicola sp., Hyla microps, Hyla minuta, Hyla poly- 
taenia, Hyla goeldii, Hyla ohausi. 

Es ist eine stattliche Zalil, die die Einteilung der Batrachier- 
fauna eines Gebietes nach Höhenregionen rechtfertigt, wenigstens 
bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich erscheinen läßt. 

Auf die vielen gemeinsamen Formen zwischen der Bergregion 
und der litoralen Region wurde bei der Besprechung letzterer auf- 
merksam gemacht. Auch die Beziehungen der Bergbatrachier zu 
den Cam posformen von Minas Geraes wurden weiter oben besprochen, 
ebenfalls diejenigen zwischen den Camposformen von Matto Grosso 
und den Plateauformen von Rio Grande do Sul. 

Die Besprechung der Batrachierfauna des südlichen Hochplateaus 
und der Binnen- und Küstenflußwälder führt uns aus den Tropen 
heraus in die subtropische Region. Das Klima wird kälter, und 
auch die Vegetation verliert ihren rein tropischen Charakter nach 
und nach, je weiter man nach Süden kommt. Es ist deshalb auch 
zu erwarten, daß wir hier, besonders im südlichsten Teile in Rio 
Grande do Sul, viele Formen antreifen, die dem tropischen Norden 
fehlen und eher überleiten zur Batrachierfauna Argentiniens. Von 
solchen, die für die Provinz typisch sind, lassen sich folgende an- 
führen: Eng y Stoma leucostictmn, Pseudis minuta, Pseudis mantidactyla, 
Ceratophrys bigibbosa, Ceratophrys americana, Paludicola fuscomaciilata, 
Paludicola henselii, Paludicola falcipes, Paludicola gracilis, Paludicola 
bischoffii, EupempMx nana, Leptodactylus prognatlius, Limnomedusa 



146 F. Bäc.maxn, 

macroglossa, Bufo arenarum , Bufo d'orhigmji, Hyla vauteri, Hijla 
bradeator, Hyla bisittata, Hyla bischoffii, Hyla marginata. Pliyllomeclusa 
iheringii. 

Von diesen Arten, die im übrigen Brasilien fehlen, kommen aber 
eine ganze Anzahl in Uruguay, Paraguay und Argentinien vor, so: 
Pseudis mantidactyla, Ceratophrys americana, Paludicola fuscomaculata, 
Paludkola falcipes, Limnomedusa macroglossa, Bufa arenarum, Bufo 
d'orbignyi, Hyla vauteri. Wir haben es hier mit subtropischen 
Formen zu tun. 

Schon bei der Besprechung der litoralen Provinz wurden die 
vielen gemeinschaftlichen Formen mit der süd-brasilianischen Provinz 
erwähnt, allerdings ohne auf ihre spezielle Verbreitung in letzterer 
näher einzutreten. Die meisten kommen auch in der Bergregion 
wie in der Plateauregion vor, doch haben wir auch einige wenige 
Formen, die die Bergregion meiden und wahrscheinlich der Küste 
entlang in S. Catharina und Rio Grande do Sul eingewandert sind. 
Es sind dies: TelmantoUus asper, Ceratophrys dorsata, Hyla laugs- 
dorffii, Hyla senicola. 

Auf die Ausbreitung der Camposbatrachier von Matto Grosso 
bis nach Rio Grande hinunter, in einigen Arten, wurde schon weiter 
oben aufmerksam gemacht. 

Wenn wir zum Schlüsse kurz das Gesagte über die süd-brasi- 
lianische Provinz zusammenstellen, so erhalten wir folgendes Re- 
sume: 

Die Süd-brasilianische Provinz läßt sich nach der verschieden 
hohen Lage ihres Gebietes und der daraus resultierenden Floren- 
und Faunenunterschiede in zwei Unterprovinzen einteilen. 

Die Batrachierfaunen beider sind nahe verwandt, zeigen aber 
doch wieder viele nur der einen angehörende Formen, die eine 
Trennung in 2 Lokalfaunen berechtigt erscheinen lassen. 

Die nächstverwandte Batrachierfauna zu beiden ist diejenige 
der litoralen Provinz. 

Die Batrachierfauna der Bergregion, die eine Lokalfauna, zeigt 
verwandtschaftliche Beziehungen mit der Camposfauna von Minas 
Geraes, diejenige der Plateauregion, die andere Lokalfauna, mit 
derjenigen der Camposfauna von Matto Grosso. 

Die Batrachierfauna der Plateauregion weist aber auch, infolge 
ihrer subtropischen Lage, ziemlich viele gemeinschaftliche Formen 
mit derjenigen von Uruguay und Argentinien auf. 



Brasilianische Batrachier des Beruer Naturhistorischen Museums. 147 

A u s d e h 11 u 11 g- s - u n d Y e r b r e i t n ii g s b e z i r k e der einzelnen 

Gattungen und Arten d e r B a t r a e h i e r f a u n a B r a s i 1 i e n s. 

(Tafel 5—6 Karten II— VII.) 

Aus den im vorhergehenden Kapitel behandelten tiergeographi- 
schen Provinzen und ihrer Batrachierfauna lassen sich nun Ver- 
breitungsbezirke für die einzelnen Gattungen und Arten zusammen- 
stellen. Es liegt mir ferne dies für jede Art tun zu wollen, kann 
man doch aus der allgemeinen Tabelle die Verbreitung jeder ein- 
zelnen entnehmen. Eine Zusammenstellung der Fundorte der ein- 
zelnen Arten gibt uns nun aber die geographische Verbreitung der 
betreftenden Gattung. Schon im vorhergehenden Kapitel wurden 
kurze Andeutungen darüber gemacht, und hier möchte ich nun des 
näheren darauf eingehen. 

Firmisteruia. 

Ranidae. 

Von dieser in allen anderen Kontinenten weitverbreiteten 
Familie kommt nur die Gattung Bana mit ganz wenigen Arten in 
Südamerika vor. 

1. Haiia. 

Die Gattung ist ganz auf den Norden von Südamerika be- 
schränkt und kommt in Brasilien nur im Amazonas-Gebiet, also in 
der Provinz der äquatorialen Urwälder, vor. Es sind im ganzen nur 
3 Arten, die nach Südamerika hinuntergehen. Von ihnen hat 
Bana pahnipes die größte Verbreitung. Sie kommt von Mexiko an 
durch ganz Zentralamerika vor und wurde auch in Ecuador ge- 
fangen. In Brasilien ist sie nur in der unter-amazonischen Provinz 
beobachtet worden. Die beiden anderen Arten, Bana copü und Bana 
nigrolatus, sind nur dem oberen x4.mazonas-Gebiet eigen, 

Dendrohatidae. 

2. Dendrohates. 

Auch die Vertreter der Gattung gehören ganz dem Norden von 
Südamerika und dem Süden von Mittelamerika an. Von den brasi- 
lianischen Arten gehen 3 nicht über das Amazonas-Gebiet hinaus 



148 F. Baumänn, 

nach Süden. So kommt Dendrobates labialis nui' im Gebiet des 
oberen Amazonenstromes vor. Dendrobates tinctorius und Dendrobates 
trivittatus wurden aber außerdem noch in Guayana, ersterer auch 
. in Ecuador, beobachtet. Der 4. Vertreter, Dendrobates braccatus, fehlt 
merkwürdigerweise dem x4mazonas-Gebiet bis jetzt ganz und konnte 
nur in ^fatto Grosso gefangen werden. 

Engystomatidae. 

Die Aufteilung der Engystomatidae ist schon schwieriger, doch 
kann ich schon jetzt anführen, daß. mit Ausnahme von Engystoma 
microps, das im oberen Amazonas-Gebiet und in Guayana beobachtet 
worden ist, und Hypopachus variolosus aus Parä, alle anderen Arten 
dem ganzen amazonischen Urwaldgebiet fehlen. 

3. Phrtjnismfs, 

Phryniscus proboscidens Avurde in Bahia gefangen, Phryniscus 
flavescens im Innern von Brasilien, ohne genauere Ortsangabe, wahr- 
scheinlich im Caatingawald von Goyaz. 

4, Jßrachyeephalus. 

Der einzige Vertreter der Gattung, Brachycephalus epMppium, 
stammt aus Bahia. 

5. Stereocyclops» 

Stereocyclops incrassatus wurde in Espirito Santo beobachtet. 

6. Hißpoiynehns. 

Hypopachus variolosus kommt in Parä vor, bevölkert aber auch 
Mittelamerika. 

7. En{/!/stoma. 

Von den Engystoma- Arten ist Engystoma microps nur dem Norden 
von Südamerika eigen und kommt im oberen Amazonas-Gebiet, aber 
auch in Guayana vor. Engystoma ovale gehört der Fauna des 
Campos-Gebietes von Matto Grosso und Minas Geraes, aber auch der- 
jenigen der Steppe von Rio Grande do Sul und Paraguay an. 
Engystoma leucostictum wurde nur in S. Catharina beobachtet. 

Die Gattung Engystoma ist eine weitverbreitete. Sie erstreckt 
sich vom Süden von Nordamerika durch ganz Mittelamerika und 
Südamerika bis nach Rio Grande do Sul und Paraguay hinunter, 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturbistorischen Museums. 149 

ohne jedoch Ariele Arten aufzuweisen und ohne zahlreich aufzu- 
treten. 

AVeitere Firmisternia wurden nicht beobachtet. Im ganzen ge- 
nommen spielen sie, die in anderen Kontinenten ein Hauptkontingent 
der gesamten Batrachierfauna stellen, in Südamerika eine ganz unter- 
geordnete Rolle und machen nur einen kleinen Prozentsatz aus im 
Gegensatz zu der ungeheuren Artenzahl der Arcifera, 



Arcifera. 

Cystignathidae. 

Die Cystignathiden bevölkern in großer Zahl, sowohl was 
Gattungen wie Arten anbetrifft, ganz Südamerika. Aus dem Auf- 
treten der einzelnen Gattungen in Brasilien kann man den allge- 
meinen Schluß ziehen, daß die Familie ihre Hauptverbreitung im 
Süden von Südamerika hat. Trotzdem gibt es mehrere Gattungen, 
die kosmopolitisch , gewöhnlich allerdings nicht in den gleichen 
Arten, in ganz Südamerika beobachtet worden sind. Für andere da- 
gegen läßt sich der Verbreitungsbezirk ziemlich genau umschreiben, 
woraus man umgekehrt wieder Schlüsse ziehen kann auf die Be- 
dingungen klimatologischer und floristischer Art, die ihr Vorkommen 
ermöglichen oder ausschließen. 

8. JPseudis. 

Die PseiicUs- Arten fehlen den andinen Gebirgen und Hochländern 
Südamerikas vollständig. Sie kommen mehr der Ostküste entlang 
vor, allerdings in wenigen Arten und wenig zahlreich, und wurden 
von Guayana an bis nach Paraguay und Argentinien hinunter 
beobachtet. Von den brasilianischen Arten bevölkern 2, Pseudis 
minuta und Pseudis mantidadyla, Rio Grande do Sul, letztere wurde 
auch in S. Catharina und Buenos Aires beobachtet. Die 3. Art, 
Pseudis limellum, kommt am oberen Amazonas vor, ist aber auch in 
Paraguay und Argentinien gefunden worden. 

9. Cyclorhamphus, 

Die kleine Gattung mit ihrer einzigen Species, Cydorhamphiis 
ftdiginosus, soll in Brasilien vorkommen, doch war es mir unmöglich, 
genauere Fundortsangaben aufzufinden. 



150 F- Baümann, 

10. Tehnantohius. 

Telmantohius-Arten wurden bis in die neueste Zeit nur in den 
Anden von Ecuador, Peru und Chile gefunden, wo sie in Höhen 
von über 4000 m vorkamen. Um so merkwürdiger ist nun das Auf- 
treten von Telmaniohius asper, einer neuen Art, in Rio de Janeiro 
und[S. Catharina. Die STEiNDACHNER'sche Art Telmaniohius hrasiliensis 
wurde nach ihm nicht mehr beschrieben. 

11. Mlosia, 

Das Vorkommen der Gattung Elosia ist auf einen engen Bezirk, 
der sich leicht umschreiben läßt, beschränkt. Wir haben es in ihren 
Vertretern zum größten Teil mit Bergformen des Staates Rio de 
Janeiro zu tun, avo sie namentlich das Orgel-Gebirge bewohnen, aber 
auch bis an die Küste hinunter vorkommen können. Nur Elosia 
oiasus überschreitet diese Grenzen und ist in Bahia, aber auch in 
S. Catharina gefunden worden. 

12. Hijlodes, 

Nicht so einfach verhält es sich mit der weitverbreiteten Gattung 
Hylodes. Sie bevölkert, ohne daß die einzelnen Arten große Aus- 
dehnung und Verbreitung besitzen, Zentralamerika. Südamerika, aber 
auch Westindien. Im großen ganzen besitzt aber jeder Landstrich, 
man möchte fast sagen jeder Staat, seine eigenen Arten. So weisen 
die westindischen Inseln, Mittelamerika, die Andenländer, aber auch 
die Staaten der Ostküste eigene Vertreter der Gattung auf. Nur 
einige brasilianische Arten zeigen größere Verbreitung. So kommt 
Hylodes gollmeri in Matto Grosso, im Orgel- Gebirge, in S. Catharina, 
aber auch in Venezuela und Ecuador vor, ferner Hylodes griseus 
in Matto Grosso und im oberen Amazonas-Gebiet, Hylodes binotatus 
in Parä und Rio de Janeiro, Hylodes miliaris, der früher unter dem 
Namen Thoropa miliaris bekannt war und den Hj^liden zugerechnet, 
von Wandolleck aber mit der Gattung Hylodes vereinigt Avurde, ist 
sogar in Parä, im Orgel-Gebirge, aber auch in Rio Grande do Sul 
gefunden worden. Von den anderen brasilianischen Arten ist nur 
ein Fundort bekannt. Von ihnen stammen die Exemplare von 
Hylodes goeldii und Hylodes petropolitamis aus dem Orgel- Gebirge und 
diejenigen von Hylodes plidfera und Hylodes ramagii aus Pernambuco. 
Hylodes siäcatus ist nur dem oberen Amazonas-Gebiet eigentümlich 
und Hylodes conspicillatus nur Matto Grosso. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischeu Museums. 151 

13. Cej'atophrys. 

Die größte Artenzalil und ihr Hauptvorkommen hat die Gattung 
im Süden von Brasilien. Eine einzige Art, Ceratophrys cornuta, geht 
über Matto Grosso hinaus weiter nach Norden, bevölkert das 
Amazouenstrom-Gebiet und tritt auch in Guaj^ana auf. Sie fehlt 
merkwürdigerweise dem Süden vollkommen. Die anderen sind mehr 
Central-, Ost- und Süd-Brasilien eigen, kommen aber auch in üruguaj^, 
Paraguay und Argentinien vor. Die Bergketten von Minas Geraes 
und Eio de Janeiro beherbergen die größte Artenzahl. Hier wurden 
gefunden: Ceratophrys appendiculata , Ceratophrys boiei, Ceratophrys 
fryi, Ceratophrys ornata, Ceratophrys cultripes, Ceratophrys ohausi. Eine 
ganze Anzahl eigentümlicher Formen bevölkert Rio Grande do Sul, 
'wie Ceratophrys higibbosa, Ceratophrys dorsata, die auch in Espirito 
Santo auftritt, und Ceiatophrys americana. Letztere wurde mit 
Ceratophrys ornata auch in Uruguay, Paraguay und Argentinien 
beobachtet. Nur in Matto Grosso ist Ceratophrys cristiceps gefunden 
worden. 

14. Mdalorhina, 

Die Gattung ist für die Fauna von Ecuador charakteristisch. 
Nur Edalorhina plicifrons kommt am Oberlauf des Amazonen- 
stromes vor. 

15. Paludicola. 

Auch hier können wir wieder die eigentümliche Tatsache 
beobachten, daß eine Gattung, die von Mexico bis nach Patagonien 
hinunter vorkommt, ihre Hauptverbreitung im Süden von Brasilien 
hat. Nur zwei von den brasilianischen Arten, Paludicola hüigonigera, 
die weitverbreitetste von allen, die in Matto Grosso, Minas Geraes, 
Sao Paulo, S. Catharina und Rio Grande heimisch ist, und Paludicola 
h-öyeri, die auch in Matto Grosso und Bahia gefunden worden ist, 
kommen bei Parä vor. fehlen aber dem oberen Amazonas-Gebiet voll- 
kommen. Die anderen brasilianischen Vertreter sind alle mehr auf 
den Süden beschränkt. Von Bergformen aus den Staaten Minas 
Geraes, Rio de Janeiro und Sao Paulo können angeführt Averden: 
Paludicola albifrons, auch in Bahia und Rio Grande do Sul beobachtet, 
Paludicola verrucosa, Paludicola olfersi, auch aus S. Catharina bekannt, 
Paludicola sp., Paludicola signifer. Letztere tritt auch in Matto 
-Grosso und S. Catharina auf. Eine ganze Anzahl eigentümlicher 

Zool. Jahrb. XXXIII. Abt. f. Syst. 11 



152 F. Baumänn, 

Formen beherbergt wieder Rio Grande do Sul, wie Faludkola fusco- 
maculata, auch in Uruguay, Paraguay und Buenos Aires vorkommend, 
Paliidicola lienselii, Paludicola falcipes, Paludicola gracüis, Pcdndkola 
hischoffii. Nur im Cearä wurde Paludicola diplolistris gefunden. 
Eigentümlich für Matto Grosso sind Paludicola saltica, Paludicola 
inystacalis, Paludicola ameghini. 

16. Eupeniphix. 

Die Gattung gehört, wenn nicht dazu, so doch ganz in die Nähe 
von Paludicola. Der eine Vertreter, Eupeynphix nana, stammt aus 
S. Catharina, der andere, Eupemphix nattereri, aus Matto Grosso. 

17. Leptoddctylus, 

Auch für diese Gattung gilt das für Paludicola angeführte. Sie 
kommt von Mexico an bis nach Buenos Aires hinunter vor und hat 
auch einen Vertreter auf den westindischen Inseln, zeigt aber auch 
ein Maximum des V^orkommens im Süden von Brasilien. Der Norden 
und die Anden haben wieder eigene Formen. Im Amazonen-Gebiet 
kommen vor Leptodactißns longirostris, der nun auch im Orgel-Gebirge 
gefunden worden ist, Leptodactijlus pentadactt/lus, der auch aus Pernam- 
buco bekannt ist, aber nicht über Bahia hinaus nach Süden geht, 
im Norden dagegen weit verbreitet ist und in Ecuador und Guayana 
gefunden wurde. Ferner kommt vor der Kosmopolit Lepiodacttßus 
tijphonius, der nur die Caatinga-Provinz ausläßt, und Leptodactijlus 
ocellatus, der sprunghaft weiter in Bahia, Rio de Janeiro und Rio 
Grande do Sul, aber auch in Paraguay und Argentinien auftritt. 
Ebenfalls eine mehr nördliche Form haben wir in Lcptodactylus 
caliginosus vor uns. Sie geht von Bahia im Süden bis Ecuador, 
Zentral-Brasilien und Mexico im Norden hinauf, wurde allerdings 
auch im Chaco und in Paraguay gefunden. Von Arten, die mehr 
dem Süden von Brasilien angehören, können angeführt werden 
Leptodaciillus gaudichaudii, aus Minas Geraes, Rio de Janeiro und 
S. Catharina bekannt, Leptodactißns discolor aus Minas Geraes, Lepto- 
dactißus hylodes aus Sei^gipe, Leptodactylus glandulosus und Leptodactißus 
previceps aus Matto Grosso. Wieder mehr dem Norden gehören au 
Leptodactißus pustulatus aus den Caatingawäldern von Pernambuco 
und Leptodactylus poecilocMlus, der von Bahia bis nach Guayana vor- 
kommt. Ganz südliche Arten, die zum Teil bis Matto Grosso oder 
Sao Paulo hinauf gehen können, in der Hauptsache auf Rio Grande 
beschränkt sind, aber auch in Uruguay oder Buenos Aires vorkommen. 



Brasilianische Batrachier des Berner Natiirhistorischen Mnseums. 153 

können, sind Leptodadylus mystacinus, Leptodadylus gracilis, Leptodadylus 
prognathus. 

18. JPlectroinantis. 

Die Gattung- stammt aus Ecuador. Am oberen Amazonas wurde 
als einziger Vertreter Plectromantis rhodostigma gefunden. 

19. Limnoniedusa, 

Die Gattung kommt nur im Süden vor. Die einzige bis jetzt 
beobachtete Species ist Rio Grande do Sul und Urugua}', also ganz, 
subtropischen Gebieten, eigentümlich. 

20. Zachaenus, 

Zachaenus parvulus, der einzige Vertreter der Gattung, kommt 
in Rio de Janeiro vor. 

21. Nattereria, 

Naüereria lateristriga wurde in Paranä beobachtet. 



Dendrophryniscidae. 

22. Dendrophryuiscus, 

Der einzige Vertreter der ganzen Familie, Dendrophryniscus 
brevipolUcatus, stammt aus Rio de Janeiro. 

Bufonidae. 
In Brasilien nur durch die Gattung Bufo vertreten. 

23. Bnfo, 

Trotzdem die Gattung eine weitverbreitete ist und unter ihren 
Arten, wenigstens unter den südamerikanischen, Kosmopoliten auf- 
weist, so ist doch ihr Hauptverbreitungsgebiet der Süden von Nord- 
amerika, vor allem aber Zentralamerika und der Norden von Süd- 
amerika. Ebenfalls häufig treten sie in Westindien auf. Im Süden 
geht sie in wenigen Arten bis nach Argentinien hinunter. Wie schon 
gesagt, kommen unter ihren Vertretern weitverbreitete Arten vor, 
die Großzahl beschränkt sich jedoch auf ein mehr oder weniger eng 
begrenztes Gebiet. Von den wenigen brasilianischen Arten seien 
Bufo marinus und Bufo crucifer als weitverbreitete angeführt. Bufo 

11* 



154 F. Baumann, 

marinus ist fast in ganz Brasilien zu Hause, geht aber im Norden 
bis nach Mexico hinauf und bevölkert auch die westindischen Inseln. 
Weniger häufig tritt Bufo crucifer, die mehr auf Brasilien beschränkt 
ist. auf. Hier fehlt sie nur der Campos- und Caatiugafauna, ist also 
mehr ein A\'aldbewohner. Von den anderen Vertretern der Gattung 
bevölkert Bufo iyphonius mehr den Norden, Matto Grosso und das 
Amazonas-Gebiet, aber auch Ecuador und Guaj'ana. Mehr dem Nord- 
osten von Brasilien und Guayana ist Bt(fo gramdosus eigentümlich, 
kommt aber auch im Cliaco und in Paraguay vor. Bufo arenarum 
und Bufo cVorhigmji wurden nur in Bio Grande do Sul gefunden, 
sind aber auch als ganz subtropische Arten, für Uruguay und Buenos 
Aires, angeführt worden. 

Hißidae. 

Die Hyliden in gleichei- Weise zu behandeln wie die vorher- 
gehenden Familien, besonders was die Gattung HyJa anbetrift't, die 
in Brasilien eine unglaublich große Artenzahl erlangt, würde uns 
viel zu weit führen. Zum Glück läßt sich gerade diese Gattung in 
mehrere Gruppen einteilen, so daß wir uns auf die Behandlung dieser 
beschränken können und sogar in dieser Weise eine bessere Über- 
sicht über ihre ganze geographische Verbreitung bekommen. 

24. Hyla. 

Die Gattung Hyla ist eine kosmopolitische und schließt nur die 
äthiopische Region, also Afrika, aus. Ihr Hauptvorkommen und die 
größte Artenzahl liat sie aber in der neotropischen Region und be- 
völkert namentlich den tropischen Teil von Brasilien. Nach Süden 
nehmen die Arten an Zahl ab und gehen kaum über Buenos Aires 
hinaus. Die Zahl der in der ober-amazonischen Provinz vorkommen- 
den Hyliden ist eine so auffallende, daß man lange Zeit und noch 
jetzt bei tier- und pflanzengeographischen Einteilungen für sie den 
Namen Hj'laea angewendet hat. Ob diese Benennung berechtigt ist, 
mag dahingestellt bleiben; die Hyliden mögen vielleicht in größeren 
Mengen vorkommen . ihre Artenzahl ist aber eher kleiner als in 
anderen brasilianischen Provinzen. 

Für Brasilien und nach meinem Dafürhalten für ganz Südamerika 
lassen sich die Hj'liden, natürlich abgesehen von einigen Ausnahmen, 
in drei große Gruppen einteilen: 

a) Kosmopolitische Formen. 



Brasilianische Batraclner des Bern Xatnrhistorischen Museiims. 155 

b) Nördliche Formen. 

c) Südliche Formen. 

Die Trennung in Brasilien, das ein Grenzgebiet zwischen der 
nördlichen und südlichen Gruppe darstellt, vorzunehmen, hält auf den 
ersten Blick schwer. Hier gehen die Formen durcheinander, die 
einen bald mehr nach Norden, die anderen mehr nach Süden, doch 
läßt sich aus den Fundorten, auch aus außerbrasilianischen, die Zu- 
gehörigkeit einer Art zu der nördlichen oder südlichen Gruppe mit 
ziemlicher Sicherheit angeben. 

Es sollen im Nachfolgenden nur diese 3 Gruppen behandelt 
und die dazu gehörenden Arten angeführt werden, ohne auf die Fund- 
orte jeder einzelnen einzugehen. 

a) Kosmopolitische Formen. 

Eigentliche kosmopolitische Formen, die in ganz Südamerika vor- 
kommen, sind auch unter den weitverbreiteten Hyliden selten. Man 
ist vielleicht, wenn man für einige Arten nur die brasilianischen 
Fundorte in Betracht zieht, auf den ersten Blick geneigt eine solche 
Eigenschaft für sie in Anspruch zu nehmen. Das Nachsehen von 
außerbrasilianischen Fundorten ergibt dann aber in den meisten 
Fällen, daß sie doch bald mehr der nördlichen, bald mehr der süd- 
lichen Gruppe angehören. Als wirklich kosmopolitische Form kann, 
glaube ich, eigentlich nur Hyla rubra angesprochen werden, die mit 
ihren Variationen von Guayana an bis nach Uruguay hinunter vor- 
kommt, aber auch in Ecuador beobachtet worden ist. Vielleicht 
gilt dies auch noch für Hyla aJhoniarginata, aber lange nicht in so 
ausgedehntem Maße, ist sie doch mehr nur auf Brasilien beschränkt. 

Ich habe eine Weile daran gedacht, aus den rein brasilianischen 
Formen eine eigene Gruppe zu machen und sie den anderen der 
nördlichen und der südlichen als vermittelnde gegenüberzustellen. 
Nun sind aber Formen wie Hyla albomarginata, die in ganz 
Brasilien vorkommen, nur vereinzelt, und für andere weitverbreitete 
läßt sich eben auch eine Zugehörigkeit zu einer oder der anderen 
Hauptgruppe herausfinden. Nur für einige wenige, von denen nur 
spärliche Fundortsangaben, sowohl aus dem Norden wie aus dem 
Süden, bekannt sind, bin ich im Zweifel, wohin ich sie zu rechnen 
habe. Spätere Fundlisten werden uns darüber Auskunft geben 
können. Als Beispiel möchte ich Hyla nebidosa anführen, von der 
sowohl Fundorte aus dem Amazonas-Gebiet wie aus dem Orgel-Ge- 
birge bekannt sind, oder Hyla granosa aus Parä, aus Ecuador, aber 



156 F. Baumann, 

auch aus Paraguaj^ Eine Einteilung dieser beiden ist vorläufig 
unmöglich. Für Arten, von denen nur ein Fundort bekannt ist, 
konnte natürlich für die Einteilung nur die Lage dieses in Betracht 
gezogen werden. 

Die vielen neuen von Cope beschriebenen Arten aus Matto Grosso 
wurden, da sie in der Umgebung von Cujabä, also weit im Süden, 
gefangen wurden und die Batrachierfauna viel Verwandtschaft mit 
der süd-brasilianischen zeigt, der südlichen Gruppe zugerechnet. 

b) Nördliche Formen. 

Der Batrachierfauna, die den Norden von Südamerika, also Vene- 
zuela, Guayana, Columbien und Ecuador, aber auch Mittelamerika 
bewohnt, sind folgende brasilianische Hyliden, trotzdem einige von 
ihnen bis nach Bahia und Rio de Janeiro hinuntergehen, zuzurechnen, 
da das Maximum ihres Vorkommens im Amazonas-Gebiet oder aber 
weiter nördlich liegt. 

Hyla maxima, Hyla appendiculata, Hyla cryptomelas, Hyla crepitans, 
Hyla inframaculaia, Hyla pmndata, Hyla boans, Hyla leprieurü, Hyla 
tanrina, Hyla planiceps, Hyla venulosa, Hyla leucophyllata, Hyla auran- 
tiaca, Hyla acuminata, Hyla resinifidrix. Die im Verzeichnis ange- 
führten Arten Hyla crepitans, Hyla leucophyllata, Hyla aurantiaca 
fehlen merkwürdigerweise dem Amazonas-Gebiet vollständig, während 
sie wieder in Bahia und Rio de Janeiro heimisch sind. Gleichwohl 
sind sie den nördlichen Formen zuzurechnen, da sie in Guaj'ana vor- 
kommen und auch Venezuela und Ecuador bevölkern. 

c) Südliche Formen. 

Die südlichen Formen gehen nie über Matto Grosso und Bahia 
hinaus nach Norden und fehlen den amazonischen Urwäldern ohne 
eine einzige Ausnahme. Es sind die folgenden: 

Hyla faher, Hyla circumdata, Hyla pardalis, Hyla cortkalis, Hyla 
punctillata, Hyla punctatissima, Hyla specirum, Hyla langsdorffii, Hyla 
mesophaea, Hyla nigromaculata, Hyla septendrionalis, Htjla pulchella, 
Hyla vauteri, Hyla nasica, Hyla microps, Hyla hipunctata, Hyla minuta, 
Hyla strigilata, Hyla senicula, Hyla polytaenia, Hyla ruhicundida, Hyla 
practeator, Hyla rubra, Hyla melanogyrea, Hyla velata, Hyla nigra, 
Hyla bisittata, Hyla catharinae, Hyla goeldii, Hyla ohausi, Hyla bischoffii, 
Hyla niarginata. 

Die viel zahlreicheren südlichen Arten bevölkern z. T. wenigstens 
auch Paraguay, Uruguay, gehen aber in Argentinien kaum über Buenos 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 157 

Aires hinaus. Merkwürdig ist das Vorkommen von Hyla septendrio- 
nalis im Süden, die sonst nur auf Cuba und S. Domingo gefunden 
worden ist, dem Norden aber sonst ganz fehlt. 

In der Yerbreitungskarte der brasilianischen Hyliden sind vor 
allem diejenigen mit mehreren Fundorten eingezeichnet, da man nur 
daraus sichere Schlüsse auf die Verbreitung einer Art ziehen kann. 

25. JVototrema. 

Die Gattung war bis vor kurzer Zeit auf die Staaten der West- 
küste beschränkt, wo sie in den Anden in großen Höhen vorkommt, 
und fehlte Brasilien vollkommen. Neuere Forschungen haben aber 
gezeigt, daß sie, allerdings mit wenigen Arten, auch an der Ost- 
küste auftritt. BüULENGER beschreibt eine solche, Nototrema fissipes, 
aus Pernambuco, und Lönnbeeg u. Andeesson eine, Nototrema micro- 
disciis, aus Paranä. Aus diesen beiden einzigen Fundorten Schlüsse 
auf die Verbreitung der beiden Species ziehen zu wollen, wäre ver- 
frülit. Erst weitere Funde können uns darüber sichere Auskunft 
geben. 

26. Hylella. . 

Die Gattung, die eigene Vertreter in Australien besitzt, wurde, 
was die amerikanischen Formen anbetrifft, bis vor kurzem nur dem 
Norden von Südamerika und Mittelamerika zugerechnet. Neuere 
Funde wiesen sie auch im Orgel-Gebirge, in Minas Geraes und in 
S. Catharina nach. Die Einteilung würde sich ähnlich vornehmen 
lassen wie bei Hijla, doch fehlen für HyleUa außerbrasilianische Fund- 
ortsangaben. 

Hylella carnea stammt aus dem Amazonas-Gebiet, wäre also den 
nördlichen Formen zuzurechnen. Die anderen 3, Hylella tenera, 
HyleUa pygmaea, Hylella parvula, sind südliche Arten und bewohnen 
Minas Geraes und das Orgel-Gebirge, Hylella pygmaea und Hylella 
parvula auch S. Catharina. 

27. Phylloineditsa. 

Phyllomedusa-Arten kommen von Mexico bis nach Buenos Aires 
vor, doch weist der Norden mehr Vertreter auf als der Süden. Auch 
hier können wir eine Trennung in nördliche und südliche Formen 
vornehmen, von denen, wie gesagt, die nördlichen in größerer Zahl 
vorhanden sind. 

Von brasilianischen Arten, die der nördlichen Gruppe zuzurechnen 



158 F. Baumann, 

sind, stammen die meisten aus den amazonischen Urwäldern. Es 
sind die folgenden : Phißlomcdusa palliata, Phyllomedusa bicoJor, Phyllo- 
medusa vaillaniU, Phijllomedusa iarsius, PlujUomedusa tomopterna, Plußlo- 
medusa hypochondridlis. Von ihnen kommt nur PlujUomedusa hicölor 
auch in Giiaj'ana und PhylJomedusa hypochondrialis in Pernambuco 
vor, aber auch im Chaco und in Paraguay. Diese letztere ist viel- 
leicht mehr kosmopolitisch. 

Südliche Arten sind PhyUomedusa hurmeisten, die hauptsächlich 
in Minas Geraes und Rio de Janeiro gefunden worden ist, aber bis 
nach Sergipe hinauf geht, und PhyUomedusa iJieringn aus S. Catharina 
und Rio Grande do Sul. 



Hern iph ractidae. 

28. Hetniiylir actus. 

Der brasilianische Vertreter der Gattung. Hemipliradus scntatus, 
stammt aus dem Amazonas-Gebiet, kommt aber auch in Ecuador vor. 
Die Gattung ist dem Norden von Südamerika eigentümlich. 

29. AniiModus, 

Amphodus tvuchereri, der 2. brasilianische Hemiphractide, ist in 
Ost-Brasilien heimisch und wurde in Bahia und Espirito Santo ge- 
fangen. 

Aglossa. 

Pipidae. 

30. m2)a. 

Der einzige Vertreter der Aglossen in Südamerika, Pipa ameri- 
cana, ist in seinem Vorkommen auf Guayana und die Mündung des 
Amazonenstromes beschränkt und fehlt dem Süden vollständig. 



Schluß. 

Wenn wir die Ausführungen über die geographische Verbreitung 
der Batrachier in Brasilien und ihre Ursachen kurz zusammenfassen, 
so können Avir vielleicht folgende Punkte aufstellen, die für sie 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 159 

grundleg-encl sind und durch keine neuen Faunenlisten umgestoßen 
werden können. 

Von den nach dem gegenwärtigen Stand der Forschungen in 
Brasilien vorkommenden 30 Gattungen mit über 100 Arten fallen 
7 Gattungen auf die Firmisternia, die anderen 23 auf die Arcifera. 
Diese 7 Gattungen sind vertreten durch 15 Arten. Wenn auch neue 
Untersuchungen noch einige Firmisternia zum Vorschein bringen 
sollten, so bilden sie doch immer einen kleinen Prozentsatz der 
brasilianischen Batrachierfauna und der südamerikanischen überhaupt. 
Südamerika und namentlich Brasilien ist das Land der Arcifera. 

Wenn wir uns nach den Faktoren fragen, die eine verschiedene 
Batrachierfauna der einzelnen Gegenden bedingen und die auf der 
anderen Seite das Auftreten bestimmter Batrachier- Arten ermöglichen, 
so spielen geographische Lage und dadurch bedingte Temperatur- 
unterschiede, dann mehr oder weniger großer Wasserreichtum, aber 
auch die Höhenlage der betreffenden Gegenden Hauptrollen. Erst 
in zweiter Linie kommen die aus diesen resultierenden floristischen 
Verhältnisse in Betracht. 

Die Unterschiede in der geographischen Lage und die damit 
Hand in Hand gehenden verschiedenen klimatologischen , hydro- 
graphischen und floristischen Verhältnisse der einzelnen Teile er- 
möglichen es uns, Brasilien für die Batrachier, wahrscheinlich auch 
für Säugetiere Vögel und Reptilien, in 3 große, gutbegrenzte tier- 
geographische Regionen einzuteilen. Es sind die folgenden: 

I. Äquatoriale Region. 

Region der äquatorialen Urwälder des Amazonenstromes. 
IL Zentral-brasilianische Region. 

Region der Campos und Caatingawälder. 
III. Ost-brasilianische Region. 

Region der ost-brasilianischen Küsten- und Bergwälder und 
der Süd-brasilianischen Plateaus. 

Unterschiede in Niederschlagsmenge und Höhenlage, in zweiter 
Linie auch solche floristischer Art, sind Faktoren, die eine weitere 
Einteilung dieser großen Regionen in Provinzen nötig machen. Die 
verschiedenen Batrachierfaunen, die sie beherbergen, zeigen die Be- 
rechtigung einer solchen mit Deutlichkeit. Sind diese Faktoren bei 
der weiteren Einteilung der äquatorialen und der zentral- brasiliani- 
schen Region mehr hydrographischer Art, so daß hauptsächlich 
Unterschiede in den Niederschlagsmengen der einzelnen Gegenden 



160 F- Baumann, 

ins Gewicht fallen, so sind es in Ost-Brasilien namentlich Höhen- 
unterschiede, die den Ausschlag geben. Höhenunterschiede sind auch 
die Hauptgründe zur Entstehung von lokalen Batrachierfaunen, wie 
sie für die Campos von jMatto Grosso und Minas Geraes. aber auch 
für die süd-brasilianische Provinz in den Bergformen und Plateau- 
formen beschrieben worden sind. 

Brasilien läßt sich nun an der Hand der gemachten Aus- 
führungen für die Batrachier zum Schlüsse kurz folgendermaßen 
tiergeographisch einteilen : 

I. Äquatoriale Region. 

Region der äquatorialen Urwälder des Amazonenstromes. 

1. Unter-amazonische Provinz. 

2. Provinz von Santarem. 

3. Ober-amazonische Provinz. 

II. Zentral-brasili anische Region. 
Region der Campos und Caatingawälder. 

1. Caatinga-Provinz. 

2. Campos-Provinz. 

III. Ost-brasilianische Region. 

Region der ost-brasilianischen Küsten- und Bergwälder und 
der Süd-brasilianischen Plateaus. 

1. Litorale Provinz. 

2. Süd-brasilianische Provinz. 



Brasilianische Batrachier des Benier Naturhistoriscben Museums. ]61 



Allgemeine Liste der in Brasilien vorkommenden 

Batrachier. 



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Rana palmipes Spix 
B. copü Blngr. 
R. nigrilatus Cope 
Dendrobaies tinctorius Schneid. 
I). trivittatus Spix 
D. labialis Cope 

D. braccatus Cope 
Pkryniscus p)roboscideus Blngr. 
P. fiavescens Dum. et Bibr. 
ßrachycephalus ephippium Spix 
Stereocyclops incrassatus Cope 
Hypopachus variolosus Cope 
Engystoma ovale Schneid. 

E. microps Dum. et Bibr. 
E. lencostictum Blngr. 
Pset(dis minuta Peters 
P. limellnm Cope 

P. mantidactyla Cope 

Cyclorhamphus fuliginosus Dum. et Bibe. 

Telmaij^tobius brasiliensis Steind. 

T. asper Blngr. 

Elosia nasus Licht. 

E.Mifonia Gir. 

E. voynerina Gir. 

E. divisa Wandlk. 

E. lateristrigata n. sp. 

Hylodes goeldii n. sj). 

li. cousjncillatus Günth. 

H. gollineri Peters 

H. griseus Cope 

H. binotatiis Spix 

S. sulcatus Cope 

H. miliaris Spix 

H. plicifera Blngr. 

H. ramagii Blngr. 

H. 2)efropolitanus Wandle. 

Ceratophrys bigibbosa Peters 

C. appendiculata Günth. 

C. boiei Wied 

C. fryi Günth. 

C. cornuta L. 

C. dorsata Wied 

C. ornata Bell 

C. americana Dum. et Bibr. 

C. cnltripes R. et L. 


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Ceratophrys cristiceps F. Müll. 

C. ohausi Wandlk. 

Kdalorhina plicifrons Cope 

Faludicola fuscomaculata Steind. 

P. diplolistris Peters 

P. biligonigera Cope 

P alhifrons Spix 

P kröyeri R. et L. 

P. henselii Peters 

P verrucosa R. et L. 

P- f'alcipes Hensel 

P. olfersi Mart. 

P s^. Blngr. 

P signifer Gir. 

P. grncilis Blngr. 

P. bischoffil Blngr. 

P. salfica Cope 

P. mystacalis Cope 

P ame.ghini Cope 

Eupemphix nana Blngr. 

£. nattcreri Steind. 

Leptodadylus j)ustulatus Peters 

L. longirostris Blngr. 

L. grucilis Blngr. 

L. pentadadylus Laür. 

L. poecilochilus Cope 

L. mystacinus Burm. 

L. typhonius Daud. 

L. ocellatns L. 

L. caliyinosus Gir. 

L. qaudichaudii Dom. et Bibr. 

L. brevipes Cope 

X. prognathus Blngr. 

X. discolor R. et L. 

X. hylodes R. et L. 

X. glandulosus Cope 

Flectromantis rhodostigma Cope 

Limnomedusa macroglossa Dum. et Bibr. 

Zachaenus parvulus Gir. 

JVattereria lateristriga Steind. 

Dendropliryniscus brcvipoUicatus Esp. 

P/t/'o arenariun Hens. 

P. mnrinns L. 

P. crucifer Wied 

P. tyjihonius Schneid. 

P. (Vorbignyi Dum. et Bibr. 

P. granulosus Spix 

jfft/te mn.xima Laür. 

IT. nppendiculata Blngr. 


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Biasiliauische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 163 



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Hyla cryptoDielas Cope 

H. faber Wied 

H. crepitans Wied 

H. circiimdata Cope 

H. pardalis Spix 

H. inframaculata Blngr. 

H. corticalis Burm. 

H. albomarginata Spix 

H. punctata Schneid. 

H. granosa Blngr. 

H. pundillata Peters 

H. punctatissima R. et L. 

H. boans Daud. 

H. spectrum R. et L. 

H. leprieurii Dum. et Bibr. 

H. taurina Steind. 

H. langsdorffii Dum. et Bibr. 

H. planiceps Cope 

H. vennlosa Laur. 

H. mesopJuiea Hens. 

H. nigroinacidata Tschudi 

H. sepfendrionalis Tschudi 

H. pulchella Dum. et Bibr. 

H. vauteri Bell 

H. nasica Cope 

H. microps Peters 

H. leucopliylluta Beir. 

H. aurantiuca Daud. 

H. bipunctata Spix 

H. minuta Peters 

H. strigilnta Spix 

H. senicula Cope 

H. melanogyrea Cope 

H. dasynotus Günth. 

H. velata Cope 

H. polytaenia Cope 

H. rubicundula R. et L. 

H. bracteator Hensel 

H nebulosa Spix 

H. aeuminata Cope 

jET. 'n.igra Cope 

El. rubra Daud. 

H. resinifidrix Goeldi 

H. bisittata Blngr. 

H. cathariiiae Blngr. 

H. goeldii Blngr. 

H. ohausi Wandlr. 

H. bisdioffii Blngr. 

H- marghtata Blngr. 


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Nototrema fissipes Blngr. 

iV. microdiscus Anders. 

Hylella tenera R. et L. 

H. carnea Cope 

H. pygmaea Blngr. 

H. parvula Blngr. 

Phyllomedusa aspera Peters 

P. palliata Peters 

P. bicolor BoDD. 

P. vaillantü Blngr. 

P. tarsius Cope 

P. hurmeisteri Blngr. 

P. tomopterna Cope 

P. hypochondrialis Daud. 

P. iheringii Blngr. 

He mi/ihr actus scutatus Spix 

A)Hpltodus ivuchereri Peters 

Pipa a»ierica)ia Laür. 


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Cyclorhamphus fuliyinosus, Hyla circunidata, Hyla dasynotus stammen aus 
Brasilien. Fundortsaugaben konnten nicht aufgefunden werden. 



Es ist mir nach Abschluß der Arbeit eine angenehme Pflicht, 
Herrn Prof. Dr. E. A. Goeldi in Bern meinen herzlichsten Dank 
auszusprechen für die freundliche Überlassung der fast vollständigen, 
in seinem Besitz sich befindenden, schwer zugänglichen Literatur 
über die Batrachier Brasiliens ; ferner für das reiche Kartenmaterial 
und die prachtvollen nach dem Leben aufgenommenen farbigen Ab- 
bildungen einiger Arten, die er mir in wirklich selbstloser, uneigen- 
nütziger Weise zur Verfügung stellte und durch die meine Arbeit 
in wertvollster Weise erweitert wurde. 



Brasilianische Batrachier des Berner Xaturhistorisclien Museums. 165 



Literaturverzeichnis. 



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— , Über Herrn Dr. 0. "WuCHEEEES Batrachier aus Bahia, ibid., 1872. 
Reinhaedt, J. und Ch. Lütken, Bidrag til Kundskab om Brasiliens 

Padder og Krybdyr, in: Vidensk. Meddel. naturh. For. Kjöbenhavn, 

1861. 
Spix, J. B., Animalia nova, sive species novae Testudinum et ßanarum, 

quas in itinere per Brasiliam, München 1824. 
Steindachnee, f., Batrachologische Mitteilungen, in : Verh. zool. -bot. 

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TsCHüDl, J. J., Classification der Batrachier mit Berücksichtigung der 

fossilen Thiere dieser Abteilung der Reptilien, in: Mem. Sog. Natural. 

Neuchätel, 1835. 
Wandolleck, B., Einige neue und weniger bekannte Batrachier von 

Brasilien, in: Abh. Ber. zool. antbrop.-ethnogr. Mus. Dresden, 1907. 
WeRNEK, f., Herpetologische Nova, in: Zool. Anz., Jg. 17, 1894. 
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— , in : Schnee, Über eine Sammlung südbrasilianischer Reptilien und 

Amphibien nebst Beschreibung einer neuen Schildkröte Platemys 

Werneri, ibid.. Vol. 23, 1900. 
V. WiED, Maxim., Reise nach Brasilien, Abbildungen, Weimar 1825 — 1832. 
— , Beiträge zur Naturgeschichte von Brasilien, Weimar 1825 — 1826. 

2. Arbeiten tier- und pflanzengeographischen Inhalts. 

BUEMEISTEK, H., Systematische Übersicht der Thiere Brasiliens, welche 

während meiner Reise durch die Provinzen von Rio de Janeiro und 

Minas Geraes gesammelt wurden, Berlin 1854. 
— , Reise durch die La Plata-Staaten, Halle 1861. 
Dalton, H. G., The history of British Guiana, London 1855. 
V. Jheeing, H., On the Ornis of the State of Sao Paulo, Brasil, in: 

Proc. zool. Soc. London, 1899. 
V. Pelzeln , A., Zur Ornithologie Brasiliens , Resultate von Johann 

Natterees Reisen in den Jahren 1817 — 1835, Wien 1871. 
SCHIMPEE, A. F. W., Pflanzengeographie auf physiologischer Grundlage, 

Jena 1898. 
Sievees, W., Süd- und Mittelamerika, Leipzig und Wien 1903. 
TSCHUDI, J. J., Untersuchungen über die Fauna Peruana, in den Jahren 

1888—42, St. Gallen 1844. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel 4. 

Fig. l. Elosia lateristrigaia. 1:1. 
Fig. la. Rachen von E. lateristrigaia. 

Fig. Ib. Seitenansicht des Kopfes von E. lateristrigaia, um die 
beiden weißen Linien und die seitliche Schallblase zu zeigen. 
Fig. 2a. Linker Fuß von Hylodes goeldii, Unterseite. 
Fig. 2b, Rachen von H. goeldii. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 169 

Fig. 3. Hyla vetmlosa, nach dem lebenden Tier gemalt. 1:1, 
Fig. 3a. Hyla venulosa , Larvenstadium, nach dem lebenden Tier 
gemalt. 

Fig. 4. Hyla resinißctrix, nach dem lebenden Tier gemalt. 1:1. 

Tafel 5. 
Karte I. Geographische Einteilung der Batrachierfauna Brasiliens. 
Karte II. Verbreitung der firmisternen Batrachier Brasiliens, 
rot: Verbreitung der Gattung Rana. 

„ Li?, palmipes. 

„ 2. Ä, copii. 

„ 3. j?. nigrilahis. 
gelb : Verbreitung der Gattung Dendrobates. 

„ 1. JD. tinctorius. 

„ 2. D. trivütatus. 

,, 3. D. labialis. 

„ 4. D. braccatns. 
blau : Verbreitung der Familie der Engystomatidae. 

„ 1. Phryniscus proboscideus. 

„ 2. P. flavescens. 

y, 3. Brachycephalus ephippium. 

„ 4. Stereocyclops incrassatus. 

„ 5. Hypopachus variolosus. 

„ 6. Engystoma ovale. 

„ 7. E. microps. 

„ 8. E. leucosliclum. 

Karte III. Verbreitung der Gattungen Pseudis , Telmantobius, 
Elosia, Hylodes. 

grün : Verbreitung der Gattung Pseudis. 

„ 1. P. minuta. 

„ 2. P. Ivmelluni. 

„ 3. P. manüdactyla. 
rot: Verbreitung der Gattung Telmantobius. 

„ \. I. asper. 
gelb : Verbreitung der Gattung Elosia. 

„ \. E. nasus. 
blau : Verbreitung der Gattung Hylodes. 

„ \. H. conspicillatus. 

„ 2. H. gollmeri. 

„ 3. //. griseus. 

„ 4. Ä binotatus. 

„ h. H. sulcahis. 

„ 6. Ä miliaris. 

„ 7. Ä plicifera. 

12* 



170 F- Baum ANN, 

blau 8. H. ramagii. 
,, 9. üT. petropolitanus. 
„ 10. Ä goeldi. 

Tafel 6. 

Karte IV. Verbreitung der Gattungen Ceratophrys , Edalorhina, l| 
Paludicola, Eupemphix. ' 



lau 


: Verbreitung der Gattung Ceratophrys. 


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1. C. higibbom. 


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2. t'. appendiculata. 


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3. C. öoiez. 


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4. a />•?/*. 


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5. C. cornuta. 


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6. C. dorsata. 


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7. C ornata. 


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8. C. amerieana. 


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9. C. cidtripes. 


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10. C. crisüceps. 


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11. C. ohausi. 



grün : Verbreitung der Gattung Edalorhina. 

„ 1. £". plicifrons. 

rot : Verbreitung der Gattung Paludicola. 

„ 1. P. fuscomaculata. 

„ 2. P. diplolistris. 

„ 3. P. biligonigera. 

„ 4. P. albifrons. 

„ 5. P. kröyeri. 

„ 6. P. henselü. 

„ 7. P. verrucosa. 

„ 8. P. falcipes. 

„ 9. P. olfersi. 

„ 10. P. SjD. 

„ 11. P. signifer. 

„ 12. P. gracilis. 

y, 13. P. hischofßi. 

„ 14. P. saltica. 

„ 15. P. mystacalis. 

„ 16. P. amegkini. 
gelb : Verbreitung der Gattung Eupemphix. 
„ \. E. nnna. 

„ 2. £". naUcreri. 

Karte V. Verbreitung der Gattungen Leptodadylus, Plectromantis, 
Limnoinedusa, Zackarnus, Xatiercria, Dendrophryniscus, Bufo. 

rot: Verbreitung der Gattung Leptodactylus. 

„ 1. L. pustulatus. 



Brasilianische Batrachier des Berner Naturhistorischen Museums. 171 

rot: 2, L. longirostris. 

„ 3. L. gracilis, 

„ 4. L. pentadactylits. 

„ 5. L. poecüochilus. 

„ 6. L. viystacinus. 

„ 7. L. typlionius. 

„ 8. L. ocellatus. 

„ 9. L. caligino.ms. 

„ 10. L. gaudichaudii. 

„ 11. L. brevipes. 

„ 12. L. prognathus. 

„ 13. L. discolor. 

„ 14. L. hylodes. 

„ 15. L. glandulosus. 

gelb : Verbreitung der Gattungen Pledromantis, Limnomedusa, Zachaenus, 
Nattereria, Dendrophryniscus. 
„ 1. Pkdromantis rhodostigma. 
„ 2. Limnomedusa macroglossa. 
„ 3. Zachaenus parvulics. 
„ 4. Nattereria lateristriga. 
„ 5. Dendrophryniscus brevipoUicatus. 

blau : Verbreitung der Gattung Bufo. 

,, 1. ß. arciiarum. 

y, 2. Ä marimis. 

„ 3. 5. crucifer. 

„ 4. 5. typhonitis. 

„ 5. 5. d'orbignyi. 

„ 6. jB. granulosus. 

Karte VI. Verbreitung der Gattung ^^a. 

gelb : weitverbreitete Arten. 
„ 1. /7. ri(bra. 
„ 2. fl^. albomarginata. 

rot: Verbreitung der nördlichen Formen. 

„ 1. H. maxivia. 

„ 2. E. appendiculata. 

„ S. H. crepitans. 

„ 4. Ä punctata. 

„ 5. Ä resinißctrix. 

„ 6. //^. boans. 

„ 7. iy. vennlosa. 

blau : Verbreitung der südlichen Formen. 

1. Ä /;7ön-. 

„ 2. H. j)ardaUs. 
„ 3. iJ. corticalis. 



172 F. Baümann, Brasilianische Batrachier des Berner Naturh. Musenms 

blau : 4. H. pwictatissima. 

„ 5. H. langsdorffii. 

„ 6. Ä pulchella. 

„ 7. H. nasica. 

„ 8. H. hipundata. 

„ 9. H. strigüata. 

„ 10. H. seniciila. 

„ 11. Ä catharinae. 

Karte VII. Verbreitung der Gattungen Notoirema, Hylella, Phyllo- 
medusa, Hemiphradus, Amphodus, Pipa. 

gelb : Verbreitung der Gattung Nototrema. 

„ 1. iV. fissipes. 

y, 2. N. miefodisciis. 

blau: Verbreitung der Gattung Hylella. 

„ 1. //. ienera. 

„ 2. H. carnea. 

„ S. H. pygmaea. 

„ 4. Ä parnda. 
rot : Verbreitung der Gattung Phyllomedusa. 

„ 1. P. aspera. 

„ 2. P. palliaia. 

„ 3. P bicolor. 

„ 4. P vaülantii. 

,, 5. P. tarsius. 

„ 6. P. burmeisteri. 

,, 7. P. iomopterna. 

„ 8. P. hypochondnalis. 

„ 9. P. iheringii. 

grün: Verbreitung der Gattungen Hemiphradus, Amphodus, Pipa. 

„ 1. Hemiphradus scutaius. 

„ 2. Amphodus wudiereri. 

„ 3. P*/;a americana. 



(i l'ätz'scbe Buchdr. Lippert & Co. G. m. b. H., Naumburg a. d. S. 



Zoolog. JaJirbücher Bd.33 Abi. f. Syst. 



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Taf.4. 




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Lith.AriSt.vÄ.G-i]tsch Jena. 



Zoolog. Jahrbüdier BA. 33 Abt. f. Syst. 




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Verlag vor 



Taf. 3. 




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Zoolog. JahrhücherBA. 33 AU. f. Syst. 




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